A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 11. - 1968 (Nyíregyháza, 1969)
Magyar Kálmán: Die aus dem XV. Jahrhundert stammende Stempelkeramik der Burg von Nagykálló
Ubul (1214). Egyed II., Comes von Szabolcs, hatte seine Residenz in Nagykálló, Mihály I., Comes von Ugocsa, in Nagysemjén (heute Kállósemjén). Die Familie — die ihr Aufkommen hauptsächlich dem ungarischen König László IV. verdanken konnte — kam trotz Streitkämpfe (1290—1317) unter Károly Róbert I. durch Iván (der Sohn von Egyed П.), Comes von Szabolcs, wieder zu neuer Kraft. Nagykálló ist schon jetzt das Zentrum der Familie Kállay, und um 1315 bekam Nagykálló das Wochenmarktrecht, während 1390 István Kállay hier das Landesmarktrecht erhielt. Um die Mitte des XV. Jahrhunderts wird János VI., szabolcser Obergespan und Delegierte des Landtages, Gründer des Reichtums und größter Macht der Familie. Im Jahre 1457 erwarb er von König László V. auch das Recht auf seinen Gütern Burgschlösse bauen zu dürfen. In dieser Zeit konnte auch die „curia" in Nagykálló — als Prämisse der Burg aus 1571—1573 — gebaut werden, in derem Brunnen man die schon ermähnten Gegenstände fand. Den Speisesaal der nach 1457 aufgebauten „curia" oder Burgschlosses hat man durch Vermittlung des ausländischen Handels mit wiener Keramik ausgerüstet. Die Familie Kállay ist im Komitat Szabolcs nicht die einzige, die ab dem XIII. Jahrhundert einen ähnlichen Weg einschlug. Eine ähnliche Rolle spielte die Familie Várday, die im XIII. Jahrhundert in der Umgebung von Kisvárda bedeutende Güter erwarb. Aus der ersten Hälfte des XIV. Janrhunderts besitzt man die erste wichtige Angabe über die Familie, hier verschaffen wir uns von einem vor 1357 von László-sí. Sohn János erwietertem Burgschloß Kenntnis. Kisvárda ist als Resident des Untergespans, als Marktort sowie als Kirchenort mit Unterdechantrecht, in dieser Zeit neben Nagykálló auch in der Verwaltung bedeutsam. Über seinen Markt sind schon aus den Jahren 1357 und 1374 Angaben, obwohl für Kisvárda das Recht Wochenmarkt zu halten erst von Königin Mária im Jahre 1393 gegeben wurde. Die Familie Várday gehört in der ersten Hälfte des XV. Jahrhunderts zu den Vertrauten des Herrschers. 1446 teilte Lökös János Kállay im Komitat Szabolcs seine Obergespanschaft mit dem kisvárdaer großmächtigen Herrn Miklós Várday. István Várday, Prépost von Siebenbürgen, später Erzbischof von Kalocsa und Großkanzler, ab 1468 Kardinal, das Haupt der Familie, beginnt im Jahre 1465 das Burgschloß von Kisvárda zu bauen. Auf Grund der hiesigen Bauführung der Familie Várday (1465—1475) können wir uns auch die Bauarbeiten an dem Burgschloß der Kállay-s in Nagykálló vorstellen. So muß man vermuten, daß auch das nagykállóer Kállay Burgschloß nicht von großem Ausmaß sein konnte, vielleicht eine eben so unvollendete, leicht abreißbare Feste der Familie war. Auch dieser Vergleich zeigt klar, wie viele identische große Züge bei den Gutsbesitzern im Komitat Szabolcs zu beobachten sind. Die ausländischen Waren gelangen auch in Nyirbogdány und Vásárosnamény an, und dienten vermutlich als Tafelschmuck der dortigen adeligen Kurien. Der Vermittler der Waren konnte Kalló (Vásáros-Kálló = Markt-Kálló) sein, da diese Ortschaft im Treffpunkt wichtiger Handelswege lag. Gleichzeitig beginnt die Industrie der Marktflecken Nagykálló und Kisvárda die charakteristischen Formen der zunftartigen Organisationen und besonders der städtischen Industrie zu erreichen. Die hier lebenden Kaufleute und Gewerbetriebenden gehören zu der von den Gutsbesitzern abhängigen, rechtlich instabilen 116