L. Kapitány Orsolya: Somogy megye népmüvészete, 2001

Német nyelvű rezüme (Kovács Renate)

In der 1830er Jahren entstanden die ältesten Schnitzereien, die siegellackintarsierten Rasiermessebehälter und Mangelbretter, die sich in den Anfängen kaum von den Bauernschnitzereien unterschieden. Nach 1850 entwickelte sich die frühe Schnitz­tradition, für die Blumenverzierungen charakteristisch waren, weiter. Ein neuer Schnitzstil wurde übernommen, geprägt von den mit herumstreunenden Betyárén verbündeten Hirten in den Südwest-Transdanubischen Komitaten in den Jahren 1830-1840. Die Siegellackintarsia hielt sich bis zur Jahrhundertwende. Die Gravierungstechnik wurde vereinzelt schon ab Mitte des Jahrhunderts angewandt, verbreitete sich aber erst seit den 70er Jahren, als sie durch Koloratur mannigfaltig wurde. Die Relief­schnitzerei löste Ende des Jahrhunderts die Siegellackintarsia ab. Zur Verzierung der Hütegegenstände wurde das Einkerben des Lebensbaums und die Zinneinlegung angewandt. Die Ornamentik war außerordentlich sehenswert. Die Mehrheit der Blumen- und Tiermotive wurde aus der Muster­vielfalt des Volkshandwerks wie der der Schreinermaler über­nommen. Die häufigste Verzierung ist der aus einer Vase mit zwei Henkeln, einem Herzen, aus einer Blume wachsende Blu­menstrauch. Die Hirten des Komitats waren unter den ersten, die begannen, Motive von Vögeln, Pfauen und Hirschen zu schnitzen, entweder zu beiden Seiten des Blumenstocks oder als blumenhaltende Motive. Wahrscheinlich unter dem Einfluss neuerer berühmter Betyarenbanden wurde das vorherrschende Motiv ab 1870 die Betyarendarstellung. Motivreihen wie „Betyár mit seiner Geliebten", „Betyarentreffen", „Zecherei" wurden ergänzt durch Szenen wie „Ziehende Betyarenbande", „Ergreifung von Jóska Savanyú und sein Geleit ins Gefängnis". Ende des Jahrhunderts erhöhte sich die Zahl der Hirten-, Jäger- und vaterländischen Motive. Ein Zeichen der eintretenden großen Veränderungen zur Jahr­hundertwende ist es, dass die früheren Motive und die symbo­lische Darstellungsweise von dem Anspruch nach Darstellung der natürlichen Umwelt abgelöst wurden. Das Kapitel stellt die Arbeiten der bedeutendsten Hirtenschnitzer, Vendel Zámbó, István Mecseki, Vendel Balázs, József Hodó, József Sótonyi, József Jáger, der Schnitzer aus dem inneren Gebiet von Somogy und Antal Kapoli u.a. vor. Auf die sich künstlerisch betätigenden Hirten wirkte sich stimulierend die Entdeckung der Volkskunst und die Sammeltätigkeit von János Xantus und später Ottó Herman aus, in deren Folge die Schnitzer begannen, prächtige, 28. Spiegelbehälter. Siegellack­intarsia mit Blumen- und Vogelmotiven. Wahrscheinlich eine Arbeit von Vendel Zámbó aus den 1850er Jahren. Darány. RRM 72.46.1. 29. Kürbisflasche mit Ritz­verzierung. RRM 65.460.1. 531

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