Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Piotr Luczkiewicz: Zum Problem der frühesten germanischen Waffenfunde südlich der Karpaten

Die Rundschildbuckel sind darüber hinaus auch in anderen Fundlandschaften außerhalb der germanischen Kernzone zu beobachten, so können etliche Stücke in Frankreich, der Schweiz, in Osterreich, Deutschland sowie England nachgewiesen werden (Abb. 11 und Fundliste 2). Zwar wurde die runde Form sicherlich von den Germanen übernommen, da die frühesten Exemplare im keltischen Bereich erst in der Spätlatenezeit auftauchen, ihr Fundkontext knüpft aber in den meisten Fällen an ein keltisches Milieu an. Obwohl die meisten Exemplare in der Grenzzone der keltischen Stämme (schwerpunktmäßig in Nordostgallien und im Treverergebiet) zutage kämmen, ist es nur vereinzelt möglich, einige Exemplare aus historischen Gründen den Germanen zuzurechnen; ein gutes Beispiel dafür stellen die Stücke von Alésia dar (SIEVERS 1995, 140-141, Abb. 30-31). Für die Frage der Provenienz der pannonischen Schildbeschläge bieten auch die Begleitfunde keine Anhaltspunkte. Es handelt sich hier entweder um Einzelfunde (Bodrogszentmária/Svatá Mária), oder um Funde aus dem Oppidum von Velem­szentvid bzw. aus dem zerstörten Gräberfeld von Szekszárd. Obwohl im Fall dieser Exemplare die typologische Ähnlichkeit mit solchen aus dem germanischen Gebiet deutlich ist, darf hieraus ein direkter Import für dieser Gruppe nicht abgeleitet werden. Die nächste Gruppe der angeblichen germanischen Erzeugnisse stellen die Schwertscheiden mit Leitermuster und sporenförmigem Ortband dar. Schon K. Tackenberg betrachtete 1929 das Exemplar von Kostievo in Bulgarien (TACKENBERG 1928/29, 269, Abb. 135) als germanische Einfuhr. Dieselbe Meinung vertrat I. Bona bezüglich der Schwertscheide von Szentendre (BONA 1963, 253-254, Taf. 38: 4a-b) (Abb. 6). Damit stellt sich erneut die Frage nach der Herkunft dieser Waffengruppe. Abb. 4 Rundschildbuckel von Bodrogszentmaria/Sväta Mária, 0 5 cm (nach ISTVÁNOVITS-KULCSÁR 1992,49,1. kép)

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