Horváth János: Kunffy Lajos - A somogytúri Kunffy Emlékmúzeum katalógusa (Kaposvár, 2005)

gekleidete Mutter auf einen kleinen aufgebahrten Sarg. Ausenandergezogen auf der rechten und linken Seite stehen in kleineren Gruppen die Familienmitglieder bzw. Die charakterisierten Figuren des Zeremonie verrichteten Priesters und Kantors. Da die Szene zu Erntezeit spielt, hat das Gemälde wenige Teilnehmer. Der von der Weißen Hauswand zurückscheinende Sommersonnenschein betont die Blockform de einzelnen Figuren. Der Halbkreisbogen der Veranda hebt die Figur des seinen Kopf neigenden Vaters hervor und bindet sie mit den Leidtragenden zusammen. Er siedelte aus Paris wegen heimischer Bewirtschaftung und Erziehung seines Sohnes heim. Früher, im Jahre 1913 veranstaltete er in der Georges-Petit-Galerie eine roße Sammlungsausstellung. Die Zeitungen schrieben von der Ausstellung mit Sympathie. Er wurde eine der berümten Figuren des Pariser Kunstlebens. Er geriet in Freundschaft mit ausgezeichneten Künstlern, z.B. Aman Jean, Dagnan Bouveret, La Touche, Paul Albert Besnard, Leon Lhermitte. In seiner Wohnung veranstaltete er Soireen, wo seine Frau und Emil Sauer Klavierkonzerte gaben. Er beabsichtigte, sich von Paris nicht vollkommen zu trennen. Infolge des ersten Weltkrieges mußte das Material der Ausstellung und die Gegenstände seines Heimes 10 Jahre lang im Ausland bleiben. In seiner malerischen Arbeit vertiefte er sich in Darstellung der Feste, alltäglichen Intimitäte, mühevoller Arbeit des Volkes vom Somogy-Komitat. Aus seiner Anziehung zum Naturalismus zog er in Gebiet seiner Porträtdarstellung Nutzen. Immer öfter malte er auch Selbstporträte. In Budapester National-Salon veranstaltete er 1924 aus seinen nach des stürmischen historischen Jahren aus Paris heimgelieferten und neuen Gemälden seine eigentliche debütierende Ausstellung. Die Presse schrieb von ihm mit einer großen Anerkennung. Er wurde von ICároly Lyka, Dezső Rózsafíy und Artur Elek hochgeschätzt. Der Verein für bildende Kunst wählte sich zu Vizepräzidenten. 1925 bekam er den staatlichen Pastellpreis, 1926 wurde er dank seines Gemäldes „Ernter" (1921) mit Genrepreis ausgezeichnet. Aufgebend seine Budapester Wohnung zog er 1934 endgültig nach Somogytúr um. Zu dieser Zeit versuchte er seine Maltechnik zu erneuern. Auf weiß grundierten Lendwandflecken arbeitete er mit aquarellmäßiger Öltechnik von durchsichtiger Dünnheit, dadurch einen frischen Eindruck erweckend. Mit seinen Gemälden von einer neuen Technik tritt er 1942 auf der Ausstellung in Budapester Tamäs-Galerie auf. Die Pressekritik meldete über Verjüngerung von Kunffy. Die dramatischesten Jahre des zweiten Weltkrieges überstand er in Budapest, während sein Haus in Somogytúr zerstört und geplündert wurde. Fast 1000 St. Von seinen Gemälden wurde in Verlust geraten und beschädigt. In Bunkern steckend erlebte er den Sturm von Budapest. Er machte auch Tagesbuchesnotizen über diese Tage. Sein Landesgut wurde während der Bodenverteilung liquidiert. Seine schön blühende Wirtschaft, sein Weinberg und seine Fischteiche wurden verwirtschaftet. Er durfte sich die Kurie und das Atelier, bzw. den die angenehm verbindenden Park einhalten. Er nahm auf sich, alles vom Anfang zu beginnen 82

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