Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)

Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - István Bóna: Beiträge zum asiatischen Ursprung der awarenzeitlichen partiellen Pferdebestattungen

tongegend bis Siebenbürgen schon 30 Fundorte an, die Zahl der partiellen Pferde­bestattungen konnte er nicht einmal mehr angeben, da ja inzwischen ein ganzes frühawarisches Gräberfeld mit partiellen Pferdebestattungen erschlossen wurde (Szegvár-Oromdülő) 14 und auch ziemlich viele, früher unveröffentlichte Daten wurden zugänglich gemacht (z.B. Nyíregyháza, Tiszavasvári, 15 Rákóczifalva 16 usw.) Die besondere Bedeutung des Grabes von Biharkeresztes besteht darin, daß der allgemeine awarenzeitliche Typ II - das Pferd an der rechten Seite seines Her­ren, mit ihm in gleicher Richtung liegend - bei den Frühawaren des Karpatenbek­kens bisher noch nicht vorgekommen ist, obwohl innerasiatische Parallelen und Vorläufer bereits in großer Zahl bekannt waren. Mesterházy stellt ausgezeichnet die innerasiatischen Vorläufer bzw. Pen­dants der Funde beider Gräber zusammen, geht dann im Zusammenhang mit der dreifachen partiellen Bestattung im Grab von Ártánd auf die Erweiterung der asia­tischen Parallelen der doppelten-dreifachen Pferdebestattungen über. Zu ihrer Erweiterung, da uns solche schon früher bekannt waren. 17 Zur partiellen Pferdebe­stattung selbst konnte aber auch er keine annehmbaren asiatischen Parallelen auf­bringen, höchstens viel ältere und noch dazu unsichere (gestörte-ausgeraubte) Vorläufer. Demnach blieb auch er in bezug auf den Ursprung des Ritus bei Europa. 18 P. Somogyi schaltete sich durch die zusammenfassende Untersuchung der gegossenen „Maskenbeschläge", der Gruppe von „Bug-Dnepr-Sivas" oder mit seitdem entstandenen neueren Namen „Sivasovka-Kultur" 19 (Abb. 3) in die Frage ein. Aus Borodaevka und Bereznovka vom linken - östlichen! - Ufer der Wolga reproduzierte er auch zwei gute Beispiele, die Grabpläne einer Bestattung mit aus­gestopfter und einer anderen mit eingerollter Pferdehaut. 20 Die betreffende osteuropäische Fundgruppe datiert er auf das 6. Jh., läßt aber auch die Möglichkeit des Weiterlebens im frühen 7. Jh. zu. Ihre Population bestimmte er als präawarisch-osteuropäische Nomaden, die sich aus zwei eigenen Völkerschaften zusammengesetzt hatten, für das eine Volk wäre die partielle Pfer­debestattung, für das andere die Bestattung des ganzes Pferdes charakteristisch. Da auch seiner Konzeption nach die partielle Pferdebestattung fremd von den asiatischen Awaren ist, schließt er sich der Meinung von I. Erdélyi 21 an, der sich zur ursprünglichen europäischen Herkunft des Ritus bekennt und behauptet, daß im Awarenreich die partielle Pferdebestattung eine dem Awarentum in Europa angeschlossene Komponente zeigt. Vor allem die Kutriguren. Somogyi unter­stützt die Vorstellung mit dem allgemein bekannten Grab von Szentes-Lapistó und mit einigen weiteren Gräbern aus Ungarn. Die Kutriguren sind laut ihn mit den Awaren gemeinsam eingezogen, woraus sich eine ganz frühe Datierung der mit ihnen in Verbindung bringbaren Funde ergeben würde. 22 Was das Grab von Szentes-Lapistó anbelangt, hat Somogyi wahrscheinlich recht, gleichzeitig beginnt sich aber hier schon nicht nur eine Fundgruppe, son­dern eine totale ethnische Interpretation eines Ritus zu entfalten. Kurz darauf, daß P. Tomka gegen die übertriebenen ethnischen Auslegungen sein Wort erhoben hat - laut ihn kommen nämlich sämtliche Elemente der awarenzeitlichen Riten im Osten vor -, ist bei uns nur das sicher, daß diese Riten zu uns bestimmt aus dem Osten gelangt sind. 23 Dies erwies sich als eine Prophezeiung, die sich bald erfüllte. Im vorigen Jahr hat E. I. Deravjanko seinen Band: Baraba in der Türkenzeit herausgebracht, der den Bericht über die in der nordöstlich von Kasachstan, nörd­115

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