Ikvai Nándor szerk.: Régészeti tanulmányok Pest megyéből (Studia Comitatensia 9. Szentendre, 1980)

Vörös István Pécel–Várhegy kora bronzkori telep állatcsontleletei

VÖRÖS, ISTVÁN: TIERKNOCHENFUNDE DER FRÜHBRONZEZEITLICHEN SIEDLUNG PÉCEL-VÁRHEGY Vilmos Zsigmondy grub im Jahre 1887 in dem Alten Weingarten auf dem Pécel­Várhegy (Pécel-Burghügel) Säugetierreste und Keramikstücke aus. Die Tierknochen­funde befinden sich im Ungarischen Staatlichen Geologischen Institut, die Keramik­funde dagegen mi Ungarischen Nationalmuseum. Die Keramikfunde gehören zu dem Denkmalmaterial der Bevölkerung der Kultur von Hatvan. Von dem ausgegrabenen Tierknochenmaterial sind heute nur noch 83 Stücke vorhanden: Rindvieh — Bos taurus L. 32 Stück Kleinwinderkäuer — Schaf und Ziege 22 Schaf — Ovis aries L. 10 Schaf oder Ziege 8 Ziege — Capra hircus 4 Schwein — Sus scrofa domestica Gray 11 Pferd — Equus caballus L. 4 Hund — Canis familiáris L. 4 70 Urrind — Bos primigenius Boj. 1 Edelhirsch — Cervus elaphus L. 10 Reh — Capreolus capreolus (L.) 2 83 Stück Die ausgegrabenen Rindviehknochen stammen von der grosskörperförmigen pri­migenius Rindviehrasse (Bos taurus primigenius). Der mächtige linke Widderhorn­zapfen (Bild 1) gehört zu dem Kupferschaf (Ovis aries studeri Duerst). Das massive Horn ist dreikantig, nach aussen schneckenförmig gebogen sich nach innen drehend. Nur die fronto-mediale Kante ist scharf, die fronto-laterale und die caudale „Kante" ist abgerundet. Man kann allgemein über die Charaktere der weiblichen Schweineschädel sagen, dass sie im Vergleich zu den neolit-kupferzeitlichen länger und schmaler waren. Der Schädel ist niedrig massiv, flach keilförmig. Die Profillinie ist gerade. Der Gesichts­schädel ist schmal. Das os lacrimale lang und niedrig (19—22 cm). Die Werte des Tränenknochen-Indexes sind 1,41—1,73, welche in das Variationsgebiet der Tränen­knochen-Indexe von den rezenten mittel- und osteuropäischen Wildschweinen fallen. Der Nasenknochen des péceler Schweinschädels ist doppelt, d.h. dass die die nasion-intermaxillaren Punkte zusammenbindende schuppenförmige segmentale Naht die Nasenknochen in einen oralen und einen aboralen Abschnitt zerteilt (Bild 3.). In der Siedlung von Pécel fand man einen Pferdeschädel (Pécel IL, 6.—7. Bild, 2.—3. Tafel) und zwei Maxillabruchstücke. Der von kleinerem Ausmass: Pécel L, 4. Bild, 3. Tafel und der von grösserem Ausmass: Pécel HL, 5. Bild, 3. Tafel. Das Mass der Maxiila und der Zahnreihe des Pécel I. Schädels ist aussergewöhnlich klein; es zeigt grosse Ähnlichkeit zu der Asinusrasse. Es ist zwar kein Asinus, jedoch ein auf der Oberfläche der Atkár-Halomalja Siedlung (Hatvan—füzesabonyer Kultur) gesammelter dext M 3 (Länge 23 mm, Breite 11,5 mm), der heute bekannte früheste Fund des Hausesels des Karpaten-Beckens. Die Massangaben der acht untersuchten ungarischen bronzezeitlichen oberen Mahlzahnreihen von Pferden, ebenso die Werte der M/P und M/P+M Index enthält Tafel 3. Die Länge der oberen Mahlzähne — unge­achtet des Geschlechts —, kann man in drei grossen Gruppen unterscheiden: in der Gruppe der kürzeren Zahnreihen beträgt die Länge 160—166 mm, in der der längeren 172—174 mm. Das Verhältnis der premolaren-molaren Zahnreihen ist ebenso bei den Schädeln mit kürzeren wie bei den Schädeln mit längeren Zahnreihen verschieden: die Premolaren der Schädel Pécel IL und von Mende sind im Verhältnis zu ihren 36

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