Almássy Katalin – Istvánovits Eszter – Kurucz Katalin (szerk.): Das Gold von Nyíregyháza / Archäologische sammlungen in Nyíregyháza 1. (Nyíregyháza, 1997)
Einleitung
Einleitung * Dort, wo die Große Ungarische Tiefebene, Siebenbürgen und das Oberland zusammentreffen, liegt die Obere Theißgegend, die durch ihre geopolitische Konstellation oftmals eine entscheidende Rolle in der Geschichte des Karpatenbeckens gespielt hat. Es war ein im Hinblick auf die Strategie und den Handel gleichermaßen bevorzugtes Gebiet. Demgemäß ist es auch außergewöhnlich reich an archäologischen Funden. Relativ häufig kommen in den Fundkomplexen (verborgene Hortfunde verschiedener Zeitalter, Gräber von Vornehmen) Edelmetallgegenstände ans Licht. Im Gebiet der Oberen Theißgegend begann man schon sehr früh - dank András Jósa's (1834-1918) Schaffen im Komitat Szabolcs und Tivadar Lehoczkys (1830-1915) im Komitat Szatmár -, systematisch archäologische Funde zu sammeln. Nicht zufällig also ist die Sammlung des Jósa-András-Museums Nyíregyháza, und das kann man ohne sie rühmen zu wollen sagen, nicht nur eine der ältesten, sondern zugleich auch reichsten Sammlungen des Landes. Besonders großes Interesse bekunden die Besucher unseres Museums den aus Edelmetall - in erster Linie aus Gold - gefertigten Kunstgegenständen. Ein Teil der wertvollen Funde war zuletzt im Jahr 1989 anläßlich einer Ausstellung zu sehen, allerdings nur zwei Tage lang. Diese selten zu besichtigenden Fundkomplexe möchten wir im folgenden vorstellen. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist neben dem Edelmetallwert dieser Goldfunde der archäologischen Sammlung auch ihr Quellenwert. Darauf gründet sich unsere Entscheidung, nicht den einzelnen, glänzenden Gegenstand, sondern den diesen beinhaltenden Fundkomplex zu behandeln. Der erste Gegenstand aus Gold gelangte 1888 von Zalkod ins Museum des Burgkomitats Szabolcs, und mit der Zeit wuchs ihre Zahl beträchtlich. 1944 wurde alles Gold aus der reichen Sammlung des Museums ins westliche Ausland geschafft. Über das nachfolgende, traurige Kapitel in der Geschichte der Kollektion liegen keine Informationen vor. Nur soviel wissen wir, daß die zurückerhaltenen Gegenstände jahrelang vom Historischen Museum des Ungarischen Nationalmuseums aufbewahrt wurden. Im „Inventarbuch über die Goldgegenstände des JósaAndrás-Museums" aus dem Jahr 1955, das die Grundlage des folgenden Katalogs bildet, registrierte man in erster Linie die am 6. Januar 1955 zu Hause eingetroffenen - „sichergestellten" - und von Museumsdirektor Dezső Csallány bestimmten Funde. 1 Zu diesem Zeitpunkt enthielt es 94 Stücke, ungeachtet dessen, daß „nicht sämtliche Goldgegenstände ins Museum zurück gelangten". 2 Seither ist diese Zahl - selbstverständlich - weiter angewachsen, und einen 1997 gefundenen Gegenstand zugerechnet besteht die Sammlung der archäologischen Goldfunde heute 1 JAM (Jósa-András-Museum) Ad. 97.13, 97.14. 2 JAM Ad. 97.14. 7