A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 30-32. - 1987-1989 (Nyíregyháza, 1992)
Szőllősy Gábor: Újabb adatok a népvándorlás kori íjtipusok kérdésköréhez
um 35°. Mithilfe dieser prinzipiellen Annäherungsweise nahm er ausgezeichnete Bogenrekonstruktionen vor. Die in den vergangenen Jahren zum Vorschein gekommenen awaren- und landnahmezeitlichen Bogenfunde brachten das Problem des Unterschieds zwischen den zweierlei Rekonstruktionen erneut an die Oberfläche. Die frühawarischen Funde scheinen die Vorstellung Fabians, die landnahmezeitlichen eher jene Cs. Sebestyéns zu bestätigen. Da die Form des Bogens in ungespanntem Zustand die mechanischen Eigenschaften der Waffe grundlegend bestimmt, erschien es zweckmäßig, zu untersuchen, in welchem Maße die voneinander abweichenden Konstruktionslösungen die Menge der im Bogen speicherbaren Energie beeinflussen. Die Versuche führten wir mit einem Modellbogen durch. Mittels unterschiedlicher Montierung der Teile dieses Bogens lassen sich bei Verwendung gleicher flexibler Teile die vier grundlegenden KonstrüktionsVarianten herstellen. 1. Ungespannt gerade, 35gradige starre Hörner 2. Ungespannt gerade, 60gradige starre Hörner 3. Ungespannt gewölbt, 35gradige starre Hörner 4. Ungespannt gewölbt, öOgradige starre Hörner Die Belastungskurven der vier Varianten sind auf der I. Tafel verzeichnet. An den Kurven läßt sich ablesen, daß die 1. Variante einen geringeren Wirkungsgrad hat als die 2. Wenn wir annehmen, daß der Bogen der landnehmenden Ungarn der 1. Variante entspricht, dann müssen wir dies vom technischen Gesichtspunkt als Rückentwicklung betrachten. Die 3. Variante zeigt einen wesentlich höheren Wirkungsgrad als die 1. und auch die 2. Variante. Setzen wir also bei den Ungarn einen solchen Bogen voraus, dient dies als Erklärung dafür, weshalb man von den Bögen mit öOgradigen starren Hörnern und höherem Wirkungsgrad zu jenen überging, die sicherer waren, aber über einen geringeren Wirkungsgrad und 35gradige starre Hörner verfügten. Gábor SZŐLLŐSY Magyar Mezőgazdasági Múzeum Budapest (Pf. 129. H-1367) 367