Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)

Christine Neugebauer-Maresch: Zur relativen Chronologie der Lengyel-Kultur in Niederösterreich

lungsspuren. Hinter dem Rücken der Bestattung lag eine 18 gliedrige Kette aus zy­lindrischen Marmorperlen. Typologisch ist in diesen Gefäßen die direkte Fortsetzung jener von Falken­stein-Schanzboden zu sehen. Besonders der hohe, schlanke Becher - vergleichbar mit dem hohen Becher von Hluboké Masuvky (KOSTURÍK1972, Taf. 7/12) - der niedrige scharf profilierte Becher und der große Topf reihen das Grab in die Phase IIa der MOG. Die Bemalungstechnik mit der roten Grundierung und der darüber aufgetragenen, aber leider durch die Bodenfeuchtigkeit weitgehend aufgelöste weissen Farbe spricht ebenfalls für diese Zeitstufe. Dass bei den zwei typologisch weniger markanten Bechern die Farbe noch gelblicher wirkt, als beim scharf profi­lierten Becher, sollte uns beim Datieren von vereinzelten Bemalungen zu denken geben. Möglicherweise deutet es hier noch die zeitliche Nähe zur älteren Stufe der Bemalten Keramik an. Schließlich lebt auch die Ritzverzierung in einigen Fällen bis in die Phase IIa fort. 6. Die Spätstufe der Lengyel-Kultur (Typus Wolfsbach): Noch mehr als in der Phase IIa macht sich hier das Fehlen eines größeren Siedlungskomplexes bemerkbar. Den von E. Ruttkay angeführten Funden aus Os­sarn, den Gräbern von Langenzersdorf und Wetzleinsdorf und der Hundeopfer­steile von Bernhardsthal können inzwischen keine weiteren klärenden Komplexe hinzugefügt werden, obwohl wir sicherlich mit einer ebenso großen Siedlungs­dichte wie während der Phase IIa rechnen können (RUTTKAY 1985). Zusammenfassung: Die Lengyel-Kultur wird in Niederösterreich erstmals in einer Ausprägung faßbar, die typologisch schon klare Lengyelformen zeigt, in der Bemalung aber noch sehr an die Luzianky-Keramik erinnert (Friebritz, Unterwölbling). Diese noch mehr an die östlichen Fundorte anzuschließende Keramik (wie Luzianky, Se und Svodin) wird in Niederösterreich als Anfangsstufe nach E. Ruttkay bezeich­net. Erst ab der voll entwickelten älteren Stufe (Ende Ia der MBK) haben die Fun­de sehr enge Beziehung zum MBK, sodaß wir von einer Mährisch-Ostösterreichi­schen Gruppe sprechen können. Lediglich im ursprünglichen Verbreitungsgebiet der Stichbandkeramik, insbesondere im Bezirk Horn könnte die Entwicklung wie im SW-mährischen Raum verlaufen sein. Während der Frühstufe, die gleichsam als „Blütezeit" der Lengyel-Kultur in Niederösterreich gewertet werden kann, scheint die Stichbandkeramik in Niederösterreich nicht mehr vertreten zu sein.

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