Almássy Katalin – Istvánovits Eszter – Kurucz Katalin (szerk.): Das Gold von Nyíregyháza / Archäologische sammlungen in Nyíregyháza 1. (Nyíregyháza, 1997)

E. Mittelalterliche Prägungen

0 l em Abb. 153- Solidus, Fundort unbekannt E. Mittelalterliche Prägungen Goldmünzen (Goldforinte) gelangten im Königreich Ungarn nach der Geldreform Karls I. in Umlauf. Dieser Schritt erwies sich als notwendig, da die Einnahmen der Schatzkammer (Nutzen der Kammer) einerseits kein ausreichendes Einkommen mehr boten, um die gestiegenen Ausgaben (königliche Hofhaltung, Heer) decken zu können. Andererseits genügte das damals schon als veraltet zu bezeichnende Währungssystem auf Silberbasis (Denar-Obulus) auch den gewachsenen Ansprüchen des Handels nicht mehr. Wichtigstes Element und zugleich berühmtester Vertreter des auf Gold-Silber-Basis ein­geführten Währungssystems wurde der sog. Goldforint mit Lilien (man prägte ihn nach dem Muster des Florenzer Fiorino d'oro). Er verbreitete sich später, bereits mit der Gestalt des hl. Ladislaus auf dem Revers, über den ganzen Kontinent. Allerdings gingen nicht allzu große Mengen dieser Goldmünzen durch die Hände einfacher Menschen, denn ihr hoher Wert erschwerte den Erwerb kleinerer Warenmengen. Stattdessen wurden sie als thesaurierte Gegenstände eher zur Bezahlung der Luxusartikel des wesentlich bedeutenderen (und teureren) levantinischen Handels bzw. zur Deckung der Militärausgaben verwendet. Bis zum 16. Jahrhundert änderte sich nichts an der Lage des „Goldverkehrs". Dann aber kam es zur Goldkrise, da die afrikanischen Goldminen erschöpft waren. Anschließend strömte das amerikanische Gold (hauptsächlich jedoch Silber) ins Land, und durch den Preisanstieg verbesserte sich auch das Verhältnis des Geldumtausch. Diese drei Umstände machten eine Emission größeren Ausmaßes möglich. Schon damals begann man, Goldstücke mit mehrfachem (doppeltem, drei-, vier-, fünf-, ja sogar zehnfachem) Wert sowie mit Teilwert (Halb- und Viertelmünzen) zu prägen. Aber die meisten dieser Goldstücke wanderten gleichfalls in die private Schatzkammer der Aristokraten, und in vielen Fällen tauchten sie - eingeschmolzen ­als Schmuck adliger Fräuleins oder Damen wieder auf. 165

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