Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 19. (Szekszárd, 1996)
István Zalai-Gaál: Neufunde der neolithischen anthropomorphen Idolplastik im südlichen Transdanubien
Die meisten der behandelten figuralen Darstellungen - 28 Exemplare - sind Lesefunde: sie wurden an Fundorten entdeckt, wo so Bestattungen, wie auch Siedlungsgruben der Lengyel-Kultur vorhanden sind. Diese Funde können deshalb nur aus typologischer Hinsicht wichtig sein. 1 2.2. Die charakteristischen Merkmale der Funde: Eine zusammenfassende numerische Analyse von neolithischen Idolen aus Ägypt, Crete und dem Nahen Osten wurde von P. J. Ucko durchgeführt. Er typologisierte nicht nur die einzelnen Merkmale (Körperhaltungen, Kopf- und Gesichtsformen, Handhaltungen), er hat auch die Problematik der Geschlechter und der Interprätation der Idole anhand der Quellenkritik und der ethnologischen Parallelen berücksichtigt (UCKO 1968). Nach Form und Charakter kann man die behandelten figürlichen Darstellungen verschiedenartig gruppieren. In unserer früheren Arbeit wurde versucht, die damals bekannten 10 menschengestaltigen Statuetten bzw. Bruchstücke von Mórágy-Tűzkődomb nach irgendeinem typologischen System zu ordnen (ZALAI-GAAL 1993): wie erwähnt, die Zahl der Funde war dafür äußerts niedrig. Das erste typologische System der südtransdanubischen spätneolithischen Idolplastiken stellte G. Bandi auf. Die Tonfiguren der Lengyel-Kultur ordnete er in fünf Gruppen ein, wie stehende Frauenidole, flache Statuetten mit dreieckigem Kopf, zu Gesichtsgefäßen gehörende Fragmente, thronende „Götterfiguren" und reliefartige Menschendarstellungen (BÁNDI 1979, 34). Die „morphologischen Merkmale" der MBK-Plastik hat V. Podborsky ausfürhlich behandelt: in seinem typologischen System beachtete er auch die Teilerscheinungen (wie z. B. Anwendung eines Kopfes, die Fragen der Gravidität, usw. (PODBORSKY 1985, 212). Die figurale Plastik teilte er in zwei Hauptgruppen ein, in die der selbtständigen bzw. der applizierten Darstellungen (PODBORSKY 1985, 209). Die menschengestaltigen Figuren bilden 7 Gruppen in diesem System, in dem die sitzenden Idole - unabhängig von der Armhaltung - einen selbstständigen Typ darstellen (PODBORSKY 1985, 210., Taf. 45-47, 85: 3, 4, 89, 108). Im weiteren werden die südtransdanubischen Tonfiguren nach der Körperhaltung und der Körperform, den einzelnen Körperteilen und den übrigen sichtbaren Merkmalen behandelt. 2.2.1. Die Körperhaltung der Tonstatuetten Nach der Körperhaltung kann man grundlegend sitzende (A) oder stehende (B) Tonstatuetten unterscheiden. Zu der Körperhaltungsgruppe der auf Schämel oder Thron sitzenden Figuren können mit voller Sicherheit 6 Exemplare (No. 001, 011, 019, 021, 030, 037) eingeordnet werden, zu der Gruppe der stehenden figuralen Plastiken gehören zehn Exemplare (005, 010, 013, 018, 028, 029, 033, 034, 036, 038). Darunter befinden sich fünf „säulenartig" gestaltete schematische Statuetten (No. 005,013,028,033,037). Bei 11 Idolbruchstücken kann man nicht mit Sicherheit entscheiden, ob es sich um sitzende oder stehende Statuetten handele (No. 002,003, 006,008,009, 014, 020,024, 025, 031,035) und in 9 Fällen sind nur die Köpfe (ohne oder mit Hals) erhalten (No. 004,007,016,017,022, 023, 026,027,032). Die Mehrzahl der Funde sind selbstständige Tonstatuetten, es sind aber auch solche, die Teile (Applikationen) von Gefäßen waren (wie. z. B. die Exemplare 009, 010,018) oder auf der Gefäßwand reliefartig gebildet wurden (No. 038). 2.2.2. Die Körperform der Statuetten Die Form der Körper (bzw Querschnitt des Rumpfes) kann zylindrisch (1), leicht gedrückt (2), brettartig (3), dreieckig (4) oder säulenartig (5) gestaltet sein. Oft sind die Formenelemente miteinandert kombiniert. Die Körperform der weiblichen Sitzfiguren 001 und 021 ist zylindrisch und leicht gedrückt. Zu den „Brettfiguren" könnten die Statuetten 006 und 020 einordnen. Das Idolbruchstück 014 aus Zengővárkony hat einen dreieckigen Querschnitt. 2.2.3. Die Körperteile Die verschiedenen Körperteile sind unterschiedlich, meistens schematisch dargestellt. a) Kopfformen: Während der der Lengyel-Kultur zeitlich und genetisch vorangehenden linienbandkeramischen Entwicklung „lassen die Köpfe einen ausgeprägten Typus erkennen, dessen Hauptmerkmal die Flächigkeit des Gesichtes