Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 8-9. (Szekszárd, 1979)
Tanulmányok - Gaál Attila: Spätrömische Gräber auf dem Mözs–Kakasdomb
Die aus gleichaltrigen Gräbern bekannten Glasarmringe sind meist glatt, schwarz und haben einen D-Querschnitt. Unter den von Mária R. Alföldi aufgezählten 14 Stücken sind insgesamt zwei blaue und einige einen abweichenden Querschnitt zeigende Exemplare zu finden. 35 Im neuen Material aus Intercisa sind fünf — ebenfalls schwarze — Stücke bekannt. 36 Aufgrund der obigen und sonstigen Beispiele kann unser Exemplar als mit dem allgemeinen Typ übereinstimmend betrachtet werden. Münzen waren in vier Gräbern: insgesamt 13 St. vorhanden. 3 ? Ihre Verteilung in den einzelnen Gräbern: Grab Nr. 2 — 4 St., Grab Nr. 4 — 5 St., Grab Nr. 5 — 1 St., Grab Nr. 7 — 3 St. Sämtliche Münzen stammen aus dem 4. Jh., aus dem Zeitraum zwischen 330—367. Wenn wir in Betracht ziehen, dass in den pannonischen Gräbern nach 375 frühere Münzen häufig vorkommen, ist es vom Gesichtspunkt der Datierung unserer Gräber sehr wesentlich, dass wir über keine einzige Münze aus der achtjährigen Zeitspanne zwischen 367—375 verfügen. Die vorhandenen sind neue oder wenig gebrauchte Stücke, die kurz nach ihrer Prägung in das Grab gelangt sind. Die in den Gräbern vorgefundenen Fibeln, — insgesamt drei Stück — sind aus Bronze gegossen. Sie gehören alle zum Typ Keller 4/A. Die von ihm als Ausnahme erwähnte, mit kreisförmigen Musterpaaren (4+2) eingetiefte Variante ist durch das Exemplar aus Grab 2 vertreten.^ (Abb. 14 1, Abb. 30). Für alle drei Fibeln ist es charakteristisch, dass ihre Querleiste flach, die durch Feilschlifftechnik ausgebildete Profilierung sehr masshaltend ist und keines der Stücke einen Durchbruch zeigt. Sie können auch innerhalb unserer Periode in die frühere Gruppe eingereiht werden. 39 Die aus Punkt- und Linienkombinationen ausgebildete Verzierung — die in jedem Falle an der oberen Seite des Fusses und des Bügels zur Sicht kommt, — ist allgemein. Die miteinander in Vergleich gestellte Länge des Fusses und des Bügels ist proportioniert, fast gleich. Der Fibelkörper ist im allgemeinen schlank, nur bei der Fibel des Grabes 5 sehen wir eine gewisse Ausbreitung. Bei demselben Stück kann auch der Rest der Sicherheitseinrichtung beobachtet werden: am Ende des Bogens, also am Treffpunkt des Fusses und des Bügels führt aus dem Nadelbehälter eine Bohrung in den Bügel hinein. In dieser war ein Eisenniet so untergebracht, dass er durch die an der äusseren Seite des Bügels vorhandenen Öffnung, ab- oder aufgezogen werden konnte, wodurch der Weg der Nadel verschlossen oder geöffnet wurde. (Abb. 14 1). Kästchenreste sind aus dem Frauengrab 9 zum Vorschein gekommen. (Abb. 7, Abb. 19). Der obere Teil des Grabes wurde bei dem rechten Arm und beim Fussende an der linken Seite des Skeletts gestört. Wahrscheinlich richtete sich der Raub auf die Erlangung des Kästchens, das an zwei Stellen gesucht und schliesslich neben der rechten Hand auch gefunden wurde. 40 Hier liess man im Flecken der Eingrabung die das Kästchen bedenckenden Bronzeblechfragmente, die Fragmente des eisernen Verschlusses sowie die des im Kästchen oder daneben vorhanden gewesenen Eisenspiesses in zerstreutem Zustand zurück. Bei dieser Gelegenheit zerbrach man auch die aus dem Grab bereits beschriebene Kanne. Bei der Bearbeitung dieser Fragmente konnte festgestellt werden, dass ihnen das von Aladár Radnóti im Jahre 1957 beschriebene Material am nächsten liegt. 41 Unter den unverzierten, glatten Bronzeblechstücken sind hier gleichfalls die rechteckwinkelig umbrechenden Ecken, die mit zinnartigem Material ausgefüllten Bronzenägel mit ihrer aus Blech gedrehten Spitze und ihrem gewölbten Kopf. Die Dicke des Holzes des Kästchens dürfte aufgrund der Eisenbestandteile 2 cm gewesen sein, was mit dem allgemeinen Mass übereinstimmt. Den Splint halten wir mit dem sich anschliessenden L-förmigen, gebrochenen Eisenstück für die Hälfte eines — dem Stück von Bogárdi ähnlichen, eckig gebogenen Griffes. 42 Aufgrund des Gesagten gehört unser Kästchen dem aus Pannonién bekannten und bereits in der frühen Kaiserzeit vorhandenen Typ an. 43 Derselbe Typ wird vom zweiten Drittel des 4. Jhs an immer häufiger und kommt in grosser Zahl auch in den Gräberfeldern des ausgehenden 4. und des 5. Jhs vor. 44 Innerhalb dieses Zeitraumes kann unser Exemplar — vor allem mit Hilfe des Eisenspiesses — von dem zweiten Drittel des 4. Jhs an datiert werden. Gürtelbestandteile sind aus vier Gräbern zum Vorschein gekommen. Von diesen haben wir über den in Grab 1 gefundenen Eisengegenstand und Bronzering bereits Erwähnung getan. 80