A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 41. - 1999 (Nyíregyháza, 1999)

Régészet - Olekszandr Dzembasz: Vorbericht über die Freilegung der Burg von Nevicke

Előzetes jelentés a nevickei vár feltárásáról Vorbericht über die Freilegung der Burg von Nevicke Die Burg zu Nevicke ist zweifellos eines der interessantesten historisch-architektonischen und archäologischen Denkmäler der Karpatoukraine. Obwohl die archäologische Erschließung des Fund­ortes erst am Anfang steht, hat sich schon jetzt sehr umfangreiches und interessantes Material ange­sammelt. Die vorliegende Publikation macht mit den vorläufigen Forschungsergebnissen bekannt und gibt eine kurze typologisch-chronologische Analyse des Fundmaterials. Selbst innerhalb dieser engen Rahmen ist es gelungen, einige - nach unserer Meinung wertvolle - Schlußfolgerungen abzuleiten. 1. In den in der Burg von Nevicke zum Vorschein gelangten Metallfunden spielt die Bewaffnung im Vergleich zu den an das Handwerk und die Wirtschaft zu bindenden Gegenständen ganz offenbar eine dominierende Rolle. Das deutet darauf hin, daß die Burg eine ständige Vertei­digungsfunktion ausübte und auch nach der Übernahme des ungarischen Throns durch die Anjou-Dynastie kein ruhiges Leben genoß. 2. Was den Reichtum des archäologischen Materials anlangt (das bezieht sich insbesondere auf die Funde aus dem 14-15. Jahrhundert), nimmt dieser Fundort einen der ersten Plätze in der Karpato­ukraine ein. Die intensive Kulturschicht liefert überzeugende Beweise für die Aktivität der Eigentümer und Insassen der Burg. 3. Der mit Münzen datierte, reiche Fundkomplex bietet uns Möglichkeiten, die typologischen und chronologischen Rahmen einiger Gegenstände zu korrigieren. 4. Die Tatsache, daß Feuerwaffen schon Mitte des 15. Jahrhunderts benutzt wurden, kann man archäologisch als erwiesen betrachten. Das ist einer der frühesten Beweise in dieser Region. 5. Keiner der von uns untersuchten Metallgegen­stände ist früher als ins 12. Jahrhundert zu datieren (mit Ausnahme der Silberdrachme und vielleicht einer Bronzenadel), vereinzelt kommt jedoch in eine frühere Periode datierbare Keramik vor. 6. Die Analyse des Fundmaterials ermöglicht es, die Position und Rolle der Burgen im gesell­schaftlichen und politischen Leben der Einwoh­nerschaft der mittelalterlichen Karpatoukraine zu verstehen. Mit der Zeit wird das ein wertvoller Beitrag zur Ausarbeitung der Restaurierungspläne sein. 7. Im zusammengestellten Metallmaterial domi­nieren Gegenstände westlichen Typs, was die frühe und rasche Ansiedlung von Deutschen bekräftigt. 8. Das Hallstatt-Material sowie die Anwesenheit der ins 9.-10. bzw. 11. Jahrhundert zu datierenden Keramik deuten darauf hin, daß man die Burg zunächst über einer hallstattzeitlichen (Gáva­Kultur) und danach einer slawischen Erdburg erbaute. Die Stelle wurde sowohl vom Gesichts­punkt der taktischen Verteidigung, als auch der strategischen Kontrolle über ein großes Gebiet sehr günstig ausgewählt, wobei die in der Orographic eingetretenen anthropogenen Ver­änderungen das Verteidigungspotential noch erhöhten. Alldas waren anziehende Faktoren für den Bau einer mittelalterlichen Burg. Die Feststellung der früheren Bauperioden schließlich wirft die Frage auf, ob der Fundort als Burgbau in einen früheren Zeitraum zu datieren ist, da nicht ausgeschlossen werden kann, daß sich die Burg aus der früheren Erdburg Schritt für Schritt zu diesem Bau entwickelt hat. Mit den weiteren Forschungen wird sich hoffentlich auch auf diese Frage eine eindeutigere Antwort finden. Übersetzt von Gotlind B. Thurmann OlexandrDZEMBAS 290418 Ukraine Uschgorod str. Svobodi 2/4. 283

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