A Nyíregyházi Jósa András Múzeum évkönyve 2. - 1959 (Nyíregyháza, 1961)

Nyárády Mihály: Tabakspfeifen (Rauchgeräte) im Komitat Szabolcs

TABAKSPFEIFEN (RAUCHGERÄTE) IM KOMITAT SZABOLCS Vor dem zweiten Weltkrieg, bis 1938, wurde im Komitat Szabolcs vorwie­gend Pfeife geraucht. Der Pfeifenkopf wurde gewöhnlich mit dem Pfeifen­rohr und manchmal auch mit einer Pfeifenschnur ergänzt. Diese drei Gegen­stände, Pfeifengeräte genannt, sind die Hauptbestandteile einer Pfeife. Die verschiedenen Teile der Tabakspfeife trugen die Benennungen : Mundstück, Pfeifenhals, Seitenteil, Unterteil, Pfeifenrand und Rohrende. Manche Teile der Pfeife wurden auch mit Messingbeschlagen verziert, insbe­sondere der Halsteil, sowie auch Ecken, Verschluss, Ventil und Knopf des Pfeifendeckels ; Messing Verzierungen wurden auch am Pfeifengriff angebracht. Die ersten Tabakspfeifen gelangten wahrscheinlich aus dem benachbar­tem Handelszentrum Debrecen ins Komitat Szabolcs. Aus dieser, östlich der Theiß gelegenen großen Stadt bezogen die Tabakraucher im Komitat Szabolcs hauptsächlich die sog. kleinen roten, ring- oder sternartig geformten, sowie auch die Doppelpfeifen. Über die Lage des Pfeifendreher-Gewerbes im Komitat Szabolcs ist uns wenig bekannt, aus den immerhin zur Verfügung stehenden spärlichen Daten geht jedoch hervor, daß in den größeren Ortschaften des Komitates mit der Erzeugung von Tabakspfeifen bereits in der ersten Hälfte des XIX. Jahrhun­derts begonnen wurde. Die meistverbreitete Pfeifenart jener Zeit war die Dob-er Pfeife, deren Deckel und Mundstück besonders reiche Verzierungen trugen ; im Laufe der Zeit erlangte diese Art bei den Hirten und den sog. „Betyárén" (Dieben), sowie auch bei den Floßmännern große Beliebtheit. Zu Beginn des XX. Jahrhunderts fanden aber auch schon, die von berufs­mäßigen Pfeifendrehern in Nyíregyháza hergestellten Tabakspfeifen immer stärkere Verbreitung, besonders in der Hortobágy-Gegend (südlich von Deb­recen), aber auch jenseits der Landesgrenze, vor allem in Rumänien. Diese Pfeifen waren recht gesucht, u. zw. nicht so sehr infolge ihrer reichen Verzie­rungen, als vielmehr ihres billigen Preises wegen. Anfangs wurden die Pfeifen aus Tonerde von Nyíregyháza und von Bér­cei hergestellt, die sich allerdings nur zur handgewerblichen Erzeugung eignete. Zur maschinellen Pfeifenfabrikation wurde später Tonerde (Kaolin) aus der Umgebung von Sárospatak, Mád und Bodrogkeresztúr herangezogen. Die aus der Tonerde von Bercel hergestellten Tabakspfeifen wurden zum überwiegen­den Teil mit recht anfänglichen Werkzeugen (eisernen Sieben, Messern usw.) bearbeitet und dann in ganz einfachen Töpferöfen gebrannt. Zur mechanisier­ten Pfeifenerzeugung wurden aber größtenteils schon verschiedene Maschinen (Tonmahlapparate, Press Vorrichtungen, Polirmaschinen usw.) verwendet und die so angefertigten Pfeifen in neuartigen speziellen Öfen gebrannt. Der Übergang zwischen den beiden Arten der Pfeifenerzeugung erfolgte in den 90-er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Bei den Pfeifendrehern und Fabrikan­ten von Nyíregyháza kann von individuellem Geschmack kaum gesprochen werden da sie bloß bestrebt waren gangbare Pfeifen herzustellen. Die Messing­bestandteile wurden aus Messingplatten (durch Hämmern auf Eisenmodellen) von besonderen Facharbeitern angefertigt. Außer handgearbeiteten und maschinell hergestellten Tonpfeifen waren im Komitat Szabolcs auch Gips-, Porzellan- und Meerschaumpfeifen gebräuch­lich. Die Gipspfeifen bewährten sich aber nicht, da sie in ganz kurzer Zeit 126

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