Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Juraj Pavúk: Siedlungswesen der Lengyel-kultur in der Slowakei

lang, nur ausnahmsweise 30-36 m, und 5-6 m breit, nur ausnahmsweise 8 m. Die Querwände bestehen aus sieben Pfostenlöchern, aber in Einzelfällen weisen sie auch neun Pfostenlöcher auf und belegt ist auch ein Haus mit fünf Pfostenlöchern in der Querwand. Ungefähr inmitten der Hauslänge ist eine volle Querwand mit fast sich berührenden Pfostenlöchern ohne Möglichkeiten einer Kommunikation zwischen beiden Haushälften. Dabei war der südöstliche Hausteil ganz offen, denn in ihm fehlen Pfostenlöcher, die eine der nördlichen Hausfront ähnliche Wand belegen würden. Die Längswände waren oft mit außergewöhnlich tiefen Pfostenlöchern mit Spuren massiver Pfosten beendet und diese Pfosten, zusam­men mit dem Pfosten in einem ähnlichen Loch inmitten des Südteiles, könnte die wesentliche Tragkonstruktion des Stockwerkes in diesem Gebäudeteil gebildet haben. Ein ähnlicher Bau ist schon der Stufe Lengyel I in Bucany, nicht ganze 2 km südlicher von Zlkovce, bekannt (BUJNA - ROMSAUER 1984.). Zu diesem Bau­typ gehören offenbar auch drei Hausgrundrisse in Superposition aus Zengővár­kony (DOMBAY 1960, 57, Abb. 17.). Die offene Südwand des Hauses und auch die Möglichkeit des Aufbaues ei­nes Stockwerkes und die Absonderung vom geschlossenen Nordteil zeugen von der möglichen wirtschaftlichen Ausnützung dieses Raumes. Außer Stallungen für Haustiere konnte er auch als Lager für Getreide und andere Vorräte dienen, be­sonders wenn in der ganzen Siedlung nur zwei Gruben vorhanden sind, die man als Vorratsgruben auffassen könnte. Der Großteil der festgestellten Hausgrund­risse war zwei- bis fünffacher Superposition, dies gibt uns ebenfalls eine gewisse Vorstellung über die Dauer der Ansiedlung und über das System ihres all­mählichen und planmäßigen Ausbaues. Zu den Grundrissen aus Lengyel III kam auch eine ungewöhnlich gut erhal­tene Hausdestruktion nach einem Brand in Budmerice hinzu (PAVŰK1981.). In dem Haus von leicht trapezförmigen Grundriß (L. min. 17 m, Br. 5,6 und 6,8 m) waren drei offene Feuerstellen (keine Kuppelöfen). Trotz der nicht sehr erkennbar erhaltenen Querwände kann man ein dreiteiliges Haus voraussetzen. Im Hause er­hielt sich das ursprüngliche Inventar (ungefähr 60 Gefäße und verschiedenes Kleininventar), das von verbranntem Lehm des Deckenverputzes überschichtet war. Dieser Haustyp wich gewissermaßen von der Entwicklungslinie der zweiräu­migen Häuser mit rechtwinkligem Grundriß ab, die aus Lengyel I-II und IV be­kannt sind. Aus Lengyel IV sind nähmlich wiederum rechteckige zweiteilige Häu­ser mit geschlossenen Frontseiten ohne mittlere Pfosten aus der Siedlung in Branc (VLADÁR - LICHARDUS 1968) gut bekannt. Die Siedlung in Zlkovce gewährte ein gutes Bild über das Ausmaß, Be­bauungssystem, die Häuserdichte und ihre Dauer. Von neuem ist eine Konfronta­tion mit der vorangehenden Besiedlung der Epoche der Linear- und Zeliezovce­Keramik erforderlich. Wir registrieren grundsätzliche Unterschiede. Betrachten wir die Kultur mit Linear-Keramik und die Lengyel-Kultur und die Zêliezovce­Gruppe als eine Kultur-Zivilisationseinheit und die Lengyel-Kultur als ihr qualita­tives Gegenstück, so unterscheiden sich beide in erster Linie durch ihre Dauer und den Besiedlungsrhythmus. Es existieren offenbar viele Fundstellen, resp. Mikro­regionen, die vielleicht mit gewissen Hiaten von der alten Linearkeramik bis zu der späten Zeliezovce-Gruppe resp. auch bis in das Protolengyel besiedelt waren (Bíöa-Berek, Blatné, Hurbanovo, Velky Grob, Bicske in Ungarn). Neben ihnen 217

Next

/
Thumbnails
Contents