Novák László szerk.: Néprajzi tanulmányok Ikvai Nándor emlékére I. (Studia Comitatensia 23. Szentendre, 1994)

Mesterházy Károly: Pénzekkel keltezett későcsászárkori eszközlelet Hajdúnánás–Tedejről

EIN MIT MÜNZEN DATIERTER SPÄTKAISERZEITLICHER WERKZEUGSFUND AUS HAJDUNÁNÁS-TEDEJ 1965 kam in Hajdúnánás in der Nähe des Tedejer Bahnhofes während Erdarbeit ein aus Eisengegenständen und mehr als 700 centenionales bestehender Fund zum Vorschein. Die Gegenstände wurden in einer sarmatischen Siedlung in den Boden geborgt, vermutlich dann, als die Siedlung vernichtet wurde. Im Fund befanden sich eine Eisenhacke, deren dreckförmiger Eisenteil abge­braucht war (Bild 1.), eine Doppelspitzhacke (Bild 2.), ein Beil (Bild 3.), eine Axt (Bild 4.), ein Eisenkessel, dessen Henkel allein erhalten geblieben ist (Bild 5/1.) und in dem auch Münzen waren, ein Eisenbeschlag (Bild 5/2.), ein Stachel (Bild 5/3.) und ein ausserordentliches Gebiss (Bild 6.) .Die überwiegende Mehrheit der Münzen wa­ren Münzen von Valentinianus, Geldstücke aus späteren Zeiten kamen im Fund nicht Vor. Der überwiegende Teil der Eisengegenstände kann aufgrund der Forma­nalyse ebenso aus den römischen Provinzen stammen, als die Münzen. Die Hacke kann pannonischen Ursprungs sein, die Analogien des Kessels und der Doppelspitz­hacke sind aber nur aus Bulgarien (Obelja) bekannt. Das Beil kann aber aus dem Gebiet der Tscherniachower Kultur stammen, seine Form ist auffallend mit der Form eines Beiles aus Nerusaj identisch. Die Axt kann aufgrund ihrer Form ebenfalls pannonischen Ursprungs sein. Den Stachel kann man aufgrund der Form nicht klas­sifizieren. Der ausserordenlichste Gegenstand des Fundes ist das Gebiss, dessen Pa­rallelen nur aus den alemannischen Gräbern des VI — VII. Jahrhunderts bekannt sind. So kann man neben dem provinzialen Ursprung auch den germanischen Urs­prung nicht ausschliessen. Die Zusammensetzung des Fundes ist aussergewöhnlich, da im Barbaricum die Pflugeisen die am häufigsten verborgenen Werkzeuge sind. Der Fund aus Tedej ist mangelhaft und war bestimmt im Besitz eines reicheren freien Bauers, der alle Werkzeuge noch nicht kaufen konnte. Die Verbergung des Fundes kann man auf die Zeit 375—377 legen, als wegen des Angriffes der Hunnen die Völker sich in Bewegung setzten. Die Verteidigungs­schanze der Sarmaten, die sich 7—8 km nördlich vom Fundort befindet, konnte ge­gen den Angriff keine Verteidigung bieten. Das sarmatische Dorf würde vernich­tet, die neuen Herren des Gebietes wurden die Gépiden. 292

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