Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 14. (Szekszárd, 1988)

Auch die Gefássbestattungen, Teilbestattungen kommen seit Beginn des SO-europäischen Neolithikums vor. Viele Funde deuten auf die Schädelbestat­tungen, auch in der westlichen Linienbandkeramik und der Lengyel-Kultur bekannt, hin, Gefássbestattungen von Säuglingen aus Mitteleuropa kamen aber nur in Mórágy-Tűzkődomb zum Vorschein. Die Tatsache, dass diese wahrscheinlich auf die Fruchtbarkeitsriten hinwei­senden Funde von Beginn des frühesten Neolithikums bis Ende des Spätneolithi­kums vorkamen, ist damit zu erklären, dass sich die Lebensweise im Laufe des Neolithikums nicht wesentlich änderte. Der Pflanzenbau hatte durchgehend eine grundlegende Rolle in der Versorgung der Bevölkerung, auch dann, wenn sich die Proportion der Nahrung pflanzlichen und tierischen Ursprungs abhängig von Gebiet und Zeitperiode änderte. Die ersten sicheren, aber selten vorgekommenen Angaben zur Beilegung von Keramik (Speise und Getränke) ins Grab sind aus dem SO-europäischen Neolithikum bekannt. In der westlichen Linienbandkeramik ist die Sitte der Deponierung von Keramik-, Geräte- und Schmuck/Trachtbeigaben eine Erschei­nung, die schon von Anfang an zu registrieren ist. Aus der Analyse der Grabsitten kann darauf gefolgert werden, dass die Population der westlichen Linienbandkera­mik auch schon gleich am Anfang viel organisierter lebte, als die Bevölkerung der Starcevo- und der Körös-Kulturen. Dasselbe wird auch durch die Siedlungsdaten (wie z. B. Langhäuser, Kreisgrabenanlagen) der westlichen Linienbandkeramik nachgewiesen. Für unsere neolithischen sozialarchäologischen Analysen diente als Modell die Gräbergruppe-Bi von Mórágy-Tűzkődomb. Die, von hier stammenden Feststellungen wurden in vielen Fällen auch durch die, mit den naturwissenschaft­lichen Methoden gewonnenen Ergebnissen unterstützt und für wahrscheinlich gemacht. Die biochemischen Angaben der Blutgruppenuntersuchungen können in den weiteren Analysen als Tatsachen behandelt werden: die Resultate von Herrn Prof. Imre Lengyel widerspiegeln ein zur Realität nahe stehendes Bild, falls die Probabilität der Geschlechtsbestimmungen der Skelette von Mórágy­Tűzkődomb 90%>P>70% beträgt. (LENGYEL 1986). Den Laboruntersuchungen nach beträgt der Anteil der männlichen Individuen 39,20% (26), der weiblichen 62,80% (42) alle Lebensalter-Kategorien berücksichtigt (in dem, bis 1985 freigeleg­ten Teil der Gräbergruppe); auch die anthropologische Analyse ergab naheste­hende Ergebnisse in Beziehung der Erwachsenen. Auffallend ist jedenfalls die niedrige Anzahl der Männer, das fast volles Fehlen der „charakteristischen" Männerbeigaben. Diese Erscheinung kann mit der Lebensweise der Gemein­schaft von Mórágy-Tűzkődomb, bzw. mit ihrer wirtschaftlichen Lage in Bezie­hung stehen. Die Analyse der ABO Blutgruppen (LENGYEL 1986) wies auf Endogamie von hohem Grad hin, es ist aber noch nicht klar, ob der hohe Anteil des O-Gens ausschliesslich eine Folgerung der Endogamie ist, oder aus einem, zusammen mit der Endogamie erschienenen Selektionsmechanismus herrührt. (LENGYEL 1986). Die Ergebnisse zeigten auch, dass sich die Zusammensetzung der Nahrung am Ende der Frühphase der Lengyel-Kultur änderte, ein Übertrag erfolgte von einer eiweissreichen Kost zu einer mit Kohlenhydrat, was in der Modifikation des serogenetischen Profils eine entscheidende Rolle spielen konnte. Aus 101

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