Vadas Ferenc (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 13. (Szekszárd, 1986)
Christine Neugebauer-Maresch: Zur relativen Chronologie der Lengyel-Kultur in Niederösterreich
Zur relativen Chronologie der Lengyel-Kultur in Niederösterreich CHRISTINE NEUGEBAUER-MARESCH, KLOSTERNEUBURG Neue und gut befundete Materialien, die in Niederösterreich in den letzten Jahren bei Rettungsgrabungen des Bundesdenkmalamtes freigelegt und dokumentiert werden konnten und die einen Beitrag zur Lengyel - Problematik bieten können, stammen zum allergrößten Teil aus Siedlungen der älteren Stufe. Allen voran müssen hier die Kreisgrabenanlage von Friebritz bei Laa/an der Thaya und die Befestigungsanlagen von Falkenstein - Schanzboden genannt werden die bereits bei den Referaten auf den Symposien von Poysdorf und Laa 1983 sowie Nővé Vozokany 1984 auszugsweise vorgestellt und diskutiert worden sind. Sie reichen von der Anfangsstufe der Lengyel-Kultur bis zum Ende der älteren Stufe (Phase Ib der Mährischen Bemalten Keramik). Hauptaugenmerk richtete sich in Niederösterreich in den letzten Jahren auf die Anfange der Lengyel-Kultur und auch auf die Frage nach der Situation unmittelbar vor Beginn dieser Kultur, nämlich dem Verhältnis von Sarka und Zseliz während der späten Notenkopfkeramik und damit auch der Relation von Stichbandkeramik und Lengyel-Kultur. Wir werden im Folgenden versuchen, den Forschungsstand für die bemalten Stufen schwerpunktsmäßig zusammenzufassen und durch einige neue Funde und Befunde zu ergänzen. 1. Ausgangssituation in der späten Notenkopfkeramik: Bekanntlich zeichnet sich dieser Horizont durch das Vorkommen von Sarka, Zselizer und Bükker Ware im Notenkopfkeramischen Milieu aus. Wir wollen hier nicht in die Diskussion eingreifen, ob es sich um echte Importe oder Nachahmungen handelt. Es fällt aber auf, daß in den östlichen Gebieten Niederösterreichs und im Burgenland die Zselizer Ware gegenüber der Sarka Ware überwiegt. In den westlichen Verbreitungsgebieten (etwa im Bezirk Horn) ist hingegen der SarkaTypus häufiger vertreten, beide sind aber nur im Kontext mit der Notenkopfkeramik zu finden. E- Lenneis hat sich in verschiedenen Arbeiten mit der Verbreitung auseinandergesetzt (LENNEIS 1977, bes. Karte 1 und LENNEIS 1979, bes. Karte 1). Darüber hinaus ist im nördlichen Weinviertel als vereinzelter Fundpunkt des Sarka-Types die notenkopfkeramische Ansiedlung von Guttenbrunn nachzutragen (J.-W. NEUGEBAUER 1977, 1978). Wichtig sind Rettungsgrabungen der Abteilung für Bodendenkmale des Bundesdenkmalamtes in Hainburg, wo angrenzend an das altbekannte frühbronzezeitliche Gräberfeld Hainburg-Teichtal neben einer Siedlung der älteren Linearbandkeramik auch ein Siedlungshorizont der späten Notenkopfkeramik und prozentual viel Zselizer Ware festgestellt werden konnte. Die Grabungen werden noch fortgesetzt werden müssen; bislang ist der Ausschnitt des Siedlungsplatzes 203