A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 39-40. - 1997-1998 (Nyíregyháza, 1998)

Helytörténet - Ágota Hegedűs: Die Situation der Lehrer und Schulen in den Dörfern des Bereg im 19. Jahrhundert

Hegedűs Ágota spielten eine Rolle, da die Entlöhnung in Form von Naturalien und Geld erfolgte. Die Orte eines Kirchendistrikts waren nach Gehaltsklassen ein­gestuft (in Bereg gab es fünf Klassen). Jede Klasse umfaßte ein bestimmtes jährliches Minimaleinkom­men, sowohl in Geld wie auch in Naturalien. Als Naturalien bezog man im allgemeinen Getreide, Feuerholz und Heu. Das Schulgebäude und das Haus des Lehrers instandzuhalten, gehörte zu den Aufgaben des jeweiligen Dorfes. Die Art und Weise sowie der Inhalt des Unter­richts waren für die Kirchenobrigkeit sehr wichtig, handelte es sich doch um eine ganz entscheidende Phase im Leben der Kinder. Anfang des 18. Jahrhun­derts gingen die Kinder im allgemeinen zwei oder drei Jahre zur Schule, um das Schreiben, Lesen und Rechnen zu erlernen und Einblick in die christlichen Lehren zu gewinnen. Klügere Kinder konnten nach Abschluß des 3. Schuljahres die Schule der Gemeinde weiter besuchen, und von da an war der Lehrer auch verpflichtet, sie in Latein zu unter­richten. Diese 4. Klasse nannte man Volksschule, die nur für Knaben eingerichtet wurde, welche nicht die Lateinschule besuchten. Sie konnten die 4. Klasse sogar mehrmals wiederholen, und erhielten damit Möglichkeiten zum Üben. In Debrecen war es ab 1819 bereits Pflicht, vier Klassen zu absolvieren. Das empfahl man auch den Kirchengemeinden, wo sich der Vierklassenabschluß jedoch erst Jahre später ein­bürgerte. Der Lehrstoff, in Semester gegliedert, enthielt nur die elementarsten Kenntnisse: Schrei­ben, Lesen, Rechnen, Naturkunde, Religionslehre, Ethik, Fürbitten, Gesang. Auf Initiative des Aristokraten György Lónyai aus Vásárosnamény warfen die Kirchengemeinden der Bereger Gegend im Jahr 1843 den Gedanken einer Unterrichtsreform auf. Angesichts der ziemlich chao­tischen Zustände sollte sie den Unterricht verein­heitlichen. Zwecks Realisierung wählte man einen achtköpfigen Ausschuß, der die bis dahin erschienen Lehrbücher überprüfte und dann für alle Schulen einen neuen Lehrplan zusammenstellte. Dabei stützte man sich aber nicht nur auf die alten Lehrbücher, sondern es gab auch eine Ausschrei­bung zum Verfassen neuer Handbücher für Schulen. Der Ausschuß trat im April 1844 zusammen und beriet bis 1845. Den Unterricht gliederte man in drei Stufen und innerhalb dessen in sechs Jahre auf. Der Lehrstoff erweiterte sich zwar etwas, gewährte aber gemessen am vorangehenden Unterrichtsablauf mehr Zeit zum Aneignen der verschiedenen Kentnisse. Auch den Lehrern stand im Vergleich zu den drei bis vier Lehrbüchern von früher eine wesentlich größere Auswahl zur Verfügung. Der Unterricht für Mädchen war ebenfalls Teil der Reform, allerdings nur im Rahmen des herkömmlichen Vierklassenabschlus­ses. Der Unterschied in ihrem Lehrstoff bestand darin, daß sie sich weder mit juristischen Angelegen­242 heiten, noch dem Kennenlernen der Welt befassen, sondern lediglich von ihren abergläubischen Nei­gungen befreit werden sollten. Auch die Zeit des Schulbesuchs wurde festgelegt. Das Schuljahr dauerte von April bis April, dazwi­schen gab es zur Erntezeit drei Wochen und zur Zeit der Weinlese zwei Wochen Ferien. Die Ernteferien halbierten das Schuljahr. Unterrichtet wurde von Montag bis Samstag, jeweils vormittags und nachmit­tags. Die Nachmittage am Mittwoch und Samstag waren frei. Das Jahr 1848 brachte nicht nur im Land, sondern auch im Schulleben große Veränderungen mit sich. Schon am 22. März trat der Kirchendistrikt jenseits der Theiß in Debrecen zu einer außerordentlichen Generalversammlung zusammen, die der National­versammlung ein aus 10 Punkten bestehendes Pos­tulat unterbreitete. Die Lehrer betreffend lauteten diese Punkte folgendermaßen: - Einführung der Schulgeldfreiheit, - Möglichkeit des Schulbesuchs für die Anhänger aller Konfessionen, -Verwaltung der Schulen und Entlohnung der Lehrer durch den Staat, - Anerkennung des Lehreramtes als Zivilbeschäf­tigung. Verwirklicht wurde davon nur soviel, daß der Staat die Ausgaben der Schulen übernahm. Mit der Verstaatlichung war auch ein Erneuerungsbestreben verbunden: Der Nationalversammlung sollte ein Gesetzentwurf über die Kirchen- und Schulreform unterbreitet werden, der jedoch auf sich warten ließ. Die nach der Revolution folgenden Repressalien führten zu einer großen Unordnung im Schulsystem. Infolge der oben erwähnten Finanzierung galten die Schulen nun als staatliche Schulen, und wurden nicht mehr von Debrecen oder Sárospatak, sondern von Kaschau aus beaufsichtigt (Kaiserlich-königliche Bezirksschulbehörde Kaschau). Die kirchliche Len­kung blieb zwar nur scheinbar bestehen, doch die Lehrer kamen noch immer aus den Kollegien, die man auch weiterhin unterstützte. Ab 1850 erweiterte sich der Kreis derjenigen, die Lehrer werden konnten. Der Abschluß in einem der Kollegien war nicht mehr so wichtig. Das hatte mehrere Gründe: -Infolge des Krieges blieben viele Orte ohne Lehrer, die anschließend nur mit Zustimmung ihrer militärischen Befehlshaber wieder unter­richten durften. - Selbst Lehrer, die keinen Militärdienst geleistet hatten, unterzog man einer politischen und moralischen Überprüfung. -Die Schulen wurden unter staatliche Aufsicht gestellt, die Lehrer als Staatsbeamte eingestuft. Im Sinne der kaiserlichen Erlässe war es das wichtigste, alles zu vernichten, was im Zusammen­hang mit dem Freiheitskampf stand. In den Pro­tokollen ließ man alle Blätter herausreißen, auf

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