Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 21. (Szekszárd, 1999)

Várady Zoltán: Tolna megye középkori kőfeliratának epigráfiai elemzése

Zoltán Várady Epigraphische Analyse der mittelalterlichen Steinschriften aus dem Komitat Tolna Diese Studie beschäftigt sich mit der Tolnaer Gruppe der Transdanubischen Steinschriften, die die Grundlage der epigraphischen Untersuchungen in Ungarn bilden. Aus der frühesten Epoche, von der Staatsgründung bis zum letzten Viertel des 14. Jahrhunderts verfügt man im Komitat Tolna über keine Steindenkmäler mit Inschriften, so werden hier weder die romanische Antiqua- und Uncial­noch die frühgotische Schrift vertreten. Das 14. Jahrhundert war die Epoche der gotischen Maiusculaschrift. Das erste Denkmal aus dem Komitat Tolna, der Grabstein vom Bátaer Abt Pál aus dem Jahr 1377 ist der Repräsentant dieses Stiles. Nach 1366 beginnt die Epoche der gotischen Minusculaschrift. Dieser Stil wird in unserem Komitat von einem Grabstein wahrscheinlich aus Bâta und von einem Fenstersturz aus der Simontornyáer Burg vertreten. Der Fenstersturz aus dem Jahre 1508 ist eines der spätesten Denkmäler in Transdanubien in diesem Stil. Zu diesem Zeitpunkt seit 1460 und 1470 verwendete man die klassischen und die sogenannten früheren und rustikalen Formen der humanistischen Capitalschrift. Für die klassischen und früheren Formen findet man Beispiele in der Simontornyáer Burg, zu der rustikalen Form kann man die Inschrift der Kirche in Decs zählen. Die Inschriften der Steindenkmäler im Komitat Tolna representieren die Entwicklungs- und Modetendenzen auf dem Transdanubischen Gebiet. Trotz der fehlenden Schriftarten und der geringen Zahl der Denkmäler kann festgestellt werden, daß die Inschriften im Komitat Tolna eine hohe Qualität aufweisen, was ein Zeichen dafür ist, daß man mit den zentralen Teilen des Landes Schritt zu halten versuchte. Für die hohe Qualität ist nicht nur der Bátaer Grabstein vom Abt Pál ein gutes Beispiel, sondern auch die Inschriften in der Simontornyáer Burg. Mit der gleichzeitigen Verwendung der alten und der neu in Mode gekommenen Buchstabentypen wollte der Burgbesitzer Buzlay, der im königlichen Hof verschiedene Ämter besaß und ein weltoffener Mensch war, sein Interesse für die neuen Modetendenzen ausdrücken. Das Wappen auf dem Torturm der Burg ist beschädigt, so kann die Jahreszahl nur schwer festgestellt werden. Epigraphischen Überlegungen nach ist das Datum 1499 am wahrscheinlichsten. In diesem Fall weist die Wappenschrift nicht auf den Neubau der Burg um 1509 sondern auf die Besitznahme im Jahre 1499 hin. Die Inschrift der Kirche in Decs ist ein wichtiges Beispiel für die humanistische Capitalschrift. Mit einem Hinweis auf den Tod von König Ulászló IL und auf den Aufstand von Dózsa kann sie das Baujahr der Kirche bestimmen 186

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