Szilágyi Miklós (szerk.): A Szekszárdi Béri Balogh Ádám Múzeum Évkönyve 8-9. (Szekszárd, 1979)

Tanulmányok - Gaál Attila: Spätrömische Gräber auf dem Mözs–Kakasdomb

Attila Gaál SPÄTRÖMISCHE GRÄBER AUF DEM MÖZS-KAKASDOMB Die Notausgrabung des vorliegend publizierten römischen Gräberfeldabschnittes haben die von der LPG Aranykalász in Mözs (Komitat Tolna) durchgeführten, grossan­gelegten Erdarbeiten erfordert. Im Laufe dieser Notausgrabungen wurden sieben Grä­ber freigelegt bzw. es konnte noch die Stelle von zwei weiteren Gräbern nachträglich festgelegt werden. Die Gräber 1, 2, 4, 5, 6, 7, 9 und das ebenfalls hier erschlossene Pf erdegrab stammen aus der Römerzeit, das Grab 8 und die Reste des Grabes 3 kön­nen auf die Zeit der ungarischen Landnahme gesetzt werden. Auf den das Gräberfeld von Norden und Westen begrenzenden kleineren Hügeln und Erhebungen sind im Ackerfeld Siedlungsspuren hervorgetreten. Ein Teil dieser wurde von den Arbeitsmaschinen auseinandergetragen und aus der planierten Erde sowie aus dem Ackerfeld selbst haben wir Keramikreste, das Randfragment eines eisernen Schildbuckels sowie eine unversehrt gebliebene eiserne Pflugschar aus dem 1—3. Jh. eingesammelt. (S. Taf. 36—38.). Dieser letztere Fund ist besonders interessant, da von der allgemeineren Form abweichend dieser Pflug nicht nach rechts, sondern nach links gepflügt hat, wie dies die stärkere Abwetzung der linken Seite des Eisens und des Randes des linken Tüllenteils beweist. Analysierung der Fundmaterialgruppen des Gräberfeldes Das Fragmentmaterial des Gräberfeldes kann in Anbetracht der Zahl der kera­mischen Gegenstände als reich angesehen werden. In den acht erschlossenen bzw. identifizierten Gräbern waren insgesamt sechs intakte oder fragmentarische Tonge­fässe. Die in mehrere Stücke zerbrochenen Gefässe sind im allgemeinen vom Gewicht der Arbeitsmaschine beschädigt worden. Eine Ausnahme bildet das Gefäss in Grab 9, das anlässlich der Ausplünderung des Grabes zerbrochen ist. In den Kreis der sog. Hauskeramik können die folgenden drei intakten Gefässe eingereiht werden: 1. flacher, grauer Teller aus Grab 9 (Abb. 18 1, Abb. 28 4); 2. herz­förmiger Krug mit runder Mündung aus Grab 9 (Abb. 18 5, Abb. 28 5); 3. grauer Krug mit schnabelförmigem Ausguss aus Grab 7. Unser Teller stimmt der Form nach mit dem Typ XXII 2 von Bonis überein, jedoch mit der Abweichung, dass sein Boden völlig waagerecht ist.3 Diese Form ita­lischer Herkunft blieb während der ganzen Kaiserzeit erhalten und wurde auch durch die örtlichen Werkstätten gerne erzeugt. Im allgemeinen sind die rotbemalten Exem­plare die älteren. Ákos Kiss weist jedoch im Zusammenhang mit den kaiserzeitlichen Hügelgräbern von Mezőszilas darauf hin, dass auch mit dem frühen Vorhandensein der grauen Variante zu rechnen ist. 4 Von diesen letzteren gehen auch die für jünger angesehenen Exemplare mit eingezogenem Rand aus den ihrem Fundort am nächsten gelegenen Gräberfeldern von Szentlászló-szentegyedpuszta,» Kő, 6 Bogád,? Zengővár­kony8 und Pécs-Széchenyi-Platz 9 bekannt — überall aus einem Milieu des 4. Jhs. hervor. Unser Krug mit runder Mündung ist eine allgemein bekannte Form. Es sind sehr viele frühe und als Vorläufer dieser Form zu betrachtende Exemplare bekannt. Die Entwicklung dieses Kruges, — worunter die Verflachung des überrandständigen Henkels und seine Annäherung an die randständige Form zu verstehen ist, — kann bis zum Gefäss XXIX. 17 von Bonis gut verfolgt werden. Aus Intercisa sind uns auf das 2. und 4. Jh. bestimmbare Exemplare gleicherweise bekannt, die bloss durch die leicht eingezogene Mündung oder durch ihre hellgrüne Bleiglasur von den Exempla­ren von Mözs abweichen. !0 Auch die graue Kanne aus Grab 7 mit ihrer eingezogenen Mündung ist ein allgemeiner Fund in den spätrömischen Graberfeldern.il Sie kommt mit grauer und grüner Glasur gleicherweise häufig vor. Dem Masse nach ist unser Exemplar unter dem Durchschnitt (12,5 cm), in der Ausführung kann sie aber als sehr verfeinert bezeichnet werden. Ihr Material ist gut vorbereitet, sorgfältig scheibengedreht, die auf dem Schulterteil betonten Drehscheibenspuren haben schon fast einen dekorati­ven Charakter. Aus dem Komitat Tolna ist ein einziger ähnlicher Krug bekannt, leider ohne Angabe des Fundortes.12 Aus weiterem Kreis können wir noch aus Tordas, i3 Mór, i4 Zengővárkony, 15 Intercisa 46 ohne Anspruch auf Vollständigkeit, analoge Stücke erwähnen. 77

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