A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 42. (Nyíregyháza, 2000)

Régészet - Péter Langó: Beiträge zur Tracht und Benutzungszeit der Draht- und gedrehten Armringe im Karpatenbecken des 10.–11. Jahrhunderts

Megjegyzések a Kárpát-medence X-XI. századi huzalkarpereceinek és sodrott karpereceinek viseletéhez Beiträge zur Tracht und Benutzungszeit der Draht- und gedrehten Armringe im Karpatenbecken des 10.-11. Jahrhunderts. Péter Langó Eine häufige Schmuckbeigabe in den Gräbern der landnehmenden Ungarn ist der Armring. Bereits in dem an zweiter Stelle zum Vorschein gelangten Grabfund, im Grab von Vereb, tauchte ein solcher Gegenstand auf. In der Forschung hielt man die einfachen Draht- bzw. die gedrehten Armringe, ähnlich den Typen mit Tierköpfen, lange Zeit für ein Kenn­zeichen des slawischen Ethnikums. Die Arbeit weit­reichender Wirkung von Béla Szőke hat jedoch belegt und bestätigt, dass die aus Draht hergestellten und gedrehten Armringe zum Nachlass des Ungartums aus dem 10.—11. Jahrhundert gehören. Mehrere Fachleute sahen in den Armringen Gegenstände mit konkreter Funktion, die ihrer Meinung nach darin bestand, das Verrutschen der Kleiderärmel zu verhindern. Daher versuchten einige sogar, die Grösse der Kleiderärmel zu bestimmen. Doch den Gräbern hatte man die Armringe nicht in dieser Funktion, sondern als Schmuck­gegen-stände beigegeben, und das war mit Sicherheit auch im diesseitigen Leben ihre Rolle. Archäologische Funde sowie die ethnographischen Beobachtungen in der Steppe bekräftigen diese Feststellung. Die Armringtypen wurden schon von Béla Szőke zusammengefasst, dessen Angaben Győző János Szabó später präzisierte. Nach unserer Meinung und auf Grund der neueren archäologischen Funde kann man sagen, dass die Bronzedrahtarmringe mit rundem Querschnitt und spitz zulaufenden Enden nach der Landnahme der Ungarn im Karpatenbecken erneut in Mode kamen. Allerdings hat man Armringe ähnlichen Typs auch in anderen Gegenden, weit entfernt von den ungarischen Siedlungsgebieten, gefunden; beispielsweise im Gebiet des heutigen Bulgarien, in Skandinavien sowie an Fundorten in der Steppe und im Kaukasus. Ihre Häufigkeit und Áhlich­keit resultieren gewiss daraus, dass es relativ einfach war, solchen Schmuck anzufertigen. Ebensowenig verlangte die Herstellung der verdickten Bronzedraht­armringe grössere Sachkenntnis. Früher nahm die Forschung an, die Stücke des Karpatenbeckens hätten sich aus dem dünnen zugespitzten Typ entwickelt und diesen abgelöst. Doch nach der Veröffentlichung weiterer grosser Gräberfelder wurde klar, dass die dünnen Drahtarmringe nach dem Erscheinen der dickeren Stücke nicht verschwanden, sondern bis zur zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts gleichzeitig mit diesen in den Bestattungen vorkamen. Als eines der einfachsten Stücke unter den gedrehten Armringen betrachtete die Archäologie der Landnahmezeit den wellig gebogenen Drahtarmring. Die für Schmuck gehaltenen Exemplare dieser Form dürften jedoch nicht in jedem Fall Armringe gewesen sein. Nach den Parallelen aus der Steppe sowie der Grablage und dem Zustand der zum Vorschein gelangten Stücke darf man vermuten, dass es sich bei einem Teil der hierzu attributierten Altertümer um Verzierungen handelt, die sich am Ende der Kleiderärmel befanden. Die Gestaltung des an beiden Enden schlingenartig gebogenen, mit Spiralen ausgefüllten, gedrehten Armrings deutet ebenso wie die des gedrehten Schmucks mit Schlingen-Haken-Verschluss darauf hin, dass diese Stücke nicht - wie früher angenommen - aus zwei oder drei Drähten, sondern aus einem einzigen, dreifach gebogenen Draht angefertigt wurden. Infolge dessen lässt sich auch nicht mit Sicherheit sagen, ob zunächst der aus zwei Drähten und später dann, diesen ablösend, der aus drei Drähten gedrehte Schmuck in Mode war. Ein besonderes und relativ seltenes Stück ist der Bronzedrahtarmring mit verschlungenen Enden, den die neuere Forschung nicht in die erste Hälfte, sondern ins letzte Drittel des 10. Jahrhunderts datiert. Übersetzt von GotlindB. Thurmann Péter Langó Institut für Archäologie der Philologischen Fakultät an der Wissenschaftsuniversität Budapest H-1088 Budapest, Múzeum krt. 6-8. 57

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