A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 36. - 1994 (Nyíregyháza, 1995)

György Goldman–Júlia G. Szénászky: Die neolithische Esztár-Gruppe in Ostungarn

GOLDMAN - SZÉNÁSZKY renden Gruben, Eintiefungen usw. ergaben in einem Zeitraum jeweils die Struktur eines Dorfes. Die Grä­berfelder, die noch nicht getrennt von der Siedlung angelegt worden waren, bestanden nur aus einigen Gräbern. Diese Tatsache ist ein erneuten Beweis dafür, daß die Bevölkerung der Esztár-Gruppe ihre Dörfer in Familienstruktur errichtete. Die dünne Schicht dieser Siedlungen zeigt, daß sie nicht von langer Lebens­dauer waren, daß ihre Einwohner nach einer kurzen Zeitspanne immer wieder weiter wanderten. Es muß aber betont werden, daß es auch bei der Esztár-Grup­pe - ebenso wie bei der Szakálhát-Kultur - eher ausgedehnte, vielleicht zentral gelegene Siedlungen gab, wie in unserem Fall Zsadány-Püski-Hügel. Das Fundmaterial der Gruppe ähnelt im großen und ganzen dem Formschatz der ALK, seine Selbstän­digkeit kommt vor allem im Auftreten der Bemalung zum Ausdruck. Im folgenden geben wir einen Überblick zur Grob­keramik. An einem der Fundorte bargen wir zusammenhän­gende Fragmente eines großen Vorratsgefäßes mit zylindrischem Hals und kugeligem Bauch, an dessen Schulter eine mit Fingereindrücken verzierte Rippe umläuft. Das ergänzte Exemplar eines solchen Vorratsgefäßes steht uns leider nicht zur Verfügung. Bemerkenswert ist jedoch, daß große Bruchstücke solcher Gefäße in den Gräbern zum Bedecken der Verstorbenen dienten. Die Töpfe - meist aus grauem, rötlichbraunem Ton und gut gebrannt - stimmen der Form nach mit denen der ALK überein. Entsprechend ihrer Größe und Formen unterschieden wir drei Untertypen. Der erste ist ein blumentopfartiges, kegelstumpfförmiges Ge­fäß, unter dessen Mündung in einigen Fällen zwei kleine Buckelhenkel sitzen (Abb. 1). Der zweite Untertyp ist kleiner und hat eine leicht Abb. 1 l.kép gewölbte Form. Der dritte hingegen ist schon eindeu­tig gewölbt, seine Form erinnert an eine Kugel (Abb. 2). Die Oberfläche aller drei Typen ist in gewissem Grade rauh und häiufig mit einem groben, ungeglät­teten Schlickauftrag versehen. Hierzu zählen wir die kleinen Tassen aus grobem Abb. 2 2. kép Material. Der Typ ist im gesamten Gebiet der Linien­bandkeramik heimisch. Was die Feinkeramik betrifft, kann gesagt werden, daß ihr Hauptmerkmal die Bemalung bzw. der rote Überzug ist, die an allem Formen und Typen vor­kommt. Bemalung läßt sich allerdings nicht immer beobachten, da sie im Laufe der jahrtausendelangen Lagerung unter der Erde teilweise abblätterte. Doch auch in diesen Fällen ist es möglich, anhand der Form oder Machart auf die einstige Bemalung zu schließen. Die Feinkeramik muß aufgrund ihrer Maße in mittel­große und kleine Gefäße eingeteilt werden, einige Typen nämlich tauchen sowohl im Gebiet der groben, als in der Folge auch im Gebiet der feinen Keramik auf. In dieser Hinsicht spielt die Wandstärke der Gefäße bei der Beurteilung der einzelnen Typen eine wichtige Rolle. Die Schalen weisen eine reiche Vielfalt auf. Ihre erste Variante schließt ein gerade Rand ab, der Körpe hat die Form eines umgekehrten Kegel­stumpfes (Abb. 3). Einen anderen Typ vertreten die Exemplare mit fast waagerechter Mündung, deren Randbildung von oben jedoch einem Quadrat ähnelt. Weiters gibt es Schalen mit gewelltem Rand und (wiederum von oben betrachtet) quadratischem, an den Ecken angehobenem Grundriß (Abb. 4). Die Schalen hatten man sowohl innen als auch außen bemalt. Im allgemeinen zieren die Auenseite schwarze Streifen, im Inneren sind mitunter mannig­faltige Muster zu finden. Unter der Röhrenfußschalen lassen sich zwei For­men des Röhrenfußes unterscheiden. Eine davon ist 226 Jósa András Múzeum Évkönyve 1994

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