Ikvai Nándor szerk.: Életmód-kutatások Pest megyéből (Studia Comitatensia 18. Szentendre, 1987)

Asztalos István: Oskolatanítók a Galga mentén

ISTVÁN ASZTALOS: DORFSCHULLEHRER AN DER GALGA Der Autor befasst sich in seiner Arbeit mit einem weniger erforschten schulhis­torischen Thema: er analysiert die Lebensverhältnisse der Lehrer des 18. und 19. Jahrhunderts. Auf der Grundlage archivarischer Forschungen lieferte er Angaben über die Lebensweise und Lebensverhältnisse der in den römisch-katholischen und evangeli­schen Volksschulen tätigen Lehrer während der erwähnten Zeit in der Gegend des Flusses Galga. Die Galga-Gegend ist eine kleine Landschaft im Nordosten des zentralen Bezirkes Ungarns, Bests, dessen römisch-katholische ungarische Bevölkerung nach der Ver­treibung der Türken durch die Niederlassung slowakischer und deutscher Siedler evangelischen Glaubens zunahm. An der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert er­richtete jede Gemeinde eine Volksschule, die hinsichlich der Organisation unter die Aufsicht der Kirche gelangte. In jenen Siedlungen, in denen es Angehörige mehrerer Religionen gab, existierten mehrere Schulen. Die Lehrer der Schulen wurden gemeinsam von der Gemeinde und der Kirche unterhalten. Die Lebensverhältnisse der Lehrer wurden in bedeutenden Maße da­durch bestimmt, wie groß die Glaubensgemeinde war, zu der die Schule gehörte. Den bedeutendsten Teil der Pfründe bildete nämlich die den Ehepaaren auferlegte Kirchensteuer. Auf diese Weise war der Anteil von den Pfründen, den Lehrer zahlen­mäßig größerer Glaubensgemeinschaften erhielten, größer und der von Schulmeistern kleinerer Konfessionen wesentlich kleiner. Dieser Umstand bestimmte grundlegend die Lebensverhältnisse der Lehrer in den Dörfern. Obwohl die Lebensverhältnisse im wesentlichen durch die materiellen Möglich­keiten bestimmt werden, ergänzt der Autor auch durch Aufdeckung und Analyse an­derer Faktoren sein Thema. Seine Arbeit wurde dadurch erschwert, daß derartige wissenschaftliche Forschun­gen in diesem Thema und in dieser Gegend kaum vorgenommen wurden. Auch das Material der Kirchenarchive ist unerschlossen. Wegen jeder Angabe mußte eine ge­waltige Menge von Schriftmaterial durchgesehen werden. In bezug auf einzelne Zeitabschnitte gibt es keine Angabe. Deshalb entschied sich der Autor für die Lösung, seine Analyse auf den Angaben aus der Mitte bzw. dem Ende des 18. Jahrhunderts und aus der Mitte bzw. dem Ende des 19. Jahrhunderts aufzubauen. Er gruppierte demnach seine Arbeit, die einen annehmbaren Anhaltspunkt für gewisse verallgemeinernde Feststellungen und Konsequenzen bietet, um vier größere Datenbasen. Aufbau und Inhalt der Studie: In der Einleitung umreißt der Autor die Forschungen in diesen Thema, wobei er kurz auf die Fachliteratur eingeht, die sich auf das ganze Land bzw. bestimmte Gebiete beziehen. In dem Kapitel Galga-Gegend stellte er die charakteristischen Merkmale der Geschichte der Landschaft und der einzelnen Ortschaften vor, die zum Verstehen des Themas notwendig sind. Daran anschließend befasst er sich mit den Lehrern. Im Kapitel Herkunft der Lehrer erfolgt eine detaillierte Analyse des Geburtortes der Lehrer sowie der Beschäftigung ihrer Eltern. Es ist als charakteristisch anzu­sehen, daß die bedeutende Mehrheit der römisch-katholischen Lehrer in erster Linie auf dem Territorium des heutigen Ungarn, die evangelischen Schulmeister dagegen in den Komitaten Nordungarns (heute Slowakei) geboren wurden. Im Kapitel Schidabschluß der Lehrer beweist der Autor anhand von Angaben, daß auch vor der Gründung von Lehrerbildungseinrichrungen sowohl die römisch­katholischen als auch die evangelischen Lehrer gebildete, in vielen Fällen mehrere Sprachen sprechende, geschulte Menschen waren. Aus dem Kapitel Dienstzeit der Lehrer geht hervor, daß die Schulmeister (Dorf­lehrer und Kantor) über längere Zeit hinweg, in vielen Fällen jahrzehntelang, bis ins hohe Alter, bis zu ihrem Tode, die Hilfslehrer 1 bis 2 Jahre in den Schulen un­terrichteten. — Die Abwanderung aus dem Beruf war damals nicht charakteristisch. Im Kapitel Anforderungen an die Lehrer bringt der Autor interessante Daten, auf die sich auch die Beilage I bezieht. Dieses Dokument wurde 1842 vom Komitat 299

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