Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Andrzej Kokowski: Zur Herkunft einiger Amulette im Kreise der Gotenkultur

Keilerhauer, in Kupferblech gefaßt, hat man auch außerhalb der Zone der Kulturen des Gotenkreises gefunden, auf germanischem Gebiet - in der Ortschaft Klein Teetzleben, Kr. Altendorf in Mecklenburg (SCHOKNECHT 1959, 104, Abb. 56: b) und bei einem Mooropferfund bei Illemose in Dänemark (KLER 1901, 50-51, Abb. 29). Die große Konzentration solcher Amulette im Hrubieszów-Becken könnte den Eindruck erwecken, daß der Brauch, solche Gegenstände zu tragen, im Kreise der Mastomçcz-Gruppe seine Genese hat, wo sie ausnahmslos in Frauengräbern vorkommen. Es scheint aber, daß diese Frage viel komplizierter ist, obwohl auch lokal verbunden. Bekannt sind zum Beispiel Anhänger-Amulette aus Wildschweinhauern in Grab­komplexen der Sarmaten, was die Funde aus dem Hügelgrab 2 in Stanica Tifiliskaja und aus den Hügelgräbern 1 und 5 in Stanica Nekrasovskaja belegen (GUSCINA-ZASECKAJA 1994, 133, tab. 34: 318-1; 150, tab. 51: 507; 153, tab. 54: 531-1; 533). In der russischen Fachliteratur wurden sie sogar als typisch für Sarmaten bezeichnet. Sie kommen in den weiten Steppen von der niederen Wolga im Osten bis auf die Krim vor (z.B. BOGDANOVA 1980; ZUBAR'-MESCERJAKOVA 1983). Darüber hinaus darf man vermuten, daß der Gedanke, solche Amulette zu tragen, nicht unbedingt mit den Beziehungen der Goten zu den Sarmaten im Zusammenhang steht. Viel wahrscheinlicher ist, daß die „Kraft" dieser Amulette unabhängig voneinander entdeckt worden und regional verbunden ist; davon kann insbesondere das, inselartige Vorkommen solcher Funde überzeugen. Die zweite Gruppe vertreten die Amulette, deren Hauptteil zum Beispiel Obstkerne, Nüsse (STANEK 1999, 342-353; NIEWE_GLOWSKI 1988, 170-175), „besondere" Formen der tierischen Exkremente (CZYZEWSKA-DZIURDZIK-GRABARCZYK-JANKUN­WASYLIKOWA 1996) oder W^achsklumpen bilden (KOKOWSKI 1995A, 178, Nr. 3348 3 ). Die Schwierigkeit, Spuren solcher Amulette aus verderblichen Stoffen zu identifizieren ­möglich war es nur in dem Fall, wenn sie in Metall gefaßt wurden -, schließt eine Untersuchung über Popularität und Ausbreitung solcher Anhänger fast völlig aus. Die oben angeführte Literatur weist nur auf ihr häufigeres Vorkommen in den germanischen Kulturen hin. Noch interessanter verläuft die Analyse der Ausbreitung der Amulette aus der dritten Gruppe. Vor einiger Zeit begann M. Schulze-Dörrlamm (SCHULZE-DÖRRLAMM 1986) sich mit der Ausbreitung der Amulette aus Purpurschnecke (Murex trunculus­brandaris 4 ) zu befassen und hat sie einfach „gotische Amulette" genannt. Zur dieser Interpretation ist die Autorin dank der besonderen Konzentration solcher Funde auf dem Gebiet der Cernjachov-Kultur und Marosszentanna/Sîntana-de-Mureç-Kultur gelangt. Das Verzeichnis in der oben angeführten Veröffentlichung (SCHULZE-DÖRLAMM 1986, 348-349), um neue Entdeckungen ergänzt, erlaubt uns, im Katalog insgesamt 34 Funde von 27 Fundstellen unterzubringen (Abb. 3). Es hat die Uberzeugung der 3 Grab 200 in Masiomçcz. Nächster Fund solchen Typs im Grab 160 in derselben Ortschaft - beide Klumpen waren in Leinentuch gewickelt; gefunden auch in der Ortschaft Okniny (KASPAROVA 1972, 345 Abb. 1:6), Gorodok, Grab 3 (MAGOMEDOV 1979, 109) - hier wurden sie als „Teer" bezeichnet (beide Funde auf dem Gebiet der Cernjachov-Kultur) - und höchstwahrscheinlich in der Ortschaft Besenov in der Slowakei, wo in jedem Grab „Teerklümpchen" registriert worden sind (KOLNIK. 1961), was allem Anschein nach Bienenwachs war. 4 Z.B. diese Schnecken sind bei den Römer auch zur Speisevorbereitung benutzt worden (WHITE 1986).

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