A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 47. (Nyíregyháza, 2005)
Régészet - Révész László: Das landnahmezeitliche Gräberfeld von Tiszavasvári–Aranykerti tábla (nach der Grabung von István Dienes)
Révész László innerhalb engerer Zeitgrenzen als den vorigen rechnen kann. Die ersten Stücke des in zwei Gräbern zum Vorschein gelangten Armringtyps mit Haken-Ösen-Verschluss tauchen nach gegenwärtigem Forschungsstand Mitte des 10. Jahrhunderts auf, in größerer Menge verbreitet er sich jedoch erst im letzten Drittel des Jahrhunderts. Das Gräberfeld von Szarvas, in dem die Parallelen der im Grab B geborgenen Gürtelbeschläge vorkommen, wird von dem die Funde aufarbeitenden Forscher-meiner Ansicht nach zu Recht - ebenfalls in die zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts datiert. Die mit Rankenund Blumenmotiven verzierten verwandten Stücke der Hauptriemenzunge aus Grab 7 sind zwar überwiegend in die ersten zwei Drittel des 10. Jahrhunderts zu datieren, doch für eine präzisere Datierung innerhalb dieser Zeitspanne wurde bislang noch keine Lösung gefunden. Und all jene Meinungen, welche diese ausschließlich an die erste Generation der Landnehmenden binden, lassen sich nicht mit eindeutigen Angaben stützen. Die als Parallelen für den vielleicht interessantesten Fund des Gräberfeldes, einen mit Drahtgeflecht verzierten Säbel, aufgezählten Gegenstände (Säbel und Mützenspitze von Beregszász, Steigbügelpaar von Karos) sind von Fundorten bekannt, die man in die erste Hälfte bzw. ins zweite Drittel des 10. Jahrhunderts datiert; demnach ließe sich auch die Herstellung des Säbels von Tiszavasvári zwischen dieselben Zeitgrenzen setzen. So eindeutig aber ist die Lage auch in diesem Fall nicht. Im Laufe der letzten Jahre habe ich außer dem eben erwähnten Säbel auch die in der landnahmezeitlichen Sammlung des UNM befindlichen zweischneidigen Schwerter erneut restaurieren und dabei die an Knauf und Gegenblech einiger Exemplare erhalten gebliebenen Verzierungen reinigen lassen. Auf diese Weise wurden größere Flächen als zuvor von Rost bzw. früheren Konservierungsstoffen befreit, und im Ergebnis dessen stellte sich heraus, dass das Schwert aus Grab 21 von Szob-Kiserdö sowie das am Budaer Brückenkopf der Budapester Elisabetbrücke zum Vorschein gelangte Schwert an Knauf und Gegenblech genau solche aus Silber- und Kupferdraht gefertigten Drahtgeflechtverzierungen aufweisen wie der Säbel von Tiszavasvári. Nach der Typologie von J. Petersen gehören diese Schwerter zum Typ S und sind in den Zeitraum zweite Hälfte 10. bis Anfang 11. Jahrhundert zu datieren. Ihre Klingen dürften im Rheinland, Zubehör und Verzierungen in Skandinavien entstanden sein. Das ermöglicht zwar keine Einengung der Herstellungszeit des Säbels von Tiszavasvári auf die beiden ersten Drittel des 10. Jahrhunderts, schließt aber auch diesen Zeitraum nicht aus. Eine exakte Angabe, ab wann diese Drahtgeflecht-Verzierungstechnik Verbreitung fand, konnte ich nicht finden. Dennoch besteht kein Zweifel, dass ihre Anwendung sich nicht auf die Benutzungszeit der Schwerter vom Typ Petersen S beschränken lässt. Hervorragend veranschaulicht das eine im niedersächsischen Isenbüttel gefundene, mit demselben Verfahren hergestellte, antiken Vorbildern folgende Tierkopf-Goldkette aus dem 7. Jahrhundert. Die ähnlich verzierten, aber vermutlich in ungarländischen Werkstätten hergestellten Gegenstände (denen unbedingt auch der Säbel von Tiszavasvári zuzuordnen ist) deuten daraufhin, dass in diesen Werkstätten Meister gearbeitet haben, die wikingischer Abstammung waren oder zumindest die Kniffe der Wikinger Goldschmiede gut kannten. All diese Aspekte abwägend lässt sich zur Datierung des Gräberfeldes das Folgende sagen: Dass die ersten Gräber bereits zu Beginn der 900-er Jahre angelegt wurden, kann man zwar nich ganz ausschließen, doch ist im Fundmaterial kein einziger Gegenstand vertreten, der dieses frühe Eröffnungsdatum mit völliger Sicherheit belegen würde. Auf Grund der archäologischen Funde kann man daher den Anfang der Benutzungszeit des Gräberfeldes innerhalb der beiden ersten Drittel des 10. Jahrhunderts nicht präzisieren. Über etwas verlässlichere Angaben verfügen wir in Bezug auf den Zeitraum der Aufgabe des Gräberfeldes. Im Fundmaterial gibt es nämlich einige Gegenstandstypen, deren Parallelen in die Mitte des 10. Jahrhunderts zu datieren sind (Gürtelbeschläge aus Grab B), andere wiederum sind gerade für die zweite Hälfte des 10. Jahrhunderts charakteristisch (Armringe mit Haken-Ösen-Verschluss). Obwohl also die Zusammensetzung der Beigaben nicht 196