Aradi V. István: Tornay Ednre András szobrászművész, 1989

seinen neuesten Plastiken kann man Schlussfolgerungen auf die früheren ziehen, und die früheren Werke tragen schon die Formen- und Ideenwelt der neuesten in sich: dass heisst seine Karriere eine ganze Einheit bildet. Am Beginn der siebziger Jahren beschäftigte er in erster Linie mit Bronze (Selbstbildnis, 1970, Sich auf die Ellbogen lehnende Figur, 1973). Nach diesen charakteristischen, aber noch traditionellen Kleinbronzen, die als Reduktion des visuellen Erlebnisses gebildet waren, begann Tornay - während seiner Übersiedlung nach Güns - seine emblematische, in ihren Formen reduzierte Holzplastiken zu schaffen. Erst zu dieser Zeit entdeckte ihn die Kritik in der Tat. Von den Kleinplastiken dieser Zeit muss man die Braut (1980), und den Reiter (1981) als Schlüsselwerke seiner künstlerischen Tätigkeit erwähnen. Diese letzteren Werke sind Kombinationen von Holz und Blei, und kennzeichend für sie sind die symbolischen, zusammengedrängten Formen, und die Hervorhebung der Eigenarten des Holzes: der Faser und der Fladerung. Die Vorstellung des Themas ist nicht narrativ, die Plastik ist keinesfalls naturalistisch sie bildet sich von rein plastischen und symbolischen Elementen. Der Körper des „Pferdes" ist ein rechteckiger, hochkant gestellter Holzblock, der auf seiner oberen Seite abgerundet ist. Daraus streckt sich der „Kopf" des Pferdes: ein Stab, mit Zapfen befestigt, und mit einer „Mähne" versehen. Der Reiter ist auf diese Konstruktion senkrecht gestellt, er ist mit einem Bleiband befestigt, und oben halbkreisförmig geschliffen. Man kann auch auf dieser Plastik das schon vorgeführte individuelle Kompositionsprinzip Tornays bemerken, nämlich seine Plastiken sind immer zusammengestellt: auf ein rechteckiges Holstück legt er, eventuell stellt er (senkrecht oder ein bisschen umgestossen) die verschiedenen geschnitzten Teilenheiten. Seine Kleinplastiken bestehen aus mehreren Figuren und mehreren Elementen. Auf diese Weise sind unter anderem die Werke Kahnfahrer (1982), Verbundenheit (1982), Kindheitserlebnis (1982) und Nach Hause (1982-83) geschaffen. Natürlich verwendet er auch andere Kompositionsweisen, zB. in seinem Werk Die Parzen (1983) stellt er drei Gebilde (die uns an Götzen erinnern) in einen Holzrahmen, der senkrecht zur Basis ist. Von diesen Gebilden hängen mehrere bewegliche Holzplättchen ab, deren Enden kolbenförmig sind und wie Reupenketten aussehen. In den neuesten Werken dieser Ausstellung (zB. Märchen) sind Motive, die uns an die bekannten erinnern, aber sich von ihnen unterscheiden. Man kann die Kahn- oder Holzflossform bemerken eventuell die Basis die wie ein Plinthos mit wellenförmiger Oberfläche verwendet is. In diesen Werken erscheinen die verschiedenen Mutationen des künstlerischen Motives: die Götzenfigur, der Totempfeiler, der Grabholz, und das unausbleibliche Gebilde, das von einer Wellenlinie ausgeht, und in dem Werk Reiseerlebnis (1987) mit einem Keil gebohrt ist. Wegen ihrer massiven Form, und proportionellen Aufbau, könnte diese kraftvolle und weiss bemalte Holzkomposition, entsprechend vergrössert, auch auf einem öffentlichen Platz stehen. Die ausgestellten Materialien sind archaisch und modern zur gleichen Zeit. Sie repräsentieren die bisherige Tätigkeit des Künstlers sehr gut, und was eben noch wichtiger ist: tragen die Möglichkeit der Entwicklung in sich. Der Künstler arbeitet nämlich mit einem solchen reichen plastischen Motivenschatz, dass aus ihm Werke in fast unbegrenzter Zahl geschaffen werden können. Die Austeilung überzeugt uns davon, dass Endre András Tornay eine bedeutende Persönlichkeit der modernen ungarischen Bildhauerkunst ist. Lajos Lóska 4

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