Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die awarischer Kultur - Zlata Čilinská: Die awarenzeitlichen Frauengräber mit Pfederbestattung in der Slowakei

Die awarenzeitlichen Frauengräber mit Pferdbestattung in der Slowakei ZLATA CILINSKÁ, NITRA Auf der Sitzung in Zwettl im J. 1982 führte É. Garam in ihrem Beitrag über Reitergräber aus der späten Awarenzeit an: „Im allgemeinen kommen Pferdegrä­ber nur in Kombination mit Männerbestattungen vor" (GARAM 1985, 124). Davon ausgehend, kann vorausgesetzt werden, daß sich im Gebiet Ungarns keine mit Pferden bestatteten Frauen befinden (GARAM 1987, 65-125), aus diesem Grunde möchte ich gerne auf solche Gräber von der nördlichen Peripherie des awarischen Kaganats, d. h. aus dem Gebiet der heutigen Südslowakei hinweisen. Der Fund von Frauenreitergräbem war ein überraschendes Ergebnis der interdisziplinären Zusammenarbeit mit der Anthropologie (JAKAB - VONDRÁ­KOVÁ1982,395-427), welches bei uns zur Diskussion (CILINSKÁ 1982,347) und zu wiederholten Analysen weiterer Fachleute führte. Die Ergebnisse dieser kann man also für definitiv und glaubwürdig halten. Somit werden die Frauenreitergrä­ber zur historischen Quelle für die allgemeine Lösung der sozialen Stellung der Frauen in der Zeit des awarischen Kaganats. Mein Beitrag wird vor allem informativen Charakter haben, mit der Zielset­zung, auf diese eigentümliche Äußerung des Bestattungsritus, aber auch auf die sozialen Unterschiede der Frauen dieser Bevölkerung hinzuweisen. Die bisher festgestellte Zahl von Frauenreitergräbem ist einstweilen niedrig, doch signalisiert sie, daß es sich um keine zufällige Erscheinung handelt. Aus der Südslowakei sind es zusammen 16 Gräber, in denen Frauen mit dem Pferd begraben waren. Dreizehn von ihnen wurden aufgrund des anthropologi­schen Materials bestimmt (Gräberfelder in Komárno, J. Váradi-Gasse, Komár­no-Hadovce, Komárno-SchifFswerft, Kosice-Sebastovce, Valaliky-Vsechsvä­tych) und drei Gräber (vom Gräberfeld in Holiare) aufgrund des archäologischen Inventars. Die beiden Gräberfelder in Kosice-Sebastovce und Valaliky-Vsechsvä­tych sind unveröffentlicht, daher können sie nicht in diesen Beitrag einbezogen werden; zur Disposition stehen 11 Frauenreitergräber. Am zahlreichsten sind sie in drei Gräberfeldern in Komárno zu finden (CI­LINSKÁ 1982, 346; TRUGLY 1987, 294). Auf dem Gräberfeld in der J. Várady­Gasse wurden 28 Gräber untersucht, davon 21 Reitergräber, von denen zwei Frauen angehörten (Grab 7, 28). In Komárno-Hadovce wurden 25 Gräber abge­deckt, 11 Reitergräber, drei gehörten Frauen an (Gräber 12,14,19). Auf dem teil­weise abgedeckten Gräberfeld in Komárno-SchifTswerft (90 Gräber), waren 28 Reiter­gräber, davon drei von Frauen (Gräber 74,80 und 81). In Holiare (TOCÍK1986) 788 abgedeckte Gräber, 25 Reitergräber, davon drei von Frauen (Gräber 98, 647, 710). Die angeführten Fundorte liegen nördlich der Donau (Südwestslowakei), aber die unveröffentlichten Gräberfelder in Kosice-Sebastovce und Valaliky­135

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