Istvánovits Eszter: International Connections... (Jósa András Múzeum Kiadványai 47. Aszód-Nyíregyháza, 2001)

Tadeusz Makiewicz: Verzierte Tonaltäre und Feuerstellen als Ausdruck der interkulturellen Kontakte in der Eisenzeit Europas

genommen nicht bearbeitet sind und die Autoren der Vorberichte über Entdeckungen dieser Art deren große geographische Reichweite und das Vorhandensein von Analogien in anderen Kulturkreisen nicht erkannt haben. Dieses Problem wird hier also nur angedeutet, denn zur Zeit ist eine eingehende Behandlung der Problematik der Altäre aus der Hallstattzeit nicht möglich. Nichtsdestoweniger kann man feststellen, daß wir es auch hier mit einer interkulturellen Erscheinung zu tun haben, die sich im Auftreten von identischen Altären in sehr entlegenen geographischen Gebieten erkennbar macht. Am interessantesten ist ohne Zweifel die Situation der Befunde aus der thrakisch-dakischen Gruppe, die meist differenziert und meistens in differenzierten Situationskontexten sowie über den längsten Zeitraum auftreten. Sie bilden gleichzeitig das Anfangsglied einer sehr deutlichen Kette, die von Nordmoldau über Polen bis nach Dänemark und Deutschland reicht. Die ältesten, in das 4.-3. Jahrhundert v. Chr. datierten Befunde konzentrieren sich gut sichtbar auf das thrakische Gebiet (Bulgarien), und nur sehr wenige Befunde können in das 2.-1. Jahrhundert datiert werden, also in jene Periode, in welche wiederum die meisten dakischen Befunde chronologisch gehören. Die Chronologie der ältesten geto-dakischen Befunde (Cäscioarele) ist jedoch mit der der thrakischen Altäre identisch. Die Funktion dieser Befunde als Altäre unterliegt also keinem Zweifel, worauf ihr Vorkommen in den Grabkammern (Svestari, Fîntînele) sowie ihre Bemalung (einige Altäre von Seuthopolis, Fîntînele) hinweisen. Meist sind auch die Situationskontexte, in denen sie auftreten, differenziert. So traten die beiden Altäre im Bereich des großen Steingebäudes auf, das man als Königspalast von Seuthe III. von Seuthopolis bestimmt; im Thronsaal sowie in einem Raum, der als eine private Kapelle zu interpretieren ist. Die Altäre kamen in allen Häusern dieser Stadt vor, und zwar immer in einem abgesonderten Raum. Letztens wurde auf dem Gebiet der griechischen Stadt Emporium Pisthiros, bei Septemvri in Bulgarien, ein umfassender Komplex von solchen Altären entdeckt (LAZOV 1994). Bei den Geto­Dakern traten sie im Bereich der als Sitze der Stammesführer angesehenen Komplexe (Popeçti) sowie innerhalb der Tempelgebäude (Cirlomänesti, Vlädiceasca) auf. Das bildet eine vortreffliche Grundlage für die Formulierung der Hypothesen über die Bestimmung jener Altäre - die Frage, von der wir im vorliegenden Beitrag absehen müssen. Die geto-dakischen Altäre kommen im Prinzip südlich und östlich des Karpatenbogens, also auf dem Territorium der Walachei und Moldau, vor. Ihre Ornamentik umfaßt v.a. die Verzierung vom Typus III, also konzentrische Quadrate mit Diagonalen sowie vereinzeltes Kreismotiv (Typus II), obwohl man auch Befunden mit deutlich reicherer Ornamentierung vom Typus I oder IA (Popeçti) begegnet, die an die Ornamentierung der thrakischen Altäre anknüpfen. Kürzlich ist der erste Tonaltar aus der Siedlung der germanischen Poieneçti­Lukashevka-Kultur in Lozna-Hlibicioc, in Nordmoldau, veröffentlicht worden. Seine Ornamentik, in Gestalt von konzentrischen Quadraten mit dem Mäandermotiv, knüpft deutlich an die typische geto-dakische Verzierung an. Das Mäandermotiv dagegen läßt sich in diesem Fall eher auf die Przeworsk-Kultur zurückführen. Dieser Befund kann ohne weiteres als Ergebnis der geto-dakischen Einwirkungen im Milieu der germanischen Bevölkerung dieses Gebietes (Bastarnen) interpretiert werden. Die

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