Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 20. (Szekszárd, 1998)

Barna József–Gaál Attila: Gondolatok és tények a TISICUM egy – a Tolna megyében végzett vízalatti kutatásokat is érintő, – írásával kapcsolatban

es bald auch zur vollständigen Publikation der bisherigen Forschungsergebnisse kommen, obwohl eine unerwartete Wendung bei der Erchliessung 1994 eintrat. Von den früheren Forschungsplänen abwichend und ohne die erforderliche Genehmigung für die Grabung hat A. Gaál das Baggern des archäologischen Fundortes organisiert und angefangen, der unseres gegenwärtigen Wissens als Unterwasserfundort am wesentlichster ist. Es scheint damit eine vieljährige Diskussion zu Ende zu sein. Bei der ersten planmässigen, jahrelang systematischen und den auch im Festland gewohnten Anfordrungen entsprechenden Freilegung kam man immer wieder darauf zurück, ob nur die bearbeiteten, inschriftlichen Steindenkmäler an die Oberfläche gebracht werden (gewählt dadurch die leichtere und spektakuläre Lösung) oder auch auf die Folgenden bestanden werden müssen, nämlich die Forschungen nach dem Grundriss und die archäaologischen Unterwasserbeobachtungen, welche die Mauerstruktur und die Lage der Funde umfassen — trotz den Schwierigkeiten und Arbeiten in langsamerer Phase. Die Entstehung des Gleichgewichtes zwischen den zwei Gesichtspunkten war um so mehr wichtig, denn es war anzunehmen, dass man nach einem „Jagen" des Ruinengebietes oder Auftauchen eines reicheren Fundstoffes um so wenigere Unterstützung für die übrigen, nicht mehr so auffälligen, fachlichen Arbeiten finden kann. In Folge dieser Forschungen kam es zur fachlichen Diskussion über die rechtslinksufrige Lage, die sich schon in den ersten Jahren gestaltete, demnach in deren Rahmen zum Verhältnis von Landungsfestungen bei Bölcske zum spätrömischen Festungsystem sowie zu den strategischen Angaben hinsichtlich der gegenüberliegenden Lagen. All diese, d.h. die ausser den Inschriften verschafften Informationen und Antworten wären für die Forschung verschwunden, wenn man den schnelleren Weg wählend die Vermessung der Festung unterlassen und dadurch die Funde gebaggert hätte. Im Laufe der in den jüngsten Jahren angewandten Technoligie geriet es einem nicht, die neuesten Funde und die archäologischen Beobachtungen an die Ergebnisse voriger Jahre organisch anzuschlissen und es tat den Funden auch nicht wohl: Die bearbeiteten Steindenkmäler wurden ziemlich in grossem Masse geschädigt. Der in den vorigen Jahren vermessene Grundriss hätte nämlich ermöglicht — statt der Vermessung zu den Fixpunkten am Ufer — die noch genauere Kartenaufnahme für die Frundmauer der Festung. Das obige Verfahren wirft von fachlichem und auch etischem Standpunkt aus schwere Fragen auf. Darin sind alle einverstanden, dass es nötig ist, die seit Jahren unter ausserordentlich schwierigen Umständen vorgegangene Freilegung zu mechanisieren. Wie es aber niemandem einfiele, einen Friedhof reichen Fundstoffes nur darum auszupflügen, um den umgekehrten Fundstoff auf diese Art eventuell schneller und mit wenigeren Kosten zusammensammeln zu können, so würde es sich nun vielleicht jedoch lohnen, für die Freilegung einzigartig reichen Stoffes an Inschriften die Methode zu finden, die sowohl den fachlichen Anforderungen gegenüber den festländischen Freilegungen, als auch sonstigen ethischen Erwartungen entspricht." 12 Die dieser Zusammenfassung entgegenstehenden Fakten können im Folgenden zusammengefaßt werden. 1. Die Freilegungen wurden auch nach 1994 mit den nötigen Genehmigungen durchgeführt. 2. Es kam nie zu einer Diskussion über die Verfahrensweise der Unterwasserforschung. Dieses Verfahren wurde immer schon vor allem von den Tauchersicherheitsregeln bestimmt. Inerhalb dieser Regel bestand ich selbst, als Leiter der Freilegung darauf, daß die Freilegung möglichst den auf dem Festland gewohnten Anforderungen entsprechend durchgeführt wird. In dem mit 7-8 km/h fließenden Wasser konnte man mit dem Maßband und Meßgerät fast nur die Länge und die Breite der Festung messen. Bei den meisten von Géza Szabó durchgeführten Messungen war ich als Taucher selbst dabei, deshalb kenne ich direkt die Ursachen der Unstimmigkeiten. Der Großteil dieser Unstimmigkeiten hat zwar einen objektiven Grund, aber das ändert daran nichts, daß sie existieren. Deshalb ist für mich klar, daß diese Meßergebnisse nicht für wissentschaftliche Schlußforderungen herangezogen werden können. 3. Ausdem bisher gesagten folgt, daß die Grundrisse der „Festungen" nur höchtens als Arbeitshypotese oder ein Rekonstruktionsvorschlag betrachtet werden können. Dieses gilt besonders für die „linksufrige" Festung, deren Nachweis nur auf eine ausgebreitete Schuttlage gegründet ist. Demzufolge grenze ich mich im Namen der Arbeitsgemeinschaft von der veröffentlichten Konstruktionsbeschreibung des Objektes (der Objekte) ab. 13 4. Die dicke Schuttlage auf dem Festungsgelände kann allein die genaue Lage, Richtung, Breite usw. der Mauern nicht bestimmen. Um dies zu klären, begannen wir nach der Abstimmung mit den Konsultanten den Schutt abzubaggern. Dies geschah mit senkrechten Durchschneidungen auf die Richtung der vermuteten Mauern. Die Arbeit der Maschienen wurde von Tauchern kontrolliert. Unter der Schuttlage wurden keine Mauern gefunden, außer den schon früher bekannten und teilweise ausgesprengten Ostmauern. Das bedeutet freilich nicht, daß da keine Mauern bestanden haben, denn der Schutt weist wirklich auf ihre Existenz hin. Nur ihre genaue Lage, Richtung und Abmessung blieb weiterhin unsicher. 5. Bei der verwendeten „Technologie" wurden wirklich einige Steine beschädigt. Aber mit diesem Verfahren konnte man ein größeres Forschungsergebnis erreichen, als wenn sie im Sand vergraben geblieben wären. Aus dem ans Ufer gelieferten Schutt kamen neben anderen Funden gestempelte Ziegel, Schnitzereien und eine Menge Gedmünzen aus dem II-IV. Jahrhundert zum Vorschein. Demzufolge bin ich der Meinung, daß auch dieser Teil der Freilegung „den fachlichen Anforderungen" und „ethischen Erwartungen" entsprach. Da der Artikel — nach meinen Informationen — keinen Fachlektor hatte, hätte ich gern obige mit dem Redakteur des archäologischen Teiles des Jahrhuches besprochen. Ich häte es getan, wenn er mich — die subjektiven Bezüge des Artikels betreffend — zu diesen Vorgängen befragt hätte. Das war leider nicht der Fall. Nachdem meine Richtungstellungen nach der Veröffentlichung von dem Redakteur aufgeregt zurückgewiesen wurden, mußte ich diese Art der Stellungnahme wählen. 12 Szabó, 1996. 101-102. 13 Szabó, 1996. 79., 98. (XIII. Tafel) 218

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