Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die awarischer Kultur - Gyula Rosner: Keramikherstellung und Handel im Karpaten-Becken in der frühen Awarenzeit

Reaktors arbeiteten nur mit Nummern bestimmten Proben. Das Endergebnis der Untersuchung war für die weitere Arbeit sehr ausschlaggebend. Es wurde ganz genau bestimmt - ohne Irrtum - welche Gefásse das Produkt welcher Werkstatt waren. 14 Dieses Ergebnis birgt tatsächlich riesige Möglichkeiten in sich für die For­schung der Awaren-Keramik. Wenn wir auf Grundlage der Kennzeichen des Materials einer der Werkstätten die auf dem Gräberfeld gefundenen Gefásse zuordnen können, dann ist die Zusammengehörigkeit der zwei archäologischen Objekte ganz eindeutig. Wenn jedes Stück der untersuchten Keramik aus dem Gräberfeld ein Stück dieser Werkstätten ist, dann können wir beruhigt feststellen, dass die Toten des Gräberfeldes Bewohner zu Lebzeiten dieses Dorfes waren. 15 Danach haben wir weitere Serien untersuchen lassen. Als Proben dienten ausschliesslich Gefásse, die aus den Gräbern des Gräberfeldes gewonnen wurden. Von 50 Keramiken war der grössere Teil Produkt der ersten Werkstatt, der kleinere Teil wurde in der zweiten Werkstatt angefertigt, doch 2 Stücke konnten keiner von beiden zugeordnet werden. Wir mussten das Vorhandensein einer dritten Werkstatt voraussetzen. Die durch die Neutronenaktivisierungsun­tersuchung bereits früher angedeutete dritte Werkstatt wurde auch im Laufe der weiteren Erschliessungen - wesentlich später - 1985 gefunden. In einem neuen Programm untersuchten wir die Materialien der Umgebung Szekszárd, bzw. des Bezirkes Tolna. Das Ergebnis war erneut dasselbe. Zu drei gut unterscheidbaren Werkstätten konnten wir die von den Friedhöfen bekannten Keramiken zuordnen. Dies bedeutete gleichzeitig, dass die Meister dieser Werk­stätten die Awarensiedlungen in weiterer Entfernung mit Gefässen dieser guten Qualität versorgten. Die Forschung haben wir danach auf die Umgebung Dunaújváros und Sze­ged ausgedehnt, auf die Untersuchung der Materialien der dortigen Gräberfelder. Die Ergebnisse sprachen für sich. Das Keramik-Material der Gräberfelder und Siedlungen der Umgebung Dunaújváros unterschied sich ganz scharf von dem Material der Werkstätten der Umgebung Szekszárd. In diesem vorausge­setzten Zentrum stellten wir das Bestehen von zwei Werkstätten fest. Was auch für mich ein überraschendes Ergebnis war, dass die Materialien der Gräberfelder der Umgebung Szeged ausschliesslich Produkte der Werkstätten Dunaújváros waren. 16 Als Abschluss der ersten Phase unserer Forschungen können wir unsere Ergebnisse folgendermassen zusammenfassen: 1. Das frühe Awaren-Keramik-Zentrum der Umgebung Szekszárd hat in drei Werkstätten gearbeitet. 2. Diese drei Werkstätten haben die Awarensiedlungen Süd-Transdanubiens mit ihren Produkten versorgt. 3. Zu dem Töpferei-Zentrum der Umgebung Dunaújváros gehörten insgesamt sieben Werkstätten. 4. Die von diesen sieben Werkstätten hergestellte Keramik gelang auf Handels­wegen zu den Gebieten Nord-Transdanubien, zwischen Donau und Theiss und über die Theiss hinaus. Leider ist es Fakt, dass in der Umgebung Dunaújváros bis jetzt noch keine einzige Töpferei erschlossen wurde. Aber die Untersuchungen der Keramikmaterialien aus den Gräberfeldern und Siedlungen lassen eindeutig fest­127

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