A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 30-32. - 1987-1989 (Nyíregyháza, 1992)

Wolf Mária: Előzetes jelentés a borsodi földvár ásatásáról (1987–1990)

datierbare Keramikfragmente zum Vorschein (I. Tafel, 2-3), deren genaue und völlig unversehrte Parallelen wir in der im Burginneren erschlossenen Siedlung fanden (Abb. 24,2-3.). Charakteristischter Fund der letzten, der Fachwerk-Schanzenperiode sind zwei Flaschenfragmente mit geripptem Hals (Abb. 3, 2-3), die sich unseren gegenwärtigen Kenntnissen zufolge nicht später als auf den Anfang des 11. Jh. datieren lassen. Aufgrund dessen sind wir der Ansicht, daß sowohl die Schanze mit der dichten Gitterkonstruktion, als auch jene mit der Fachwerkkonstruktion im Laufe des 10. Jahrhunderts errichtet worden sein müssen. Die Ausgrabungen im Burginneren sind seit 1987 im Gange - bisher wurde ein Gebiet von etwa 1000 m 2 erschlossen -, in deren Verlaufe die Objekte einer Siedlung vom Beginn des 10. Jh. zutage kamen. Aus den zwei in die Erde eingegrabenen Häusern (Abb. 5-6.) kamen aus 5 Ofen Fundstücke in großer Zahl, in erster Linie Keramik zum Vorschein. Neben den für die Epoche allgemein kennzeichnenden Gefäßen stießen wir auch auf einige besondere Stücke (III. Tafel, 3. und V. Tafel, 4.), deren nächste Parallelen sich im Keramikhandwerk von Saltovo finden lassen. Ein außerordentlicher Fund des Burginneren ist das an der NO-Seite erschlos­sene Steingebäude. Es hat eine etwas unregelmäßige Form, mißt 5x5 m. Seine 80 cm dicken Mauern sind in Lehm gesetzt, der Lehm ist vom unberührten Erdbo­den gerechnet bis zu einer Höhe von 30 cm ausgebrannt, darüber blieb er gelb. An einigen Stellen fanden wir auch Mörtelreste. Den Lehm hatte man an einer Stelle am Rande der Steinmauer auf die Feinheit von Putz geglättet (Abb. 17-19.). Am Grunde des Steingebäudes lagen parallel zueinander 13 im Durchschnitt 10 cm brei­te Bretter, die unter die Steinwand langten (Abb. 17). Die aus dem Steingebäude zum Vorschein gekommen Funde lassen den Schluß zu, daß auch dieses im 10. Jh. errichtet wurde (V. Tafel, 1-2, 4, 6). Besondere Aufmerksamkeit verdient das 2. Stück von Tafel V, ein graues, schneibengeformtes, eingeglättetes Gefäß aus feinem Lehm, vermutlich das Fragment eines Kruges, dessen zahlreiche und unversehrte Parallelen uns ebenfalls aus der Töpferkunst von Saltovo bekannt sind. Einige Meter südlich von dem Steingebäude durchquert ein 3-3,5 m tiefer, 20­22 m breiter Graben die Burg in OW-Richtung, von dem es uns gelang, mehrere Abschnitte zu erschließen. Am südlichen Rand des Grabens zog sich eine in gleicher Technik wie das Steingebäude errichtete Steinmauer hin, an der entlang wohl eine Reihe von Wohnungen gelegen hat. Dies belegen die abgestürzten, verkohlten Bal­ken sowie die an mehreren Stellen gefundenen Putzflecken. Zur Ausrüstung dieser Wohnung müssen sicher auch die rund 60 Gefäße gehört haben, die wir teils völlig unversehrt oder nur durch das Erdreich zerdrückt vorfanden. Von herausragender Bedeutung darunter sind das große Gefäß in Pithos-Form (Abb. 26), das mit ver­kohlten Getreidekörnern gefüllt war, eine Flasche mit geripptem Hals (Abb. 24, 4) sowie zwei blumentopfförmige Tassen (Abb. 24, 2-3). Außer den Gefäßen fanden wir auf diesem Gebiet zahlreiche Gebrauchsgegenstände, wie Messer, eine Schere zum Schneiden von Schafwolle, eine kurze Sense und einige Schmuckstücke, wie Armreifen und Ringe. Die Siedlungserscheinungen zeigten sich in jedem Falle an beiden Seiten des Grabens bzw. an seiner Sohle. Es ist also anzunehmen, daß der Graben selbst aus einer früheren Periode als diese stammt. Seine Rolle kann solange nicht genau 435

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