Katalin Gellér: Die künstler-kolonie in Gödöllő 1901-1920 (Gödöllő, 2001)
Ödön Moiret: Leda/Bronze. 1910 und Genremalerei, die Volksmärchen und Volksballaden. In ihren Werken erwacht der romantische Synkretismus der „Ungarischen Mythologie" [Magyar mitológia] von Arnold Ipolyi, der Versuch der Rekonstruktion des ungarischen Mythos mittels der Integration altertümlicher, mittelalterlicher und volkstümlicher Quellen, zu neuem Leben. Sie gingen oft freizügig mit den historischen Quellen um. Körösfői-Kriesch beispielsweise schuf das Kleid und den Kopfschmuck der heidnischen Priesterin des Kulturpalastes in Marosvásárhely [heute rum. Tirgu Mure§] vermutlich nach dem Vorbild der mykenischen Schlangengöttinnenskulpturen sowie anhand der asiatischen Sammlung Antal Regulys. Körösföi-Krieschs historische Gemälde stellten bedeutende Epochen der ungarischen Geschichte dar. Ein beliebtes Thema seiner Maler-Vorfahren und seiner historisierenden Zeitgenossen, die Zeit König Matthias', kommt auch in mehreren seiner Werke vor, so z. B. in der Komposition „Falkenjagd in der Zeit König Matthias"' [Sólyomvadászat Mátyás király korában], die auf der Wiener Jagdausstellung im Jahre 1910 zu sehen war. Ähnlich wie bei den Genres aus der ungarischen Vergangenheit stellte er auch in seinen Monumentalwerken dekorativen Kompositionen, die auf der synthetisierenden Kraft der Linie und der Ebene basierten - eine nie gewesene historische Epoche dar („Parlament" [Országház], 1902). Nach Rezső Mihály: Tristan und Isolde / Tusche. Feder. Aquarell. Papier, um 1910