Gaál Attila (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 19. (Szekszárd, 1996)

Gaál Attila: Római vaseszközök és rézedények a Duna medréből

Attila Gaál RÖMISCHE EISENWERKZEUGE UND KUPFERNE GEFÄSSE AUS DEM BETT DER DONAU Etwa 80 km südlich von Budapest befindet sich eine Kleinstadt am Donau, namens Dunaföldvár. An der südlichen Stadtgrenze liegt ein Gebiet, Alsórév (deutsch, zka.: untere Überfahrt) genannt, welches seit einiger Jahrtausenden als Flußübergangstelle zwischen Pannonién und die barbarische Gebieten benützt worden war. (Bild 1.) Im 1991 haben Arbeiter der hier eingesetzten Kiesbaggerschiffes einem Privatsammler 36 Eisengegenstände und 4 kupferne Gefäße verkauft, von wem der Fund schließlich ins Museum zu Szekszárd gelangen war. Unter den eisernen Gegenständen sind 8 St. Äxte, 13 St. Hacken (für Boden-bzw. Holzbearbeitung egal verwendbar), 1 St. lange Sense und deren zwei Bruchstücke, 3 St. Sichel und ein Sichel-Bruchstück, 1 St. Schabhobel für Holzbear­beitung, 4 St. Pflugschar, 1 St. Pflugmesser 1 St. Pickhacke und 2 St. kleine Äxte zu finden. Eine Analyse des eisernen Materiales hat ergeben, daß die Pickhacke, das Pflugmesser, und die kleine Äxte (zum Eisbrechen verwendet), aus dem Mittelalter Stammen, und versehentlich, oder vielleicht absichtlich unter den anderen Gegenständen vermischt worden sind. Die Mehrzahl der Eisengegenstände kann aber zum römischen Zeitalter datiert werden. Obwohl die Formtraditionen der späten Eisenzeit und der frühen kaiserlichen Zeit in mehreren Fällen nach­weisbar sind, im ganzen kann unser Fund doch zur Ende der Kaiserzeit datiert werden. Unter den kupfernen Gefäßen befinden sich 2 St. kupferne Kochkessel, 1 St. bronzene Pfanne und 1 St. kupferne Kanne. Als Interessante, wird parallel noch ein kupferner Kochkessel erwähnt, welcher zwar nicht im Donaubett, aber an einer unbekannten Stelle im Komitat Tolna gefunden worden ist. Eine leicht verwischte Inschrift darauf (Bild 4.) liefert Angaben über den Besitzer, höchstwahrscheinlich ein römischer Soldat. Die zwei kleinere kupferne Kessel sind auch militärische Kochgefäße, wie meistens im 2.-3. Jahrhundert verwendet. Zu derselben Zeit ist die kupferne Kanne mit Schulter zu datieren, deren verzierter, gegossener Henkel und der Mundteil leider fehlen. Unter den kupfernen Gefäßen, die mit Schwannenkopf Verziertem Stiel versehene Pfanne scheint die älteste zu sein; doch kann das Weiter­leben in der späten Kaiserzeit weder hier ausgeschlossen werden. Aufgrund der erwähnten Erwägungen - die Möglichkeit der abgesonderten Ursprung der Psfanne vorbehalten - ist es vorstellbar, daß die römische Eisenwerkzeuge und römische kupferne Gefäße aus demselben Lagerbestand stammen. Die Gegenstände sind wahrscheinlich in der 2.-3. Jahrhundert per Schiff, oder in einem am Flußübergang verunglückten Landfahrzeug, in die Richtung der inneren Siedlungen Pannoniens befördert worden. 202

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