Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Harald Hauptmann: Probleme des Chalkolithikums in Griechenland

die in der keramischen Produktion schwarzpolierte Gefaße mit sich führten, war daher nicht auszuschließen (HAMMOND 1976, 102). Wer denkt dabei nicht an das Nebeneinander verschiedener Volksgruppen seßhafter Bauern und mobiler Hirtennomaden wie die Sarakatsanen in der Pindos, deren Wanderungswege Ben­jamin von Tudela im 12. Jahrhundert beschreibt (KAVADIAS 1965). Das Problem der chronologischen Stellung von Larisa konnte aber endlich durch Nachgrabungen vorläufig entschieden werden, die K. Gallis in Makryochori 2 und Plateia Magula Zarkou bei Larisa unternommen hat (GALLIS 1985,20). Al­le der alten „Larisa-Stufe" zugeschriebenen besonders feintonigen schwarzpolier­ten und bemalten Gattungen (HAUPTMANN 1981, 75 ff.) fanden sich in Bau­schichten, die durch die bekannten Keramikarten in die Tsangli-Stufe datiert wer­den. Es handelt sich hier um die metallisch wirkende, besonders qualitätvolle schwarzpolierte Ware. Die Gefaße sind durch dünne Weißmalerei (rial), plastisch aufgesetzten oder eingerillten Dekor (rla3) und seltener durch Politurstreifen (rla2) oder Einritzung (r2) verziert. Hinzu kommt eine helltonige Ware mit ein­oder zweifarbig aufgemalten Dekor (HAUPTMANN 1981, 91 ff.), die auch aus Servia 6/7 bekannt ist (RIDLEY und WARDLE 1979,213 ff., Abb. 13,64). Die tek­tonische Anlage der Muster erinnert deutlich an das in der Tsangli-Stufe übliche Dekorationsprinzip. Die leuchtend korallenrote Malfarbe einer Gattung kommt in der Konsistenz der in der spätsesklozeitlichen Gefaßmalerei üblichen Malerei nahe, die mit neolithischem „Urfirnis" verknüpft wurde (HAUPTMANN 1981,94 ff, Anm. 95). Auch zeigt die Brandnekropole von Plateia Magula Zarkou, daß ne­ben den für die frühe Dimini-Zeit charakteristischen hellgrauen Gefäßen auch Beispiele vorkommen, die auf Grund der Umrißkcntur, Verzierung und Technik früher vorbehaltlos der Larisa-Stufe zugewiesen worden wären (GALLIS 1982,64 ff, Abb. 10, 15; 13, 46, 65, 49, 29). Auf Grund der aus diesem Ort vorliegenden Grabkomplexe können auch die früher einer Larisa-Stufe zugeordneten Urnen­gräber aus der Soufli-Magula in die frühe Dimini-Zeit datiert werden (HAUPT­MANN 1981,84, Taf. 90; XXI, 4-6; XXII, 1-6). Wieweit die durch ihre keramische Vielfalt angewachsene Tsangli- (Larisa) -Stufe eine Untergliederung erfahren wird, bleibt der weiteren Forschung überlassen. Ob die vielfach beschriebene fei­ne grau auf grau bemalte Keramik riß (HAUPTMANN 1969,44 ff), von der schon zwei Beispiele im spätsesklozeitlichen Haus T von Tsangli vorkommen (WACE und THOMPSON 1912, 102 ff, Abb. 57 d), ein Übergangsstadium zwischen der mittelneolithischen Sesklo III- und der spätneolithischen Dimini I-Zeit andeutet, müssen zukünftige Ausgrabungen zeigen. Mit dieser Neudefinition der Tsangli­Larisa-Stufe gewinnt der von Schachermeyr für das Aufkommen des ersten schwarzpolierten Horizontes so bildhaft geprägte Ausdruck „anatolischer Metall­schock" scheinber eine neue Bedeutung (SCHACHERMEYR 1955, 129). Denn danach würden auch die berühmten Edelmetallvasen aus Euböa, in denen viel­fach die toreutischen Vorbilder bestimmter Larisagefäße gesehen wurden, zeitlich an den Beginn der Dimini-Zeit zu setzen sein (HAUPTMANN 1981,21., 86). Auf die Verbindung der im Benaki-Museum in Athen aufbewahrten Metallgefäße zur schwarzpolierten Larisa-Keramik, zu der sich in Umrißform und Verzierung di­rekte Entsprechungen ergeben, hatte zuerst Milojcic hingewiesen (MILOJCIC 1950/51, 26., 30 f.). Diese Gegenüberstellung schien auch durch die beiden aus dem gleichen Fund stammenden Silberschalen, die in das Metropolitan-Museum in New York gelangt sind, zu bestätigen, da auch der eingeritzte, im Gegensinn 22

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