Vadas Ferenc (szerk.): A Wosinszky Mór Múzeum Évkönyve 15. (Szekszárd, 1990)
Die Awaren und ihre Beziehungen zu anderen Völkern - István Bóna: Beiträge zum asiatischen Ursprung der awarenzeitlichen partiellen Pferdebestattungen
Beiträge zum asiatischen Ursprung der awarenzeitlichen partiellen Pferdebestattungen ISTVÁN BONA, BUDAPEST Die Forscher der Awarenzeit wissen ganz gut, daß die zuerst erkannten Denkmäler der asiatischen Awaren von F. Pulszky 1873 auf rein logischem Wege, theoretisch bestimmt wurden. In der Erkennung fiel dem in den Gräbern von Kunágota und Szentendre mit den Männern gemeinsam bestatteten Pferd und dem unter den Pferdeknochen zum Vorschein gekommenen eisernen Steigbügel eine entscheidende Rolle zu. 1 Die historische Periode der Bestattungen und das Volk selbst beleuchteten die Goldmünzen der byzantinischen Kaiser Justinianus L, Justinus IL und Phokas. Daß die Steigbügel und Trensen der bis zur Wende des Jahrhunderts stets zunehmenden awarischen Pferdegräber tatsächlich asiatischen Ursprunges sind, dafür wurden zuerst 1905 von B. Posta Beweise geliefert, 2 der sich aus dem damaligen Rußland auch nach Sibirien begab, jedoch die Klärung der unmittelbaren mittel- und innerasiatischen Herkunft der verschiedenen frühawarischen Steigbügeltypen (aus Südsibirien und aus der Mongolei) hielt ganz bis 1955-1965 an. 3 Die Forschung der Fundzusammenhänge (Bögen, Pfeile, Schwerter, Säbel, Helme, Lamellenpanzer, Pferdegeschirr, Knochenschnallen und Knochenaufhänger usw.) wurde schon früher begonnen, sie hält auch heute noch an und fuhrt zu immer besseren Ergebnissen. Die vergleichende Untersuchung der vom Gesichtspunkt der Herkunft des Awarentums viel entscheidenderen Bestattungsriten wurde aber erst vor einem Jahrzehnt in Gang gesetzt. Es ist kein Zufall, daß von den Ritenelementen von Anfang an, die „meist awarische" Erscheinung: die Pferdebestattung in den Vordergrund getreten ist. Vor allem mußte hierzuhause eine Ordnung geschaffen werden. Diese Aufgabe übernahm 1962 A. Kiss in seiner im Ausland weniger bekannten (im Jahrbuch eines Provinzialmuseums in ungarischer Sprache erschienenen), jedoch in Ungarn allgemein benutzten Abhandlung. In dieser Arbeit ordnete, „klassifizierte" A. Kiss mit Tüchtigkeit und Präzision die in der Awarenzeit vorkommenden Pferdebestattungsweisen. Ihre Typen I-IV zeigen in der einzigen breiten Grabgrube die vierfache mögliche Position der nebeneinander bestatteten Menschen und Pferde, Typ V enthält die hier nicht erörterten Stollengräber, Typ VII die selbständigen Pferdegräber, während Typ VIII als Rarität ein auf das menschliche Bein quergelegtes Pferdeskelett beinhaltet. Die Haupttypen gruppierte A. Kiss in/ni'/z-und spätawarenzeitlicheVarimten und beleuchtete sie damals mit 59+148=207 Beispielen. Von östlichen Zusammenhängen fiel darüber noch kein Wort. 4 Zur Klärung der östlichen Vorgänge entschloß ich mich selbst zu der Publikation des Grabes von Szegvár mit doppelter Pferdebestattung. Ich verglich 8 113