Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Dieter Kaufmann: Der Spätlengyel-Horizont im älteren Mittelneolithikum des Elbe-Saale-Gebietes

tungsgebietes, ein anderer Kulturbereich mit eigenem Rhythmus in der Entwick­lung der einzelnen Elemente besteht." Da in den Gruben von Gröna, Kmehlen und Dresden-Nickern typisch ver­zierte Jordansmühler Tonware (wie aus Gruben auf dem namengebenden Fund­platz, H. SEGER 1906,116 ff., Taf. 10-11, belegt), aber auch getupfte bzw. glatte Randleisten (vgl. H. SEGER 1906, Taf. 10,11-12) und geschlickte Scherben feh­len, gehen wir sicherlich nicht fehl in der Annahme, wenn wir die Funde vom Ty­pus Gröna zeitlich noch vor die Funde der Jordansmühler Kultur von Wulfen, die J. LÜNING (1976, 144) in die Stufen Jordansmühl I/II datiert, stellen. Wesentliche Unterschiede zwischen diesen und denen vom Typus Gröna schließen zudem eine Entwicklung der Jordansmühler Funde von Wulfen aus de­nen vom Typus Gröna aus. Noch weniger haltbar ist die Auffassung von J. LI­CHARDUS (1976,145), wonach die Jordansmühler Funde von Wulfen genetisch mit der Gaterslebener Gruppe zu verbinden sind. Man wird wohl davon ausgehen können, daß kleinere Bevölkerungsgruppen in jener Zeit aus Böhmen in das Elbe­Saale-Gebiet vordrangen. Insgesamt könnte sich für die Funde vom Typus Gröna folgender Zeithorizont ergeben: Lengyel V - älteres Jordansmühl - Typus Gröna - Radöice - Münchshöfen. Obwohl für den frühen Abschnitt der Lengyelstufe V bisher nur drei Sied­lungsgruben mit Material vom Typus Gröna im Elbe-Saale-Gebiet belegt sind, er­möglichen diese wenigen Befunde mehr Aussagen zur Wirtschaftsweise der Spät­lengyel-Siedler, als wir gegenwärtig für die Gaterslebener Gruppe zusammenfas­sen können. Die Grube aus Gröna erbrachte eine Reibeplatte aus Porphyr, Rötel, Knochen- und Geweihgeräte, Feuersteingeräte, darunter Nuklei, Messer, Bohrer bzw. spitze Klingenkratzer, einen Querschneider und Einsatzstücke für Ernte­messer mit Gebrauchsglanz und sägezahnartiger Schneidekante, aber auch Tier­knochen von Rind, Schwein, Schaf und Ziege, Schildkröte, von Fischen und Reste von Flußmuscheln (D. KAUFMANN, W. NITZSCHKE 1976, Abb. 4-5). Die Grube von Kmehlen enthielt weit über 800 Getreidekörner, die als Emmer be­stimmt wurden (W. BAUMANN, J. SCHULTZE-MOTEL 1968, 11 ff). Mögli­cherweise ist auch ein Einkorn-Abdruck in der Wandung der Amphore von Gröna hier anzuschließen (D. KAUFMANN, W. NITZSCHKE 1976,12). Darüber hin­aus war es möglich, anhand des Materials aus der Grube von Kmehlen ein C 14-Da­tum zu ermitteln, das mit 3410±160 v. u. Z. (W. BAUMANN, J. SCHULTZE­MOTEL 1968,11) etwa auch der hier vorgeschlagenen archäologischen Datierung in den frühen Abschnitt der Lengyel-Stufe V entspricht. Bemerkenswert ist, daß dieses Datum, dessen Bedeutung man selbstverständlich nicht überbewerten darf, mit einer Ausnahme jünger ist als die neun für die Siedlung der entwickelten Bischheimer Gruppe von Schernau ermittelten C 14-Daten, die zwischen 3800 und 3450 v. u. Z. liegen (J. LÜNING 1981, 197-199). Unmittelbar auf diesen frühen Horizont der Lengyel-Stufe V folgend, ist das ebenfalls nur von wenigen Fundorten im Elbe-Saale-Gebiet belegte Fundmaterial der Jordansmühler Kultur anzuschließen. H. BEHRENS (1973, 71-73 und 290) nennt aus dem Elbe-Saale-Gebiet insgesammt neun Fundorte. Davon sind aller­dings nur die Funde der Jordansmühler Kultur aus dem Gebiet um Dresden (Dresden-Briesnitz, Dresden-Nickern und Heidenau) und die von Wulfen, Kr. Köthen, gesichert. 11 Von diesen vier Fundorten der Jordansmühler Gruppe im Elbe-Saale-Gebiet 282

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