Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 10-11. (Szekszárd, 1982)
Visy Zsolt: Neuere Militärdiplome aus Pannonien
ßig nachweisbaren Änderung in Pannónia inferior gekommen ist, ein jedes der Jahre zwischen 139-148 kann nämlich hierzu in Betracht kommen. 37 Leider ist von den cohortes nur der Name der an erster Stelle stehenden IAl(pinorum) [eq(uitata)] erhalten geblieben, woraus man es ansonsten nicht feststellen könnte, ob das Diplom vor oder nach der Änderung erlassen wurde, da diese Truppe sowohl in der vorangehenden, wie auch in der späteren Zeit an dieser Stelle vorkommt. 38 Vielleicht besteht aber eine Möglichkeit, um die Zeit der Erlassung irgendwie einzuengen. Falls unsere Ergänzung richtig ist, so ist auf dem Diplom die ala IBrittonum ciuium Romanorum nicht, jedoch die ala I ciuium Romanorum vorgekommen. 39 Die erste Truppe war 148 und 159, die letztere 139 40 und 157 sicher in der Provinz. Der Vergleich der Daten macht wahrscheinlich, daß das Diplom entweder 145/146 oder 150/155 herausgegeben wurde. Wir bevorzugen die letztere Möglichkeit. 4. Annamatia (Baracs) 161/163. Das Diplomfragment gelangte durch Ankauf in den Besitz des Intercisa-Museums. Laut des Auffinders F. Fenyvesi wurde das Stück in der Nähe des castellum von Annamatia, an der Westseite der Landstraße Nr. 6 gefunden. Das angegebene Gebiet ist unseren Galändebegehungen nach eine reiche römische Fundstätte, es liegt außer Zweifel, daß die zum castellum gehörende Zivilsiedlung hier gelegen hat. Die Größe des Diplomfragments beträgt 44x25 mm, seine Dicke 0,7 mm, sein Gewicht 11,4 g. Auch von diesem Diplom ist die erste Platte erhalten geblieben und zwar ihre rechte obere Ecke. Die geraden Bruchflächen weisen auf eine bewußte Zerstückelung hin. Die zwei Platten wurden bei der linken oberen Ecke miteinander verbunden, der Text begann also an der äußeren und inneren Seite bei derselben Ecke (Abb. 28-29). Das Fragment berichtet über zwei Kaiser, die wir mit Marcus Aurelius und Lucius Verus identifizieren können. Die Ergänzung der ersten fünf Zeilen ist vom Gesichtspunkt der Datierung des Diploms von entscheidender Wichtigkeit. Die Reihenzahl der Würden kann natürlich nicht festgestellt werden, jedoch das Vorhandensein oder das Fehlen der Siegesattribute den ansonsten nur zwischen 161-169 setzbaren Zeitpunkt der Erlassung beträchtlich einengen. Die Siegesattribute haben die zwei Kaiser in der folgenden Reihenfolge aufgenommen: 41 Marcus Aurelius Lucius Verus Armeniacus 164 Herbst 163 Parthicus 166 165 Medicus nach März 166 nach März 166 Im Jahre 140 kam es zu einer wesentlichen Änderung im Kreise der Auxiliardiplome, namentlich zur Ausschließung der während der Dienstzeit geborenen Kinder aus dem Bürgerrecht (Nesselhauf, H., Das Bürgerrecht der Soldatenkinder. História 8 [1959] 434.). Wir halten es nicht für unmöglich, daß die obige Änderung auch dann eingeführt worden ist. 38 S. Tab. IV. Es kann sich die Frage stellen, daß es sich betreffs der beiden Truppen eigentlich um ein und dieselbe Truppe handelt, jedoch haben die bisherigen Angaben diese Vorstellung wiederlegt. 0 Die erste Ergänzung der Reitereinheiten des Diploms von Albertfalva stammt von T. Nagy (Nagy[l956] 17.). Seiner Ergänzung hat H. Nesselhauf (CIL XVI 175) nicht beigestimmt. Die zwei Varianten sind die folgenden: T. Nagy H. Nesselhauf 1 - I[FL AVG BR C R] I[FL BR ] 2 - [I THR VET] [I THR VET SAG] 3-ICR I BR 4-PR CR PR CR 5-1 AVG [IT] IA VG [ITVR] J. Fitz (Fitz [1962] 67.) hat die Ergänzung von H. Nesselhauf angenommen, jedoch können wir aufgrund der Zeugung der Diplome von Lussonium die auf Autopsie gründende Feststellung von T. Nagy nicht in Abrede stellen. Andererseits halten wir hingegen für wahrscheinlich, daß ebenda die Ergänzung der ersten Einheit richtig I[FL A VG BR CR] ist, die der zweiten wegen Platzmangel vielmehr für [I THR SAG] gehalten werden kann. 41 PIR r A-697; C-606; vgl. Dodd, C. H., Numismatic Chronicle 4 11 (London, 1911) 217. 68