Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 23. (Szekszárd, 2001)

Liska András: Egy 7. századi avar temetkezés emlékei Gyula határából

András Liska Die Funde einer awarischen Grabstätte gefunden in der Gemarkung von Gyula Der Identifikationsversuch einer lang vergessen geglaubten Fundstätte Die Gründer der Museen und Altertumskunde-Vereine aus dem letzten Jahrhundert waren in fast allen Fällen begeisterte Amateur-Kunstsammler, sie wurden zu den Erschaffern der ersten öffentlichen Sammlungen. Zu ihnen gehörte János Mogyoróssy, der Gutsverwalter der Wenckheim Herrschaft, der das Schicksal der archäologischen Funde aus der Umgebung von Gyula verfolgte und von denen er öfter in der Fachzeitschrifft Archeológiai Értesítő berichtete. Auf dem Gebiet des Besitztums von Graf Antal Wenckheim in der Gyulaer Szentbenedek-puszta, neben der Strasse, die von Gyula nach Kétegyháza führt, kamen im Jahre 1859 Gegenstände aus Gräbern der frühawarischen Zeit zum Vorschein. Von denen berichtete János Mogyoróssy nach 11 Jahren in der Fachzeitschrift Archeológiai Értesítő im Jahre 1870. Im Bericht veröffentlichte János Mogyoróssy neben den Einzelheiten der Umstände des Auffindens auch eine exakte Beschreibung und Bilder von den gefundenen Goldgegenständen. (Abb.l.) In der Beschreibung kommen zwei typisch frühawarische Goldohrringe vor. Diese Art von Goldringen wurde im Karpaten­Becken um die Jahrhundertwende (6-7. Jahrhundert) und am Anfang des 7. Jahrhunderts getragen. Die Goldohrringe, die Mogyoróssy in seinem Bericht erwähnte, waren aus einem Pferdegrab gefunden worden und weisen auf eine frühawarische Bestattung hin. Neben der Beschreibung der Funde und der Umstände des Auffindens trug Mogyoróssy auch dafür Sorge,eine sehr ausführliche Karte vom Fundort zu seinem Bericht beizufügen. (Abb. 2.) Nach den Informationen von Mogyoróssy konnte man versuchen, den Fundort zu identifizieren.. Mit der Hilfe von Militär-Landkarten aus dem 19.Jahrhundert konnte genau festgestellt werden, welcher Teil der Szentbenedek-Puszta von János Mogyoróssy gezeichnet und in der Fachzeitschrift Archeológiai Értesítő veröffentlicht wurde. (Abb. 3.) Der Fundort befindet sich auf dem südwestlichen Teil der Gemarkung von Gyula, auf der westlichen Seite der Landstraße zwischen Gyula und Kétegyháza. (Abb.4.) Auf dem Gebiet des einstigen Meierhofes wurde später eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft gegründet, deren Wirtschaftsgebäude auch heute noch in Betrieb sind. Dank der glücklichen Umstände und der zuverlässigen Daten von Mogyoróssy ist der Fundort der im Jahre 1859 zum Vorschein gekommenen awarischen Funde genau zu identifizieren. Dadurch wurde nicht nur eine spätere Erforschung des Fundorts ermöglicht, sondern man kam auch zu einer topographischen und siedlungsgeschichtlichen Angabe, die als wichtiger Beitrag zur Geschichte der Awaren des erörterten Gebietes beitragen kann. 110

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