A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 44. (Nyíregyháza, 2002)
Régészet - János Makkay: Das metallgeschichtige Götterstandbild, die Axt als Attribut, und das rituelle Spinnen. Uralte hethitisch–protoslawische (und altslawisch–unungarische?) Kontakte im Hintergrund der Hexe Eisennase
János Makkay zuweilen in der Gestalt eines Spinnrockens geformt, und die Verbreitung dieses Typs verdichtet sich in der unteren Donaugegend (BÍRÓ 1996. 153-174.). Da viele Züge die Zeremonie des rituellen Spinnens an die Völker haitischer Sprache binden, halte ich es für wahrscheinlich, dass sich mit der allgemeinen Verbreitung der Spinnund Webtätigkeit ein religiöser Brauch herausbildete, der für viele Ethnika charakteristisch war; und das in den hethitischen Schriftquellen erwähnte rituelle Spinnen ist in diesen Formulierungen hattischen Ursprungs. Eine andere Frage ist freilich, ob die frühen Hethiter solche Riten-Bäuche-Vorstellungen auch aus jenen Zeiten bewahrt haben mögen, als sie - vor ihrer Einwanderung - noch irgendwo in der Gegend am Unterlauf der Donau, in der Nähe der Vorfahren der das Frühslawische und Frühiranische sprechenden Völker lebten. Weitere Forschungen könnten diese Vermutungen bekräftigen. 19 Was die von der Wortverbindung zwischen dem ostslawischen Perum und dem hethitischen peruna- gekennzeichneten Zusammenhänge angeht sind diese meines Erachtens nach in sehr frühe urslawische und protohethitische Zeiten zu datieren, mit Sicherheit vor 2000 v. Chr. Schauplatz dieser Kontakte war der sich östlich der Vistula (der Westgrenze der urslawischen Stämme) erstreckende Raum zwischen Dnjepr und Ostkarpaten bzw. Schwarzem Meer und Karpaten. Der Vorstellungskreis von der Alten mit Eisennase in den ungarischen Altertümern ist offensichtlich frühslawischer und/oder iranischer, nicht jedoch finnougrischer oder gar urális ch-altais eher Herkunft. Ich vertrete sogar die Ansicht, dass sich solche eisennasigen, metallgesichtigen Götterbildnisse bei den kleinen finnougrischen Völkern der Taiga infolge slawischer Einflüsse verbreitet haben. Das besondere Attribut Eisennase in dem Ausdruck Hexe Eisennase ist demnach kein Rätsel mehr: es war eine späte Variante des uralten Brauchs, das Gesicht bzw. die Nase der Kultstatue mit einer dem Zeitalter entsprechenden Metallplatte, einem Stück Metall, respektive mit Eisen, zu bedecken. Einer eingehenderen Analyse bedarf es allerdings, um zu klären, zu welcher Zeit und mit welchen Verzweigungen die diesbezüglichen Elemente in die ungarischen Glaubenswelt gelangt sind. Am größten ist die Wahrscheinlichkeit, so meine ich, für eine Übernahme aus dem Ostslawischen. Unterstützt auch durch den Umstand, dass es im Zusammenhang mit den metallgesichtigen Götterstandbildern meines Wissens nach aus Osteuropa keine so gearteten iranischen (beispielsweise skythischen oder sarmatischen) Angaben gibt. Aber diese Lage kann sich natürlich von einem Augenblick zum anderen ändern. Literatur AKURGAL-HIRMER 1976. Ekrem Akurgal - M. Hirmer: Die Kunst der Hethiter. Hirmer Verlag, München 1976. 138. ALP 1983. Sedat Alp: Beiträge zur Erforschung des hethitischen Tempels. Kultanlagen im Lichte der Keilschrifttexte. Türk Tarih Kurumu, Ankara 1983. Zusammenfassend über andere Kontakte zwischen dem Hethitischen und Slawischen bzw. Hethitischen und Germanischen s. MAKKAY im Druck. 32