Hann Ferenc: Paulovics. Kántor Lajos és Kocsis István írásaival (A PMMI kiadványai. Pest Megyei Múzeumok Igazgatósága – Ferenczy Múzeum, Szentendre, 2008)
Kocsis István - Der Altarbild- und Leidenswegmaler László Paulovics (Detaile)
in der gleichen Zeit? Und die Menschen des 1. und des 20. Jahrhunderts leben im gleichen Raum? Die Ungarn des 20. Jahrhunderts... Habe ich das Rätsel gelöst? Wie schade, daß Laci Paulovics jetzt nicht hier ist. Ich würde ihm sagen, daß ich das Rätsel gelöst habe. Daß würde ich ihm hier vor dem Altarbild vom Sieg über Zeit und Raum sagen, was auch die Bergpredigt klar machte: wenn der Mensch selig werden will, mußerdurchdasenge Tor treten und dann den schmalen Pfad einschlagen, den Weg Christi. Durch das engeTor kann aber nur derjenige gehen, der den Raum und die Zeit besiegt. .. Was könnte ich sagen? Ja, der Sieg über Zeit und Raum... Sprechen kann man leicht darüber. Aber verstehen? Versuchen wir es trotzdem. Das ist nicht leicht. Was müssen wir tun, all das auffassen zu können, was mit unserer Denkweise der zweiten Jahrtausendwende unbegreifbar ist? Zuerst dürfen wir nicht den spürbaren und den zu beobachtenden Kosmos mit dem unsichtbaren und nur für Eingeweihte spürbaren Himmel verwechseln. Warum kann der Himmel mit dem sichtbaren Kosmos verwechselt werden? Weil wir ihn mit dem sichtbaren vergleichen. Mir fallen die Aussagen der großen Seher ein. Unter anderen die von Sokrates. So wie es der große Piaton schrieb. Wie er die höhere Welt sieht: Sokrates den Himmel? Wie sieht diese „Welt" aus, wohin nach seinem Glauben Sokrates nach dem Leeren des Giftgefäßes gelangt? Seltsam, sehr seltsam, daß Sokrates in den letzten Stunden seines Lebens so viel über „Flüsse" spricht und eben so. . .Über was für unvorstellbare „Flußsysteme" und andere seltsame Dinge spricht er? Über die aus dem Kosmos? Natürlich ist das, woran Sokrates denkt, nicht der sichtbare Kosmos, der ein Teil unserer materiellen Welt ist, sondern die unsichtbare obere Welt, der Himmel, der kein Teil unserer materiellen Welt ist. In der Himmelswelt gelten nicht die Gesetze des physischen Seins. Es geht um jene Welt, in die man gelangen kann, aber nicht in unserem Raum und unsere 1 ' Zeit, sondern nur nach dem Sieg über unseren Raum und unsere Zeit. Jene Welt ist mit dem Raumschiff unerreichbar, und nur durch Meditation zu finden. Ich betrachte das Altarbild und die Bilder des Kreuzweges und stelle erneut die Frage: Können wir über unsere Zeit und unserem Raum hinwegtreten? Können wir Zeit und Raum besiegen? Antworten mir die Bilder von Paulovics? Wem es gelang, Zeit und Raum zu besiegen, der sieht, was für die meisten unsichtbar ist. Er kennt nicht die Grenzen von Zeit und Raum. Er sieht die unsichtbare und unbegreifliche Welt, in der die irdischen Gesetze nicht gültig sind: in der es keine Zeit und keinen Raum gibt: in der der für menschliche Augen nicht empfindbare Weg des Lichtes, der Weg selbst, der zum Schöpfer führende Weg spürbar, begehbar wird. Wie können wir das verstehen?