Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 21. (Szekszárd, 1999)

Czövek Attila: Topográfiai adatok a limes Fadd menti szakaszához

Attila Czövek Topographische Daten zum Limes-Abschnitt entlang Fadd Die archäologische Geländebegehung von Fadd (Komitat Tolna) wird seit 1995 durchgeführt. Wichtigste Aufgabe und Ziel dieser Arbeit war die genaue Klarstellung des Limes-Abschnittes in der Gemarkung der genannten Siedlung. In der Fachliteratur sind drei Rekonstruktionsversuche der Spurlinie vorzufinden. Der Grund für die erste und auch meist akzeptierte Vorstellung ist die auf den Luftaufnahmen gut erkennbare Landstrasse, deren römische Herkunft aber fraglich ist. In der Nähe der Spurlinie der mit der Landsrasse Nr. 6 fast paralell verlaufenden Strecke (Abb. 1 : B) wurde weder eine Beschotterung, noch ein Wachturm gesichtet. Sogar ein, aus dem Jahre 1877 stammender, vom Dorf in südwestlicher Richtung gefundener Meilenstein und dessen genaue Fundstelle macht die römische Herkunft zweifelhaft. Die zweite Reknstruktion setzt voraus, dass das Grundwerk der, aus der Siedlung in nordwestliche Richtung führende Strasse aus der Römerzeit stammt. (Abb. 1 :C). Auch die Fakten aber, die diese Vorstellung unterstützen, sind fraglich: die Strasse ist erst seit dem letzten Jahrhundert gerade, sie folgte früher dem Kurven des Ufers. Ausserdem kann das Gräberfeld an seinem Süd-ost Ende eher für mittelalterlich als römerzeitlich gehalten werden. Die dritte Rekonstruktion der Spurlinie ist mit dem Namen Mór Wosinskys verbunden und sie führt von der Vetle­Heide direkt in einer geraden Linie zum Südwest-Rand des Dorfes (Abb. 1:A), der Rest der Strecke wurde von der Donau verwaschen. Die Forschung hielt diese Spurlinie lange für die falsche, da die Spuren nicht gefunden werden konnten. 1998 anhand der Luftaufnahmen brachten die Forschungen von Zsolt Visy etliche Änderungen, doch sie bezogen sich nur auf einen kleinen Abschnitt. Anhand unserer Geländebegehungen konnten wir das Grundwerk der ganzen Strecke beobachten. Mit Hilfe von Luftaufnahmen und den Funden auf der Oberfläche wurde es sogar möglich einige Wachtürme entlang des Limes zu lokalisieren. Der nördlichste Wachturm (Lussonium-6.) ist laut Luftaufnahmen (Abb. 2:1-2) von einem rombischen Graben von etwa 30x30 Meter umgeben, seinem Typ nach gehört er zu den, unter Diocletian durchgeführten Umbauten entstandenen Wachtürmen (Abb. 1:1). 1 Km südlich (Abb. 1:2) von diesem ist anhand der Funden ein nächster Wachturm anzunehmen (Lussonium-7). Wieder 1 Km südlich (Abb. 1:3) ist auf den Luftaufnahmen (Abb. 4:1-2) ein, von einem doppelten Graben umgebener Wachturm (Lussonium-8) zu sehen. Seinem Typ nach und den auf der Oberfläche gesammelten römischen Münzen (Tab. 1) und anderen Funden (Abb. 5:1-6) war der Turm in der Mitte des 4. Jahrhunderts in Gebrauch, sein Bau fällt in die Jahre der Regierung von Constantius oder Valentinian. Der nächste Wachturm (Lussonium-9) ist erst noch in den Hügellandschaften der Fadder Weinberge zu vermuten (Abb. 1:4), da wegen der Bebauung des Gebietes die Reste nicht identifiziert wurden. Der südlichste Wachturm (Lussonium-10) (Abb. 1:5) wurde von den, von Zsolt Visy publizieten Luftaufnahmen bekannt. Die Datierung in die Mitte bzw. in die zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts wurde auch durch die, während der Geländebegehung gefundenen römischen Münzen (Tab. 2) unterstützt. Die, von Mór Wosinsky beschriebene und wieder gefundene Strecke des Limes mit der römischen Strasse, sowie die Wachtürme waren in der Mitte und in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts in Gebrauch. Damit können andere Spurenrekonstruktionen der behandelten Periode ausser Acht gelassen werden. Die Lokalisierung der Spuren vor dem 4. Jh. kann durch die Hilfe des, in der Nähe des Dorfes gefundenen Meilensteins erfolgen. Die nähere Feststellung der Fundstelle weist darauf hin, daß die Spuren vom 3. Jh mit denen der oben genannten , aus dem 4. Jh stammenden Spuren gleichen. 141

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