Novák László Ferenc szerk.: Tradicionális kereskedelem és migráció az Alföldön (Az Arany János Múzeum Közleményei 11. Pest Megyei Múzeumok Igazgatósága, Nagykőrös, 2008)
ANYAGI JAVAK VÁNDORLÁSA, KERESKEDELEM - FODOR ISTVÁN: Prémkereskedelem, művészet, hitvilág (Kereskedelem és hatása őseink korában)
in der Kamagegend aufgefundenen Tierknochen weisen auf die Wichtigkeit der Rolle der Pelzjagd hin. Dieser Handel erlebte seine Blütezeit besonders im Mittelalter, im 6-12. Jahrhundert. Damals gelangten Silbergefäße in besonders großer Anzahl nach Norden. Von dort ist die überwiegende Mehrheit von sassanidischen Silbergegenständen bekannt. Diese Gegenstände wurden im Kreis der nördlichen finnougristischen Bevörkerung bei den kultischen Riten gebraucht, sie sind zumeist an den ehemaligen Stellen der Opferdarbringung zum Vorschein gekommen. Diese Gemeinschaften deuteten die an den Gefäßen dargestellten Szenen ihrer eigenen Glaubenswelt entsprechend, oft ritzten sie selbst daran weitere Szenen ein. Diese eigenartige, von Kunst und Glaubenswelt bestimmte Adaptation gibt die Erklärung dafür, warum so viele Silbergefäße vom Süden in die von Finnougristen bewohnten Gebiete gelangten. Auch das Urungartum, welches sich zum selbständigen Volk entwickelte, lebte entlang dieser Handelsstraße: in der Eisenzeit im Gebiet der SargatkaKultur der Irtis-Isim-Tobol-Gegend, dann im 6-8. Jahrhundert am Westhang des Uralgebirges, etwa im Territorium von Baschkirien. Deshalb gelangten mit aller Gewißheit auch zu den Ungarn Silbergefäße südlichen Ursprungs, es gibt sogar höchstwahrscheinlich auch ungarische Arbeiten unter den so genannten „orientalischen Silbern" (z. B. Abb. 19). Der Meinung des Verfassers nach übte auf die Kunst der damals noch im Osten lebenden Altungarn in erster Linie die Toreutikvon Sogdia eine Wirkung aus, deren zahlreiche Elemente auch auf den ungarischen Toreutik des 10. Jahrhunderts zu erkennen ist. Der Standpunkt, der in der letzten Zeit die orientalischen Wurzeln der frühen ungarischen Kunst bestreitet, ist unbegründet, beruht in allen Einzelheiten und in der Methodologie auf falscher Basis.