Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - Max Martin: Awarische und germanische Funde in Männergräbern von Linz-Zizlau und Környe. Ein Beitrag zur Chronologie der Awarenzeit

17. Nach ihrer abweichenden Tauschierung ist die Niederstotzinger Riemenzunge eine sekundäre Zutat. 18. Im Katalog (ebd. 20) wird von „Bronze-, Silber- und Glaseinlagen" gesprochen. 19. Vgl. etwa hierzu derartige Beschläge an frühen zwei- und dreiteiligen Gürtelgarnituren aus Bronze im fränkischen Gebiet: BŐHNER (1958) Taf. 37,3c.d; 38, la.b,3a.c.e. 20. Abb. 11. und 12 zusammengestellt nach BÖHME (1965). 21. Den Begriff „mittelawarisch" bzw. „mittlere Awarenzeit" hatte KOVRIG 1963 noch vermieden, wohl aber ihre 1. Gruppe als früh- und die 3. Gruppe als spätawarisch bezeichnet. - Neuerdings spricht BONA (1988 b) 440f. wieder nur noch von zwei grossen Perioden, der Früh- und Spätawa­renzeit, und rechnet dabei „die (wegen den mit Presstechnik hergestellten Gürtelverzierungen) früher zur frühawarischen Periode gezählte, später mittelawarenzeitlich genannte Umwandlung" nunmehr „der späten Periode" zu, als erste Phase (II 1) der späten Awarenzeit (ebd. 442). Wie DAIM (1988) halte ich es aufgrund der Belegungsabläufe in mehreren awarischen Nekropolen für berechtigt, in der Archäologie eine eigenständige mittelawarische Periode (Zeitstufe Ma I und II) mit spezifischem Fundgut auszugliedern. 22. Vgl. die Bearbeitung dieser Gürtelteile durch SOMOGYI (1987): Gruppen A und B. Die ebd. 130 und Abb. 2,15.16.19.20 einer Gruppe C (gepresste Maskenbeschläge) zugewiesenen Beschläge aus Környe Grab 151 sind m. E. kaum als direkte Nachbildungen der gegossenen Maskenbe­schläge anzusehen; die im Grab neunmal gefundene Form Abb. 2,15 ist im übrigen keine Rie­menzunge, sondern wie beim verwandten Gürtel des Grabes 130 (SALAMON u. ERDÉLYI 1971, Abb. 3,7) als Gürtelbeschlag anzusehen. 23. Von den in den Waffengräbern 71 und 130 (vgl. unsere Tabelle Abb. 9) und im waffenlosen Grab 151 nachgewiesenen Gürteln mit Pseudoschnallenbeschlägen ist der des Grabes 71, dessen Gür­telbesatz in gleicher Form in Grab 151 wiederkehrt, durch seine vertikale dreiteilige Beschlag­gruppe (SALAMON u. ERDÉLYI 1971, Abb. 3,15) mit unserer Formengruppe 3 verbunden. 24. Beim Gürtel aus Bocsa stehen insgesamt 14 Gürtelbeschlägen nur eine Haupt- und drei (kleine) Nebenriemenzungen gegenüber. 25. Damit wird der mit einem gewissen Recht erhobenen Forderung F. Daims Rechnung getragen, der darauf hinweist, dass „die byzantinischen Materialien, die in awarischen Gräbern bisweilen auftreten, eine eigene Dynamik besitzen, so dass diese ebenfalls (wie „Fürstengräber" und Schatzfunde, M. M.) getrennt zu untersuchen sind" (DAIM u. LIPPERT 1984, 84). 26. Die Schwertklinge des Grabes 109 ist laut SALAMON u. ERDÉLYI (1971) Abb. 32,4 zweifellos etwa 5 cm und nicht wie angegeben nur 4 cm breit. Breiter (etwa 5,4 cm laut ebd. Abb. 32,1) als ver­merkt (4,6 cm) war vermutlich auch die Klinge des in Grab 75 gefundenen Schwertes. - Die fünf einschneidigen Schwerter von Környe besitzen 3-3,8 cm (im Mittel 3,2 cm) breite Klingen. 27. Einer Datierung der Fürstengräber von Bocsa und Kunbábony bzw. ihrer Gürtel mit Pseudo­schnallen in die frühe Awarenzeit (560-620) und den dazu von P. STADLER in: BONA (1988 b) 467ff. angeführten Argumenten kann ich mich nicht anschliessen. LITERATURLISTE Cs. Bálint (1985), Über die Datierung der osteuropäischen Steppenfunde des frühen Mittelalters. Mitteil. Arch. Inst. Ungar. Akad. Wiss. 14, 137-147. - (1989), Die Archäologie der Steppe. L. Barkóczi (1986), A 6th Century Cemetery from Keszthely-Fenékpuszta. Acta Arch. Hungar. 20, 275-311. H. W. Böhme (1965), Der Awarenfriedhof von Alattyán, Kom. Szolnok. Südost-Forschungen 24, 11-65. K. Böhner (1958), Die fränkischen Altertümer des Trierer Landes. /. Bona (1965), Die Langobarden in Ungarn. Acta Arch. Hung. 7, 183-244. - (1961/62), Beiträge zu den ethnischen Verhältnissen des 6.-7. Jahrhunderts in Westungarn. Alba Regia 2/3, 49-68. - (1971), Ein Vierteljahrhundert Völkerwanderungszeitforschung in Ungarn. Acta Arch. Hun­gar. 23, 265-336. - (1979), A szegvár-sápoldali lovassír. Arch. Értesítő 106, 3-32. - (1980), Studien zum frühmittelalterlichen Reitergrab von Szegvár. Acta Arch. Hungar. 32,31-96. - (1982/83), A XIX. század nagy avar leletei. Szolnok Megyei Múzeumi Évkönyv, 81-160. 76

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