Szabó Sarolta (szerk.): Hagyomány és változás a népi kultúrában.(Jósa András Múzeum Kiadványai 58. Nyíregyháza, 2005)

NÉPRAJZ - Filep Antal: Falak tartóváza a Kisalföld építőgyakorlatában

Antal Filep: Mauerhaltegerüste in der volkstümlichen Bauweise auf der Kleinen Tiefebene Im ungarischen Sprachgebiet bildet das Becken zwischen Pressburg, Győr, Komárom und Esztergom eine große Landschaft mit spezifischen Gegebenheiten. Die volkstümliche Baupraxis ist sowohl im Süden der Slowakei als auch in Nord­ungarn einheitlich, im späten Mittelalter verwurzelt. In direkter Beziehung steht dieses Gebiet mit dem Wiener Becken, mährischen Gebieten und dem benachbar­ten slowakischen Flachland. Die Formen der Bauernarchitektur der Kleinen Tiefe­bene können auch historisch nicht von denen der tiefländischen Gebiete innerhalb Ungarns - entlang der Donau, zwischen Donau und Theiß, auf beiden Seiten der Theiß - getrennt werden. Eindeutig beweisen dies die Bauwerke, die bis in die 1960er Jahre gesellschaftlich charakteristisch waren, und die Ausgrabungsfunde aus dem späten Mittelalter. Aus spezifischen, landschaftlichen, vor allem hydrogeographischen Ursachen blieben Schilf und Rohr bis Anfang des XX. Jahrhunderts das bestimmende Bauma­terial. Bis in die 1960er Jahre konnten 150-200-jährige Bauwerke - Wohnhäuser, Scheunen - in großer Zahl studiert werden. Sowohl die Technik der Schilf- als auch der Flechtenwand machte die Verwen­dung von Balkengerüsten erforderlich. Die sogenannte Eggen- bzw. Schleusen­technik und die Sockelbalkenkonstruktion wurden auf der Kleinen Tiefebene sehr früh verdrängt. Die dort gebräuchlichen Schilf- und Flechtenwände sowie (von den letzten Jahrzehnten des XLX. Jahrhunderts an) die Bretterwände wurden durch ein Balkengerüst verstärkt. Wegen des feuchten, häufig von Hochwasser betroffenen Bodens fertigte man Haltekonstruktionen an, die den Boden kaum berührten. Die aus Baumstämmen geschlagenen Haltemäste wurden auf Steinplatten gestellt, die in das Erdreich eingelassen waren. Jeden Haltemast verband man mit den Kranz­balken, die das Bauwerk einrahmten. Nach der überlieferten Baupraxis wurden die Haltemäste von links und rechts mit je zwei Bodenbindungen am Kranzbalken be­festigt. Wenn sich mit dem Kranzbalken auch ein Kreuzbalken verband, wurden die

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