A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 44. (Nyíregyháza, 2002)
Múzeumtörténet - József Margócsy: Der Privatmann Jósa
A civil Jósa Der Privatmann Jósa András Jósa entstammt der in Nagybánya (Neustadt) und Németszőgyén ansässigen Jósa-Familie. Sein Großvater, István Jósa, hatte an den Universitäten von Nagyszombat (Tirnau) und Pest Medizin studiert. 1787 bestellte ihn die Kommunalbehörde des Komitats Szabolcs zum Amtsoberarzt. Das jüngste seiner vierzehn Kinder, Péter Jósa, wurde 1803 in Nagykálló geboren. Den Hang zu den „kuruzischen" Traditionen der Familie erbte er nicht, hatte eine stark konservative Einstellung, wurde höfischer Jurist und bekleidete später hohe Komitats- und Staatsämter. 1829 schloss er mit Karolina Horváth die Ehe. Vier ihrer fünf Kinder waren Mädchen, András kam als viertes Kind am 30. November 1834 in Nagyvárad (Großwardein) zur Welt. Der einzige Sohn wuchs im Kreise einer wohlhabenden, gesellschaftlich angesehenen Familie auf. Sein Grundschulzeit war recht wechselvoll, denn mit dem hohen Richteramt des Vaters änderte sich auch der Dienstort häufig. Er besuchte dort die Schule und legte seine Prüfungen ab, wo sein Vater gerade Dienst versah: in Pest, Pozsony (Pressburg), Kassa (Kaschau) und 1852 in Wien, wo er maturierte. Nach dem Abitur war es fast selbstverständlich, dass András in die Fußstapfen des Vaters trat und sich auf die Juristenlaufbahn vorbereitete. Doch nach der Immatrikulierung tauchte er 1853 plötzlich an der Wirtschaftsakademie von Magyaróvár auf, die er auch absolvierte. Dann war er zunächst Praktikant auf der Domäne der Familie Széchenyi in Nagycenk und konnte seine Arbeitsliebe und sein Interesse schließlich zu Hause, auf dem 800 Morgen umfassenden Gut von Nagyszántó, nutzen. Ein ärztlicher Kunstfehler lenkte sein Augenmerk auf den der leidenden Menschheit gewidmeten Dienst des Arztes. Daher schrieb er sich, den Wiener Haushalt der Familie und seine guten Deutschkenntnisse nutzend, bei der damals schon berühmten medizinischen Fakultät der österreichischen Hauptstadt ein, die er ab 1860 besuchte. Hier kamen auch sein Interesse für das öffentliche Leben und sein Organisationstalent zur Entfaltung: er organisierte den Klub der in Wien die Universität besuchenden ungarischen Studentenschaft. 1864 erhielt er sein Arzt-Diplom und ging nach Kalló zurück. Dieses Jahr 1864 bedeutete im Leben von András Jósa eine scharfe Zäsur. Als er sich in Nagykálló niederließ und bald darauf (1866) heiratete {Olga Láner), waren damit die ersten drei Jahrzehnte seines Lebens abgeschlossen, in denen er als freier junger Mensch nach eigenem Gutdünken und auf eigene Gefahr leben konnte. Sein Vorgänger, Frigyes Korányi, der aus Nagykálló stammte und auch am Freiheitskampf teilgenommen hatte, bekam damals die Möglichkeit, seine Praxis in Pest weiterzuführen. Er übergab Jósa ein Dank seines Einsatzes und durch gesellschaftlichen Zusammenschluss gerade eröffnetes Spital mit acht Betten. Schon im nächsten Jahr erwarb sich Jósa an der Wiener Universität auch eine Qualifikation zur Vornahme chirurgischer Eingriffe. Im siebten Jahr seiner Ehe schenkte ihm seine Frau das erste Kind, ihre Tochter Márta, der bis 1881 noch fünf weitere Mädchen folgten. 1868 wurde von dem Obergespan Baron József Vécsey angeregt, in Geszteréd sechs nebeneinander gelegene Hügel auszugraben, wozu er Jósa um Mithilfe ersuchte. Die Ergebnisse der Grabung riefen auch bei anderen Interesse hervor, so dass man am 1. Dezember 1868 unter Vorsitz des Obergespans den archäologischen Verein des Komitats gründen konnte.