V. Dunántúli Tárlat, 1984

Ob Wie man ein guter Mäzen sein soll, gibt es dazu kein unvergängliches Rezept. Jedoch ist es kein Blindflug, denn es gibt Erfahrungen zu übergeben und übernehmen, beherzigenswerte Lehren. Sie sind auch fruchtbar, wenn das kunstliebende Bestreben seine eigene Liebe zur Sache nicht nur überlicken kann, son­dern es setzt seine Absichten mit doppelter - wechselwirkender - Aufmerksamkeit, von den Werken aus­gehend, von dem Publikum her ihm zu auf. Es ist wahr, dass man die Sentenz darüber viel leichter aufzuzetzen vermag, als die Sache gut zu verwirklichen. Weil das versteht sich nicht ab ovo, von selbst. Die Vielheit der Veranstaltungen unseres bildenden Kunstlebens gesehen setzt sich oft und mit Recht (durchaus nicht nur seitens der Kritik) auf: weniger wäre mehr. In Somogy, und möglichst nicht nur hier, könnten wir, müssten wir auch durch unsere Misserfolge klug werden. Damit behaupte ich nicht, dass wir schon in den glücklichen Zustand der Unfehlbarkeit geraten sind, doch diesmal an die Transdanubischen Austellungen denken: klärer, einhelliger, messbarer sind jene Voraussetzungen, die ein erfolgreiches Unter­nehmen versprechen können. Es ist erheblichem Masse der IV. Transdanubischen Austeilung zu verdanken, die meiner Meinung nach die drei vorigen, vorbereitenden und glaubwürdigen, jedoch mit abweichendem'Niveau existierenden Proben die bisher erfolgreichste war. Sie war so, weil ein strenges Auswählen die wirklich ein Landesteil breite Orientierung folgte: sie verwirk!lichte die auf sich genommene Wertzentralisation durch aufregendes Aufbauen. Obwohl löste sie auch Streite aus — gewiss wird es auch jetzt nicht anderswiejedoch erschuf sie die Möglichkeit der wesentlichen Orientierung, mit Sicherheit, markanten Betonungen, wohldurchdachter Dokumentation. Und das ist nicht nur eine „Herausforderung" zur Forsetzung, sondern vor allem ein guter Antrieb. Der Oberregisseur der erwähnten Ausstellung Gábor Rideg schrieb im Katalog des Jahres 1981, im Vorwort: „Wir möchten ein Forum für die Kunst in Transdanubien erschaffen, dessen kein Ziel, sondern nur eine Form der Realisierung ist, dass, es eine Möglichkeit zur Offenbarung, zur Meinungsäusserung den in Transdanubien lebenden Künstlern anbietet.'^ Wir weröffentlichen das Zitat, weil auch die jetzigen Forsetzer grundsätzlich diese Grundstellung, diese Logik der möglichen Regelungsprinzipieh zugrunde legten. Die Direktion der Museen von Komitat Somogy kann nicht nur die Rolle des Mitwirkenden-Ausführenden, sondern auch die Rolle des veranstaltenden Haus­herrn auf sich nehmen mit entsprechenden Voraussetzungen. Gábor Pogány Kunsthistoriker — der auch der strenge Kritiker der früheren Ausstellunger war, — leitet jene Fachgemeinschaft, deren (in jetziger Zusammen­stellung) — diese Austeilung eine Hintergrund-Prüfungsarbeut „von transdanubischen Massstab" ist. Also hat sich der zitierte Grundstellung nicht veräandert, zwar ist die Verwirklichung durchaus keine Kopie der vorigen Ausstellung. Die V. Transdanubische Ausstellung hat der Komitatsrat von Somogy mit dem Kultusministerium, dem Verband der Ungarischen Bildenen- und Gewerbekünstler, dem Künstlerischen Grund, der Organisation der Ungarischen Bildenden- und Gewerbekünstler in Nord- und Süd-Transdanubien zusammen verkündigt. Die zwei territolialen Organisationen arbeiten mit ihnen Verband- und Grund-Mitgliedern, ausserdem warteten sie die Werke der in Transdanubien lebenden Mitglieder der Studio Junger Bildenden Künstler: die in den letzten drei Jahren verfertigten Werke, ohne Kunstarten-Gebundenheit. Neben dem frühere Zitat lässt vielleicht auch die letztere Bemerkung wahrnehmen, dass das Attribut der Ausstellung „transdanubisch" - jetzt schon traditionell - mehr an die elastischen Rahmenmöglichkeiten weist. Es wünscht nicht eine starre tematische Gebundenheit an sich zwingen; „pannonische Tradition" oder eine tendenziöse „Färbung" der Landschaftseinheit. Das würde auch in sich der variabilen Geschichte von Transdanubien widercprechen, der vielfältigen natürlichen, etnischen und Siedlungs-Umgebung. Doch ist es wahr: es ist nicht uninteressant für uns, ob die historische und jetzige Umgebung ein suverenes, künst­lerisches Dasein in den Werken hat, aber zusammen damit, ob welche andere Strebungen, Richtungen, Auf­fasungen und Werte sich in einer anderen Dimension in den Werken verwirklichen. Auf unsere grosse Freude antworteten hundertzwei und fünfzig Schöpfer von den etwas zweihunder­fünfzig Künstlern, die auf dem Gebiete arbeiten, mit mehr als vierhundert Werken auf unserem Aufruf. Viel­leicht ist es keine übereilte Folgerung oder Prahlerei daran zu denken, mit Achtung auch den früheren Kraftanstrengungen zollend, dass das immer betontere Dasein der Künstler Transdanubiens in der Ausstel­lung, auch in unserem Kreis zu dem immerhin betonteren „Dasein" der Ausstellung führte. Wenn wir nur die Quantität zum Grund nehmen, war das auch eine erhebliche „Aufgabe für die lange streitende, mit gehö­riger Strenge schäkzende Jury. Die Jury schlug zweihundertzwölf Werke von hundertsieben Künstlern heraus­stellen vor. Wir behaupten also, dass die Anregung der Künstler unserem Komitats, die die erste Ausstellung unter anderem mit dem Ansicht der durch die gemeinsame Vorstellung, gemeinsame Schätzung, durch die Werke möglichen Verbindungs-Schöpfung im Jahre 1973 getrieben hat, bekommt auch jetzt eine wirkliche Möglich­keit, Forum. Wie auch veiterhin kein zu vernachlässigender Umgang ist, dass auf dem Grunde der Ausstel-

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