Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Pavel Koštuřik: II. Stufe der Kultur mit mährischer bemalter Keramik

IL Stufe der Kultur mit mährischer bemalter Keramik PAVEL KOSTURIK, BRNO Im Jahre 1988 vergeht ein Jahrhundert seit der Entdeckung der vorgeschrit­tensten neolithischen Kultur in Mähren, der Kultur mit mährischer bemalter Ke­ramik, die ihre Bennenung nach der charakteristischen Verzierung der Keramik gewann. Es wird gleichzeitig einen Rückblick in die Vergangenheit und Auswer­tung der Arbeit einiger Generationen von Archäologen bedeuten, die sich mit die­ser Kultur befaßten. In erster Linie wird es nötig sein, die Entdecker - und Vor­kämpfertätigkeit des Notars J. Palliardi zu bewerten, der diese Kultur entdeckte, näher charakterisierte und sie richtig in die mitteleuropäischen Zusammenhänge einreihte (Pallaiardi 1898,73,146). Seine Präzision und Talent ermöglichte in ver­hältnismäßig kurzer Zeit, die Kultur zu umschreiben und schaffte eine Periodisa­tion, die in groben Umrissen bis heute gilt und von der weitere Forscher ausgehen bei der Einteilung der Quellen materieller Kultur des Lengyel-Komplexes, dessen unteilbarer Bestandteil auch die Kultur mit mährischer bemalter Keramik ist (wei­terhin nur MBK). Die eigentliche Vielfalt der Quellen materieller Kultur und Erkenntnis der einzelnen keramischen Formen dieser Kultur wurde dank der archäologischen Arbeit des nächsten Mitarbeiters Palliardis, F. Vildomec gewonnen, der in der Umgebung Znojmo und benachbartem Moravské Budëjovice einige wichtige Lo­kalitäten aufdeckte und auf Grund seiner Funde wurde die formelle Mannigfaltig­keit der Keramik dieser Kultur bekannt und ihre innere Periodisation (Vildomec 1928-1929) erarbeitet. Die archäologischen Erkentnisse J. Palliardis und F. Vildo­mec ermöglichten dann weiteren mährischen Archäologen, das gewonnene ar­chäologische Material in ganz Mähren richtig zu unterscheiden und näher zu bestimmen, wo diese Kultur vertreten ist. Bei dieser Gelegenheit ist es möglich zu erwähnen, daß die Entwicklung der Kultur mit MBK in ganz Mähren nicht ein­heitlich verlaufen ist, sondern abweichend in einigen Regionen war (zum Beispiel hat das Gebiet Ostmähren gewisse abweichende Merkmale). Der Grund dieser Abweichungen ist nicht nur im Rahmen der Kultur selbst zu suchen, sondern hier wirkten sicher auch Einflüsse aus der Nachbarschaft mit; beispielweise in Nord­mähren aus dem benachbarten Schlesien. Ähnlich wie in anderen archäologischen Kulturen verfolgen wir auch in die­ser Kultur eine verhältnismäßig komplizierte Entwicklung, die durch verschiede­ne Faktoren bedingt ist und im Rahmen des Gebietes von Mähren nicht einheit­lich verlief. Eine ähnliche Situation ist auch in anderen Gebieten, wo Kulturen des Lengyel-Komplexes verbreitet sind, zu bemerken. Diese Gründe bewirken, daß manchmal gewisse Erscheinungen im Rahmen des Lengyel-Komplexes große Probleme bereiten, vor allem ist manchmal problematisch die Frage der Synchro­233

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