Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 10-11. (Szekszárd, 1982)

Visy Zsolt: Neuere Militärdiplome aus Pannonien

Eine beträchtliche Änderung brachte die Lesung der früher auspunktieren 10. und die zum Teil irrtümlich ausgelegte 11. Zeile . Es stellte sich nämlich heraus, daß die beiden al­penländische cohortes nicht nebeneinander, sondern von der IIIBatauorum und / Thracum Germanica getrennt stehen, also genau in jener Reihenfolge, wie wir es auch an den Diplo­men von Dunakömlőd gesehen haben. Die Richtigkeit dieser Lösung ist nicht zu bezwei­feln, da in der 10-11. Zeile des A-Diploms nach dem Namen der cohors I Thracum ciuium Romanorum der Name von lAlpinorum equitata klar gelesen werden kann, vor lALPPED dürfte hingegen die Abkürzung GERM klar gelesen werden, der 6. Zeile des B-Diploms nach dürfte die gleichfalls vorkommende cohors IIIBatauorum auf diese Weise nur am An­fang der 13. Zeile gestanden haben. Die über die Datierung der Diplome gebildeten Meinungen hat unlängst J. Fitz zusam­mengefaßt. 55 Entgegen der früheren Datierungen aus den Jahren 150-160 bzw. 158-160 hat er das Jahr 159 bevorzugt. Mit der Frage befaßte sich seitdem auch B. Lőrincz, 56 der zum Teil des Diplomenpaars von Dunakömlőd die Jahre 157-160 als Erlassungsjahre voraus­setzte. In seinem unlängst erschienenen Buch hat G. Alföld/ 1 mit Erfolg die Zeit des Konsu­lats von Q. Pomponius Musa und L. Cassius Iuuenalis und so auch die Erlassungszeit der problematischen Diplome bestimmt. Da uns die im Dezember 160 amtierenden Konsuln bekannt sind, konnte das obige Konsulenpaar nur vor diesem Zeitpunkt dieses Amt verse­hen haben und da es wahrscheinlich ist, daß M. Iallius Bassus bis 158/59 der Statthalter von Pannónia inferior war, 58 kann nur das Jahr 159 in Betracht kommen. Das Diplom CIL XVI 112, 113 wurde am 27. Dezember 159 erlassen. 59 TRUPPENGESCHICHTLICHE UND DISLOKATIONSFRAGE Auf dem Diplom von Intercisa sind keine Truppennamen erhalten geblieben, die übrigen Diplome haben uns aber in dieser Hinsicht zahlreiche weitere angaben geliefert. Da die letzterwähnte Diplome aus einer etwa 10 jährige Zeitdauer stammen, bieten sie uns zu den truppengeschichtlichen Fragen der Jahre 150 und der ersten Jahre von 160 eine wertvolle Hilfe, weshalb wir uns mit diesem Thema etwas ausführlicher befassen müssen. Die älteren und neueren Daten werten wir vor allem vom Gesichtspunkt des topographi­schen Prinzips 60 aus. Alae Die diesbezügliche Liste der Diplome von Lussonium ist vollständig, problematisch sind hingegen die beiden anderen Fragmente. Auf dem Diplom von Tajó wurden ur­sprünglich gleichfalls 5 alae vorgeführt, jedoch sind uns von diesem sicher nur die an der er­sten und dritten Stelle stehenden Einheiten bekannt, die fehlenden drei nur als Ergänzun­gen. In noch schwererer Lage sind wir im Falle des Diploms von Annamatia, wo nicht ein­mal die Zahl der alae erhalten geblieben ist. So wie wir dies nachzuweisen trachteten, ist dieses Diplom nur das Denkmal einer partiellen Entlassung und so kommen an ihm weni­ger als 5 alae vor. Von diesen können wir eine ganz sicher, eine andere nur mit großer Wahrscheinlichkeit identifizieren. Ist aber unsere Ergänzung richtig, so stand vor ala IBrit­55 Fitz (1959) 426, wo er jedoch irrtümlicherweise die ältere Lesung des Diploms H. Nesselhauf zuschreibt. 56 Lőrincz, B., C.Iulius Commodus Orfitianus. AUSB Sectio slassica (Budapest, 1974) 66. 57 Alßltfy, G, Konsulat und Senatorenstand unter den Antoninen. Bonn, 1977. 172. 58 S. weiter oben 59 Roxan 22. gibt auch diese Datierung nach G. Alßldy an. 60 Radnóti-Barkóczi 191 ff. 75

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