Katalin Gellér: Die künstler-kolonie in Gödöllő 1901-1920 (Gödöllő, 2001)
István Medgyaszay: Das Veszprémer Theater mit Sándor Nagys Sgraffito /1907-1908 FFP RT-T-I — V -HF :H"1 H J Til Sándor Nagys Mosaik an der Seiten fassade des Kulturpalastes in Marosvásárhely \ /^SGFC. -*m kW tmttii wMm 4%) T 1 I MILL -HL.«« r" ^MmW 'A \ 'fär ' f MÁ mim «I 3«rTBS CBNtlH i. vv ,f • < mm JjSii • • i|i , öiisto Sándor Nagy: Kata Kádár/ Glasfenstertriptychon. 1912-1913 Mihály Kovács und Viktor Madarász verarbeitete auch Körösfői-Kriesch die tragische Geschichte der Klára Zách in zwei großformatigen Gemälden (1911). In der Komposition mit sanft wogendem linienspiel, die die Verführungsszene verarbeitet, ist der gleichzeitige Einfluß von Walter Crane und Botticelli zu erkennen. Ein beliebtes Thema der Gödöllőer, die Jagd auf den Wunderhirsch, erschien erstmals 1897. Später malte KörösfőiKriesch es auf einem der Seccogemälde des ungarischen Parlaments („Etzel rettet Buda" [Attila megmenti Budát], 1902). Nach dem Vorbild des Dichters János Arany verstanden sie die Ursprungssage, die Geschichte der Hunnen, als Mythos. Die Jagd auf den Wunderhirsch stellten fast alle Mitglieder der Kolonie dar: István Zichy auf einer Lithographie (1905), Sándor Nagy auf einem Sgraffito, KörösfőiKriesch auf einer Graphik und einem Gemälde, Jenő György Remsey auf einem Wandteppich (1910), Mariska Undi auf Wandteppichen und Graphiken und Ferenc Sidló in einer Skulptur. Die Geschichte Etzels, dieses im 19. Jahrhundert in Mode gekommene Thema, war von ähnlich großer Bedeutung: Körösfői-Kriesch stellte es auf Mosaiken dar („Das Schwert Gottes" [Isten kardja], „Der Sturm auf Aquileia" [Aquileja ostroma], 1908), Sándor Nagy auf einem Wandteppich und einer Glasmalerei („Etzels Festmahl" [Attila lakomája], 1908-1909) sowie auf einem Kupferstich („Etzels Palast" [Attila palotája], 1908) und einem Knüpfteppich („Etzels Heimkehr von der Jagd" [Attila hazatérése a vadászatról], 1908). Dem ungarischen Mythos wurden bekannte internationale Topoi gegenübergestellt. Sándor Nagy verglich die von den Dichtern János Arany und Sándor Petőfi geschaffenen ungarischen Helden in einer seiner Schriften mit denen des Nibelungenliedes und der Kalevala. Toldi brachte er auf seinem Wandteppich „Toldi" (1917), der früheren Tradition folgend, mit Herkules in Verbindung, so wie Ödön Moiret auf einer seiner Plaketten. Die Frauenfigur auf Nagys Glasmalerei in Marosvásárhely, die die Geschichte der Kata Kádár verarbeitet, erinnert an die Ophelia-Darstelllungen. Die Heldinnen der ungarischen Urgeschichte stellten die Gödöllőer mit der den griechischen, keltischen und indischen Märchen und Mythen gebührenden Erhabenheit dar. KörösfőiKriesch bildete auf einem Wandteppich Kassandra ab, Laura Kriesch ebenfalls auf einem Wandteppich Isolde, Rezső Mihály schließlich, auf einer Graphik (um 1910), die den Einfluß Aubrey Beardsleys erkennen läßt, Tristan und Isolde. Sándor Nagy widmete der Geschichte Sakuntalas einen Wandteppich sowie den Frauenfiguren Gyöngyvér, Ildikó und Réka eine Graphik, einen Wandteppich und ein Gemälde. Die Versnovelle italienischen Ursprungs, die die Geschichte des Königssohns Argirus und der Hona Tündér erzählt, hatten schon die Monumentalkünstler des ungarischen Historismus als Teil der ungarischen Mythologie verarbeitet. Dieser Tradition folgte sowohl Körösfői-Kriesch als auch István Zichy, die jeweils einen Wandteppich zu diesem Thema anfertigten (beide an unbekanntem Ort).